Auf dem Amazonas – zum Ersten

23 04 2012

Wir waren alle drei unsicher, was uns erwarten würde. Ich erwartete ein relativ grosses Schiff, schon fasst eine Art Kreuzfahrtschiff, Anna hatte Albträume von einem kleinen Holzbötchen mit max.10 Menschen die einander auf den Wecker gehen, dass das Bötchen im Sturm herumschaukelt wie eine Walnussschale und dass man bei jedem Regen Wasser schöpfen muss. Fabricio wusste es einfach nicht. Schliesslich war es ein doch recht grosses Schiff mit 4 Stöcke, wobei nur 3 davon für Passagiere begehbar, und einer von diesen 3 ausschliesslich für Warenlagerung war. Wir hängten unsere Hängematten auf der obersten Etage in der Nähe der „Terrasse“ auf. Wir lernten schon am ersten Abend unsere Nachbaren kennen, einer war ein alkoholfreudiger Brasilianer, der andere ein einsamer Argentinier. Glücklicherweise ereilte keinen von uns die Seekrankheit. Wir verbrachten unsere gesamte Zeit mit schlafen, lesen, fotographieren, (ich) zeichnen, sünnele, essen und konversieren. Der Argentinier war sehr sympatisch, erzählte uns von seiner bisherigen Reise (hatte z.B. in Paraty in einem Hostel schwarz gearbeitet) und teilte mit Fabricio die (Sehn-)Sucht nach Mate. An einem unserer Billig-Cachaça-Vodka-Abenden wurde Anna so mutig, dass sie einen weiteren unserer Nachbaren mit zum Trinken einlud: es stellte sich heraus, dass er für ein halbes Jahr mit seiner Freundin in Belém verbracht hatte und jetzt – nach einer offensichtlich einseitig bestimmten Trennung – niedergeschlagen zurück nach Santarém reiste. Wir freundeten uns desweiteren mit dem Küchenchef an (bzw. erledigte ich das :-P), soll heissen, ich durfte in seiner Küche kochen, um ein bisschen Geld zu sparen 😀

Erwähnenswert wäre da noch die erste Nacht: Anna meinte am nächsten Morgen, sie hätte überhaupt nicht geschlafen. Als ich sie dann aber fragte, ob sie während des Sturms Angst bekommen hätte, wusste sie nichts von einem Sturm 😀 Ich und David (Argentinier) lachten sie dafür aus, denn während des lauten Donnerns, der grellen Blitze hatte das Schiff ECHT geschaukelt 😀 Die Toiletten waren auch eine Sache für sich – nicht sooo schlimm wie die im Bus von Santana nach Recife, aber übel genug. Dusche und WC waren in einem, d.h. der Abfalleimer mit dem Toilettenpapier muffelte umso schöner vor sich hin… Und man konnte ganze Kakerlakenfamilien und Ameisenstrassen beobachten, wenn man ein längeres Geschäft auf der Toilette zu verrichten hatte 🙂 Ach ja und dann wär da noch die lustige Situation, als ich eines Abends auf einem Stuhl auf der Terrasse zu zeichnen begann und – nach etwa 10 Minuten – hatte sich eine Traube von ungefähr 10 Menschen um mich versammelt. Was ich leider erst später erfuhr, weil ich so vertieft ins Zeichnen und in meine Kopfhörermusik war, war dass diese Leute gefragt hatten, ob ich sie abzeichnen könnte und wie viel ich dafür verlangen würde… Am letzten Tag überwand sich dann auch noch ein kleiner Junge, mich anzusprechen. Nach kurzer Zeit war er so mutig geworden, dass er mich zu einem Zeichnen-Contest herausforderte: das Topic war Burg mit Türmen und Ritter… Ich verlor, denn bei mir fehlte die lächelnde Sonne mit welligen Strahlen, der Prinz und die Prinzessin, die schwarzen M-Vögel und was weiss ich noch 😀 Wenn man vom Schiff mal absieht, dann waren da die schönen Sonnenuntergänge, der amazonische starke Regen, die Biltzlichter in weiter Ferne und glatt über dem Kopf, einige vereinzelte Häuser auf dem Wasser, die Wasserochse hielten und das schwarze bis braune Wasser weit und breit.

In der Nacht bevor wir in Santarém anlegten, entschieden sich Fabricio und ich, uns zu trennen (also unsere Wege). Er erstand ein „Anschlussticket“ direkt nach Manaus, und so sagten wir uns am Hafen von Santarém goodbye.



Belém – Citylife

20 04 2012

Um elf Uhr in der Nacht kamen wir also zu dritt in Belém, unserer ersten Stadt im Amazonas, an. Wir waren von der Gefährlichkeit in ihr vorgewarnt worden, so nahmen wir ziemlich schnell ein Taxi. Dieses brachte uns zum verlangten Hi-Hostel. Wir waren mit diesem Hostel äusserst unzufrieden: Frauentoiletten befanden sich ausschliesslich im oberen Stockwerk, funktionierten aber sowieso nicht, also durften wir die Männertoilette auf unserem Stock benutzen. Die Zimmer waren enorm muffig und stanken sogar nach Pisse. Zudem besuchten uns in jener Nacht genügend Mosquitos… Das Frühstück bestand aus EINEM Weissbrötchen mit EINEM Stück Käse und EINEM Stück Schinken, dazu EINE Frucht, entweder Papaya oder Apfel, EINEM Glas Saft und reichlich hässlichem Kaffee. Das stimmte mich natürlich sehr unfreundlich, mich, den Fresssack. Der Preis war höchst überrissen, ach ja Computer gab es auch nicht. So suchten wir gleich am nächsten Morgen – VOR der Stadterkundung – ein anderes Hostel. Wir fanden eines das einen schäbigen Eindruck vermittelte, allerdings war das Personal top, die Zimmer enorm sauber, alles funktionierte, es hatte eine geräumige Küche, Klimaanlagen für Preisaufschlag und grundsätzlich war es enorm günstig! Wir quartierten uns also dort ein, auf dem Weg besuchten wir noch einen Strassenmarkt, auf dem winzige todsüsse Hundebabies angeboten wurden. Ausserdem Fische in Plastiksäcken…

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mit Herzli uf de Stirn =)

OH-MEIN-GOTT-jöööööö!!!

OH-MEIN-GOTT-jöööööö!!!

"scho wider so en Mänsch wo eus agafft, wenn nimmt eus mal öper mit??"

"scho wider so en Mänsch wo eus agafft, wenn nimmt eus mal öper mit??"

Fische aller Grösse in PLASTIKSÄCKEN!

Fische aller Grösse in PLASTIKSÄCKEN!

Geko im Hostel-Zimmer :) "Bleib, bedien dich an den Mücken"

Geko im Hostel-Zimmer 🙂 "Bleib, bedien dich an den Mücken"

Belém geht in mein Gehirn als gute Stadt ein: wir gingen zwei Mal ins Kino, sahen gute Filme, wir kochten viel, assen Salat, eines Abends machte ich sogar mein Fishcurry (wobei ich es komplett mit Curry überwürzte – und das ist noch untertrieben)! Wir assen sehr viel Eiscream, kauften viele Dinge für den bevorstehenden Boottripp. Darunter Hängematten, Seil, Crackers, Früchte, Schockolade, Crackers, und noch mehr Crackers. Dazu Notwendiges wie Wasser, Saft und Alkohol (Pflichtcachaça ;)… Anna und ich entschieden uns bald, ein Boot nur nach Santarém (also nicht direkt nach Manaus) zu nehmen. Fabricio folgte uns bald mit dieser Entscheidung (wohl war ich der Grund :-S ). Wir lernten ganz oberflächlich noch zwei süsse Japaner kennen, welche dann mein überwürztes Fischcurry mit Freuden verspeisten, als sich uns bereits der Magen umdrehte und uns die Zungen hechelnd aus den Mündern hingen… Wir besuchten bei unseren Shoppingtouren auch den grossen Markt in der Nähe des Portos. Für mich war der Fischmarkt ein Spektakel. All die toten Fische, einige aufgeschlitzt, andere ganz und noch mal andere ganz filletiert, dann waren da noch die toten glasigen Augen, all die blutigen Organe etc. Zwei Mal regnete es so viel, dass die ganze Stadt etwa 20cm unter Wasser stand, keine einfache Sache sich mit Flipflops durch das Wasser zu kämpfen (im Hinterkopf immer die Würmer, die einem durch die Füsse in die Beine hinein kriechen können und sich durch das Fleisch fressen, zudem die ganze Pisse under der restliche Abfall, der da durch die Strassen schwamm)… Dann noch das lustige Bild, wie ich trotz Vorwarnung auf einem Haufen Minikokosnüssen ausschlipfe und mit dem Becken auf die Strasse knalle. Verdammt hatte ich Glück, dass ich mir da nichts brach, das war ein harter Aufschlag! Und der Witz: auf dem Rückweg witzelte Fabricio mit erneuten Warnungen, und prompt fiel ich fast nochmal hin! Dies geschah auf der Erkundungstour des Hafens, bzw. dem Aufhängen der Hängematten als Reservation des Platzes auf dem Boot. So blieb uns mein verzerrtes Gesicht während des Falles als schöne Comix-Abschlusserinnerung an Belém… 😉

die gruuusige superscharfe Chilis...

die gruuusige superscharfe Chilis...

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feini Chilis :)

feini Chilis 🙂

Wasimmer man braucht: Liebeselexir, Creme gegen Warzen, Curry und Massagekorallen...

Wasimmer man braucht: Liebeselexir, Creme gegen Warzen, Curry und Massagekorallen...

ALL diese Äpfel müssen noch hopps mit uns auf's Boot

ALL diese Äpfel müssen noch hopps mit uns auf's Boot

Cupido's Pfeilspitzen-Deko?

Cupido's Pfeilspitzen-Deko?

Willst du Fischarzt werden? Hier kannst du üben :-P

Willst du Fischarzt werden? Hier kannst du üben 😛

...in allen Varianten

...in allen Varianten

am Hafen von Belém

am Hafen von Belém



Jericoacoara

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Jericoacoara war in vielerlei Hinsicht eine schöner Fleck für meine Reise. Es war anders als der Rest Brasiliens: die Wüste, die wunderschönen weiss-goldenen Sanddünen ringsum, all die Esel die jeden Halm in der kargen Landschaft suchten und nächtliche Galloppaden veranstalteten, die Pferde wo man hinblickte und die entspannten Menschen, die alle gemeinsam von einer Düne aus den Sonnenuntergang mit Caipirinhas in der Hand beobachteten. Idylle und wüstenhafte Armut im Einklang, so würde ich diesen Ort beschreiben. Jericoacoara hatte erst seit zwei Jahren Elektrizität, trotzdem schmückten farbige, sternförmige, kugelige, oder glitzernde Lichter jedes noch so kleine Lokal. Es brannten Fackeln und Küchenfeuer lichterloh und die Angestellten beherrschten fast alle mehrere Sprachen oder waren gar selbst Ausländer.

Ich fand zum ersten Mal eine – in allen Hinsichten – günstige Gelegenheit zum Reiten: da Fabricio schon in der selben Nacht nachgekommen war, konnte ich ihn schon am nächsten Morgen dazu überreden, am Abend mit mir auszureiten. Ich hatte mich eifrig über Preise und Möglichkeiten informiert. Für 8 CHF pro Pferdpro Stunde konnten wir ausreiten, einen Führer DURFTEN wir mitnehmen, selber Preis. Natürlich wählte ich die Option ohne Führer. Für mich lief ganz Jericoacoara aufs Reiten hinaus, somit werde ich den Rest nur am Rande erwähnen 🙂 Wir nahmen also zwei Pferde, ausgesucht hatte ich sie mir anhand ihrer „Dicke“. Der Rest der Pferde war zu mager oder sonst wie nicht gut in Form (Verletzungen, Sonnenallergie die sich durch blutige Schuppenflechten äusserte oder Fliegenfang der Höchstform, keine Ahnung warum). Es war ein Glückstreffer wie sich später herausstellen sollte… Wir unternahmen den Ritt zum Stein so und so, das Wahrzeichen Jericoacoaras: ein grosser Felsbrocken in Mitten der Strandbrandung, durch dessen Loch man den Sonnenuntergang beobachten und fotographieren konnte 🙂 Wir brauchten kaum etwas zu tun, die Pferde wussten besser als wir, wo hin und wo der beste Weg war. An einem Punkt blieben sie dann stocksteif stehen, bis wir begriffen, dass wir von hier aus zu Fuss den Berg runterrutschen mussten, und die Pferde auf uns warten würden. Auf dem Rückweg schlug ich einen kleinen Gallopp vor, als wir uns auf einer flachen sandigen Strasse befanden. Fabricio – der seit seiner Kindheit nicht mehr auf einem Tier gesessen hatte – erlernte den Respekt vor dem Reiten auf Kosten des Pferdes, war mir ganz und gar nicht gefiel. Daraufhin hatten wir einen kleinen Streit und Fabricio wollte ums Verrecken nicht mehr auf einen Pferderücken. So überredete ich am nächsten Abend Anna, wir wollten einen Dünenritt unternehmen. Diesmal achtete ich auf ein weiteres Merkmal, das ich am Tag zuvor komplett vergessen hatte (zu meiner grossen Scham!): die Hufe: im Sand eingesunken war mir das nicht aufgefallen, aber diesmal hob ich jeden Huf jedes Pferdes, und wenn ich einen dieser grossen Risse entdeckte, verlangte ich nach dem nächsten. So gingen wir mit zwei gut zuwege aussehenden Pferden los. Es stellte sich jedoch heraus, dass ihr Charakter umso schlimmer war: mein Pferd war der störrische Bock in Person – noch NIE hatte ich einen so eigenen und starken Charakter bei einem Pferd gesehen. Wir verstanden uns überhaupt nicht gut, jeder hatte seinen eigenen Kopf und wollte auf keinen Fall nachgeben. So GING ich mit dem Pferd im Schlepptau die Düne hoch, bis Anna meinte, dies sei doch kein Ausritt. So gingen wir geschlagen zurück und tauschten mein Pferd. Ich kam mir vor wie ein Obertrottel: Ich hatte Wochenlang die vielen supertollen Bücher von Montey Roberts studiert, ja über ihnen gebrütet! Ich hatte Anna davon erzählt, wie ich vorhatte, seine Techniken so gut wie möglich anzuwenden, einzuüben und auszuprobieren. Einen schönen Bären hatte ich mir da selbst aufgebunden: ich war eine echte Witzfigur. Ein winziger Junge kam auf einem Pferd angalloppiert und drängte mich dazu, Sporen und Peitsche anzunehmen. Ich weigerte mich strickt, und zerrte stattdessen das Pferd hinter mir her ^^ (Das Zerren ist bildlich, nicht wörlich gemeint, keine Angst Sarah 😉 dazu dann noch ein Bild – alles gestellt 😉 )

Nun war also der zweite Ritt ein einziger Gag, und Annas Laune ging logischerweise weiter den Bach runter, aber ich hatte am Ende doch noch meine Freude, denn ich kaufte Karrotten, Äpfel und Bananen um die vielen armen misshandelten Tiere zu verwöhnen – wenigstens für ein paar Sekunden in ihrem dreisten Leben…

Wieder einmal stellte ich fest, wie viel positive Energie der Kontakt mit Pferden auf mich abstahlte. Die Vorfreude und das Sprühen in den Augen nach den Tiermomenten war unübersehbar und ich fühlte es in Form reinster Energie: ich ging nach dem und vor dem Reiten für insgesamt 3h ins Fitness. In Brasilien war es – Fernando korrigiere mich falls ich falsch liege – gang und gäbe, die Laufbänder nur für schnelle Walks zu benutzen. Als ich dann als FRAU anfing zu joggen, und das in diesem Kaff, wo jeder echte Mann im Fitness ein und ausging, es auch noch 40 Minuten durchzog, klopfte mir am Ende jeder Typ dort drin auf die schweissgebadete Schulter oder schüttelte mir die Hand. Das war echt amüsant! Ich setzte noch einen drauf, als die Typen mir alle ciao sagten oder winkten, als ich rausging: ich wollte nur Luft schnappen und dehnen, danach trat ich wieder ein und die Typen lachten.

Soviel also zum Reiten und zum Fitness in Smalltown. Dann war da noch mein Birchermüesli: Anna hatte mich gewarnt, sie werde es nicht mögen. Aber als sie dann probierte, wollte sie plötzlich mehr und mehr 🙂 Da hatte sie wohl doch noch nie ECHTE schweizer Küche probiert, was? Ich muss zugeben, ich vermisse mittlerweilen einige typische Schweiz-Dinge: da wäre die Sprache (Schweizerdeutsch!) und die Vielseitigkeit an Restaurants (in der Schweiz kriegt man praktisch alles, dazu auch noch wirklich gute Qualität, keine fake Nachahmungen…) UND zu aller letzt meine Gewürze (Salatgewürze von Coop, Trocomare, Paprika, Curries, etc.) 🙂

Eines unser ausgängischen Abendessen brachten wir in dem feurigen Restaurant mit getrennter Fleisch-Fisch-Küche zu: da war es an Fabricio schlechte Laune zu haben. Sein Grund (ebenfalls mich betreffend): da er mit mir reiste hatte er kaum mehr Zeit aufgewendet um zu arbeiten, was in promt enorm störte! Er schmollte beim ganzen herrlichen Fisch auf dem Tisch und verliess uns gleich nach seinem letzten Bissen. Da kam mir zum ersten Mal der Gedanke, dass eigentlich ICH – die 19jährige – die sein sollte, die ständig von Launen gesteuert und Emotionsschüben unterliegen sollte, nicht der 27jährige Architekt und auch nicht die 36jährige Wissenschafts-Entwicklungshelferin… However, auch seine Laune war nur eine Frage der Zeit, somit nickte ich auch bei diesem Drama nur vage mit dem Kopf. Ich finde, wenn man reist hat man mit genug anderem Kram zu tun, da will man sich nicht noch mit Launen anderer auseinandersetzen… I shut up!

Der Versuch von Jericoacoara in Richtung Westen wegzukommen scheiterte kläglich. Entweder stimmten die Verbindungen hinten und vorne nicht (sodass wir für jedes 2h-Fährtchen einen ganzen Tag mit Warten verbringen  oder gar nächtigen mussten), oder aber es GAB keinen Weg dorthin, oder es winkten uns unglaubliche Preise wie 250 CHF für eine 7h Fahrt! Also auf jeden Fall spendete ich dieser Suche einen ganzen Tag, bis ich mich schliesslich ans Internet hockte, und einen Flug suchte. Ich fand einen, unglaublich günstig (es war ja Ostern!), wir (ich und Fabricio) buchten mit Hilfe eines Fortalezianers und dann reisten wir noch in derselben Nacht mit dem Nachtbus nach Fortaleza zurück. Der Bus kam 3h zu früh an, was für uns hiess, dass wir ganze 12h anstatt 9h auf den Flug warten durften. Fabricio und ich hatten einen groben und lauten Streit, sodass ich froh war, als Anna kurz vor Abflug auch noch am Flughafen auftauchte um den selben Flug zu nehmen. Sie hatte die teurere Variante gewählt (eine Übernachtung mehr im Hostel, Tagbus teurer), schien jedoch keineswegs fitter zu sein.

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Bühnendüne für Sonnenuntergang

Bühnendüne für Sonnenuntergang

eeendlich =)

eeendlich =)

Capoeira by night

Capoeira by night

Lichter wohin das Auge reicht

Lichter wohin das Auge reicht

extra für die ganz strohigen Köpfe ;-P

extra für die ganz strohigen Köpfe ;-P

Esel, Esel, Esel :)

Esel, Esel, Esel 🙂

Wir sind beide gleich stur, aber ich bin definitiv ein Federgewicht...

Wir sind beide gleich stur, aber ich bin definitiv ein Federgewicht...

Übrigens hatten wir versucht in den Westen zu gehen, um Lençois Maranhenses zu sehen, eine angeblich spektakuläre Landschaft geformt aus weissen Dünen und tiefblauen Lagunen. Der Flug nun ging aber direkt nach Belém. Ich war Brasilien langsam etwas leid, und auch der Preis des Fluges hatte für sich gesprochen. So übersprang ich Lençois Maranhenses und São Luis um direkt den Amazonas Tripp von Belém aus zu starten 🙂 Dazu im nächsten Artikel mehr 😉



Natal-Fortaleza-Jeri

20 04 2012

P1040482Nach Praia Pipa begaben wir uns zu dritt auf den Weg nach Jericoacoara. Wir hatten mangels Zeit, Geld und Interesse beschlossen, die Städte Natal und Fortaleza auszulassen. Allerdings hatten wir dann in Natal einen halben Tag Zeit, den wir uns mit Sightseeing zunutze machten. Wir besuchten eine Festung halb im Meer. Da aber Ebbe war, konnten wir über den Sand bis zur Burg laufen, anstatt sie über einen befestigten Pfad zu erreichen. Wir schossen super Fotos (da Sunset) von einer imposanten Brücke. Das spannende an der Festung, die wir (da geschlossen) nur von aussen betrachten konnten, war, dass die Mauern zum Teil aus Wal-irgendwas (ich bin nicht mehr sicher ob es sich um Walkot oder um ein Körperteil des Wals handelt…) bestanden, und bis zu 14 Meter dick waren. Man kann sich somit die Wildheit des Meeres und den Respekt vor Angriffen vorstellen… Am Ende dieses gemütlichen Tages assen wir noch je einen guten günstigen Prato Feito mit Fisch, danach zurück zum Rodoviaria. Anna hatte die gesamte Zeit über eine auffällig schlechte Laune. Ich konnte mir dort noch keinen rechten Reim draus machen, aber sie klärte mich später äusserst aggressiv auf…

Forte in Natal

Forte in Natal

Anna schlecht gelaunt...

Anna schlecht gelaunt...

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Fabricio trennte sich in Fortaleza von uns, um eine alte Freundin zu besuchen. Ich nahm mit Anna den Bus nach Jijuca, von dort aus nahmen uns grosse Allradantrieb-Wagen mit in die Wüste, die Dünenlandschaft von Jericoacoara. In diesem Gefährt erklärte mir Anna, dass sie es leid sei, mit so jungem Volke zu reisen, das so ganz und gar nicht auf ihrer Wellenlänge sei (da andere Stadien des Lebens). Zudem hätte sie nicht mit mir UND Fabricio reisen wollen und eigentlich hätte sie die ganze Zeit über mir die ganzen Entscheidungen überlassen, da ICH ja so BOSSY sei. Sie machte ihrem ganzen Ärger Luft. Ich nickte, müde von der Reise und keine Lust auf irgendwelche Auseinandersetzungen. Zudem hatte ich das Gefühl, dass es hier eigentlich um was ganz anderes ging, wohl mehr um den Australier (mit dem sie nur wegen Alkohol etwas angefangen hatte, was sie gar nicht wollte) als um das Reisen mit mir und Fabricio. Ich muss sagen, mit diesem Gepräch damals, hat sie eine gehörige Portion meines Respekts verloren. Sie benahm sich sehr kindisch. Das hielt übrigens noch längere Zeit an, aber ich werde es unterlassen, weiter darüber zu lästern…

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Mauer aus Wal-irgendwas 🙂

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Natal

Natal

ein Zufall?

ein Zufall?

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meine Nägel nach dem Haare-tönen!!!

meine Nägel nach dem Haare-tönen!!!



Praia Pipa – Delphinewatching?

20 04 2012

Fabricio und der Australier stressten am letzten Morgen in Recife noch nach Olinda (ich war der alten Städtchen müde – siehe Diamantina), Anna wollte keinen Stress aber trotzdem Olinda sehen. So ergab sich, dass ich und Fabricio allein nach Praia Pipa weiterzogen um uns dann später in Natal wieder mit Anna zu treffen. Fabricio und ich verliebten uns aber in das kleine Dörfchen mit nur einer kleinen Hauptstrasse, und so sollte Anna schon am nächsten Tag nachkommen. Als wir dann aber auf die liebe Anna warteten, tauchte sie einfach nicht auf. Es stellte sich heraus, dass sie mit dem Australier und einer deprimierten Brasilianerin (da langjähriges Internet-Blinddate sich als Fauxpass geoutet hatte) einen Saufmarathon hingelegt hatte. Am nächsten Morgen fand ich eine Nachricht von ihr in meinem Facebookaccount: sie hätte einen schrecklichen Kater und würde erst einen Tag später nachkommen. Mit dem Australier. Ich und Fabricio vermuteten schon schelmisch, dass da etwas gelaufen sei. Diese Wahrheit stellte sich jedoch als unerfreulicher Einflussfaktor auf Annas Miene heraus. Als sie nämlich ankamen, und ich voller Enthusiasmus meine geliebte Nudelpaella präsentierte, murrte sie bloss herum.

Auf jeden Fall genossen ich und Fabricio Praia Pipa sehr, auch wenn wir nur ein einziges Mal an den Strand gingen, und da nicht einmal Delfine zu Gesicht bekamen. Wir bekochten uns gegenseitig und als wir ausgingen überwand ich mich sogar, wieder einmal Pizza zu probieren: kein Erfolg… Die erste Nacht verbrachten wir nach langem Suchen in einem sehr günstigen Miniappartement, in welchem wir völlige Privatheit besassen – soll heissen eigene Küche, eigenes Bad und vier Betten 😀 Am folgenden Tag zogen wir in den jungen Bruder des Hi-Hostels just um die Ecke um. Es war ein neues Backpacker, arbeitete mit dem Hi zusammen und war ontop noch günstiger! Fabricio war zudem begeistert, das der Receptionist ein waschechter Argentinier war – als ob es die in Brasilien nicht wie Sand am Meer gab 😀

Woran ich mich deutlich mehr erfreute: ich sichtete einen weiteren (first one im Artikel Florianopolis) atemberaubenden Uruguayaner! Ich fasste den Entschluss, früher oder später einmal nach Uruguay zu gehen… 🙂 In Praia Pipa fand ich auch das letzte Stück (the bottom) zu meiner Nachahmung des gestohlenen Bikinis. Das Topstück hatte ich schon in Praia Forte wiederentdeckt und zu einem unerhörten Preis ergattert, und nun also die Vervollständigung. Ich war wieder glücklich 😛 Ich hatte mein gestohlenes Bikini zurück! ^^ Ausserdem fand ich zwei neue schöne Kleider und entledigte mich sogleich des jahrealten pink-flower-power-Kleid vom H&M. Eine brandneue Luft umwob mich mit meinen neuen Kleidern, meinem „zurückeroberten“ Bikini und – ach ja, die Schuhe fehlten noch… Man merkts auf jeden Fall: ich begann das Cityleben zu aufleben zu lassen, das Geld rieselte nur so durch meine Finger – BIS ich zum Bankomat ging, mit meiner Postkarte (denn laut meinen Berechnungen war das UBS-Konto bereits alle!), und oh Schreck feststellte, dass ich meinen PIN zu diesem Konto vergessen hatte!!! Naja, ich probierte es dann doch noch mit meiner UBS, und die spuckte nach wie vor – wenn auch überraschend für mich – Geld aus, wie ein braver Goldesel…

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Affen in Smalltown - der neuste Hit: Kabellianen!

Affen in Smalltown - der neuste Hit: Kabellianen!

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Recife

19 04 2012

Die Ankunft in Recife ist schon nenneswert: ich fragte mich durch Taxifahrer und Polizisten um den richtigen Bus ins richtige Quartier für eine der beiden Adressen zu finden, die ich herausgeschrieben hatte. Mühsam gelangten wir irgendwohin, dort fanden wir ein Touristenbüro, welches uns freundlich erklärte, dass wir vollkommen falsch waren. So nahmen wir einen weiteren Bus von irgendwo nach Quartier so und so. Dort fragten wir 3 Taxifahrer und einige Türsteher, alle hatten keinen Schimmer von keinem der Hostels. So trugen uns unsere Füsse mit letzter Kraft in ein Bonzenhotel (man bedenke unseren letzten drei „Reise-Warte-schlaflos-Toiletten-Trauma-Tage“), wo wir NACH der Anfrage für die Nächtigungspreise (horrend!) nach den günstigen Hostels für uns arme Reisende fragten. Der Receptionist hatte grosses Mitleid mit uns, so printete er uns sogar eine Mapa aus, um uns den Weg um die zwei Blocks zu erklären und aufzuzeichnen 🙂

Im Hostel angekommen wurden wir von den hohen Preisen überrascht, allerdings war das Hostel so sympatisch und wir sooo müde, dass wir es trotzdem nahmen, uns auch sofort schlafen legten.

Fabricio kam einen Tag darauf, er hatte keine Mühe gehabt, das Hostel zu finden… Ich und Anna gingen – als Ausgleich für die horriblen vergangen Tage – ins Kino und machten eine riesen Büchershoppingtour. Ich hatte fast alle fertig gelesen und hatte auch geplant (was ich dann später auch tat), die Bücher von Recife in die Schweiz zu schicken (da Recife-Europa der kürzeste Weg war). Wir verbrachten insgesamt drei Tage in Recife, erkundeten die Stadt auch vorbildlich, allerdings stellte sie sich als ziemlich langweilig und öde heraus. Von Kirchen hatten wir ja reichlich genug gesehen. Allerdings lernten wir einen Australier kennen (netter Kerl), mit dem wir am Mittag auf einem Markt mit ein wenig Bier und Campari auf der Wolke Betrunken schwebten, bevor wir einen Auflug in drei konnektierte Museen unternahmen. Dort begrüssten uns reichlich schweizer Army-knifes, mitteralterliche Musik, kühle Schlossluft, Kunst (hauptsächlich beschäftigt mit nackten Frauen, AUCH ein paar Männer zu meinem Vergnügen :-P), und skurrile Skulpturen, von denen ich heute noch Albträume habe… 😛

Mittags-Campari...

Mittags-Campari...

Putz auf Rollschuhen =)

Putz auf Rollschuhen =)

Extraplatz für Übergewichtige...

Extraplatz für Übergewichtige...

Strassenhändler auf Brücken

Strassenhändler auf Brücken

Transportart Nr.1

Transportart Nr.1

Strassenkunst

Strassenkunst

Nattai und Anna

Nattai und Anna

Alles was man brauchen könnte!

Alles was man brauchen könnte!

Kind wird auf lebhaftem Marktplatz gewaschen

Kind wird auf lebhaftem Marktplatz gewaschen

Eingang zum Museum

Eingang zum Museum

mia

miauuu!

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Feira de Santana – ein kleiner Horror

19 04 2012

Ein kleiner Artikel, aber doch erwähnenswert: 17h verbrachten wir an diesem tragischen Ort…

Üble Erkältung...

Üble Erkältung...

Wider unseres Erwartens kamen wir dort schon um 5Uhr Morgens an, dann stellten wir uns für 2-3h Wartezeit ein, hielten uns mit Orangensaft, Kaffee und Crackers wach um schliesslich festzustellen, dass wir einen ganzen Tag warten durften, um einen Anschlussbus nach Recife zu kriegen. In Lençois hatte ich extra gefragt, aber wie so oft wurden dämliche Touristen offenbar mit Falschinformationen gefüttert. Wir wollten es uns denn also auf den freundlichen Stühlen bequem machen, um ein paar Stündchen zu schlafen – NICHTS DA! Ein Polizist hatte es sich zu unserer Misgunst zur Aufgabe gemacht, die Leute nicht schlafen zu lassen! Sogar SITZENDE Leute wagte er mit warnendem Gefuchtel aufzuscheuchen! Ich ärgerte mich gehörig über ihn, fand mich aber schliesslich damit ab, da ich als Ausweg Computer mit Internet gesichtet hatte: Ich setzte mich also an die Arbeit, schrieb meinen Blog brav weiter. Ganz wie’s das Schicksal wollte, schrieb ich ungefähr 1.5h vergebens; denn als ich das ganze speichern wollte, war alles verschwunden. Ich wollte mir die Haare ausreissen, als ich begriff, dass ich Internet Explorer als Browser verwendet hatte, und doch schon einige Male festgestellt hatte, dass es dort meine Texte nicht speichern konnte! Mein Fehler! Demotiviert setzte ich mich also zu Anna, die gänzlich am Ende ihrer Kräfte war, denn der Polizist hatte sich gut um sie gekümmert… Unser Bus hatte schliesslich noch 3h Verspätung, was uns fast in den Wahnsinn trieb: 17h an diesem verfluchten Busterminal, ich sage euch, da WIRD man irre!

Als der sehnlichst erwartete Bus dann endlich kam, begrüsste uns ein Schwall von Pisse- und Modergestank. Kein Scherz. Es war der übelste Bus, in dem ich in Brasilien gefahren bin. Die Toilette schrieb Geschichte: der Boden war überschwemmt mit Seife, SCHEISSE und Pisse, vielleicht fand sich da auch noch Kotze und Klopapier. Auf jeden Fall ging ich mit einem Trauma von dannen.

Soviel zu Santana 😀



Chapada Diamantina

4 04 2012

Auf dem Weg von Imbassaí zurück nach Stella Maris, trafen wir uns mit Anna in Praia Forte. Sie hatte unterdessen einen Übergangspass erhalten und war von Brasilia zurück nach Salvador geflogen, wo sie einige Tage die Stadt erkundet hatte. Wir machten einen Stopp in einem der beiden grossen Shoppings um Salvador um für mich ein paar wandertaugliche Turnschuhe zu ergattern. Bisher hatte ich nämlich kein Glück mit schlauen Schuhen in Salvador gehabt. Wir fanden dort ein Sportgeschäft und ich kaufte eine Art Mischmasch aus Turn- und Wanderschuh. Nichts im vergleich zu meinen schmutzigen, billigen, superbequemen, wie angegossen passenden Turnschuhe von Dosenbach, aber wenigstens wieder ein paar Schuhe. Immer noch brodelt in mir Wut auf, wenn ich darüber nachgrüble, wie die fette grunzende dumme Frau in meinem Zimmer mir ein bikini und alte dreckige Turnschuhe stehlen konnte!!! ^^

Kissen im Safe...

Kissen im Safe...

Lençois

Lençois

Brandlandschaft

Brandlandschaft

Anna wurde noch in unseren freudigen Wahn für Acarajé eingeweiht, und auch sie verfiel dem Wahn 😛 Danach gab es noch eine letzte Pititinga-Moqueca-de-Camarão-Runde mit Davi, dann brachen Anna und ich nach Lençois, Hauptort von Chapada Diamantina, auf.

Gleich an der Bushaltestelle wurden wir von verschiedenen Guides unter die Fittiche genommen, sie erklärten alle samt, sie seine die besten und günstigsten Tourguides, sie führten die besten Tours und kochten das beste Essen… Wir gingen einem jungen wildhaarigen Braunen auf den Leim: für ca. 300 CHF unternahmen wir eine Tour von 4 Tagen. Der erste Tag bestand hauptsächlich aus herumchauffiert werden, kleine anspruchsvolle Spaziergänge zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten unternehmen und uns auf das Kommende einzustimmen. Gleich an diesem Tag trafen Anna und ich zwei junge Männer, welche schon neben uns beim Frühstückstisch im unsympatischen Hi-Hostel gesessen hatten (unfreundlich weil: sie verlangten von einem Typ einen unangekündigeten unerhörten Preis, für eine Dienstleistung, welche sie nicht einmal erbracht hatten, als dieser dann nicht gleich zahlen wollte und sich beschwerte, meldeten sie ihn bei der internationalen Hi-Hostel-Organisation, damit er nie mehr in ein Hi-Hostel konnte!!!). Im letzten Moment bevor sich unsere Wege wieder trennten sprach uns der grosse junge Mann an, sprach Englisch. Schliesslich schlugen wir ihnen vor, die 3 tägige folgende Wandertour mitzumachen (um so unseren Preisanteil zu drücken und auch um einige andere Charaktere dabei zu haben ;), zudem stellte sich heraus, dass der grosse Typ ein Schweizer, und der kleine ein sehr sympatischer Israeli war.

Pati Valley

Pati Valley

c. am blödele

c. am blödele

was füre Poose...

was füre Poose...

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Ich muss das ganze etwas runterkürzen, denn ansonsten werd ich nie zum heutigen Tage gelangen 🙂 Zudem lässt mich meine Memoria schon wieder etwas im Stich und ich muss tief graben um mich an Details zu erinnern.

Auf jeden Fall war die Sache in fast jeder Hinsicht ein Erfolg: das Geld lohnte sich; wir sahen neue Dinge wie zum Beispiel „wandern über ausgetrockneten Meeresgrund“, ziemlich spektakulär mit all den in Steinen erstarrten Muscheln und sonstigen tieflebigen Meerestieren, dann war da unser Guide, der aber hallo gut kochte!!! Es gab sogar ein Gourmet-Curry!!! Anna und ich wären uns definitiv auf den Wecker gegangen, hätten wir nicht die zwei Männer überredet, mitzukommen! Allerdings stellte sich während der Wanderung heraus, dass wir alle seeeehr starke Charaktere besassen und somit konnte jede Sekunde zu einer Lavaexplosion werden 😀 Ich fühlte mich vom Schweizer (der den Blog vielleich ebenso lies – hallo Alex 🙂 durch mein Alter etwas diskriminiert, der Israeli hatte starke Schmerzen dank eines Tumors und murrte somit bald einmal über den Rest des Trupps, der regelrecht davon rannte. Anna ärgerte sich ein bisschen über alle und der Guide war sowieso ein Unikum: er wollte das Zentrum ALLER sein, oder aber er war so beleidigt, dass er den ganzen Tag zurücklegte, während er eine Distanz von etwa 300Metern zwischen uns wahrte 🙂 Und über meine Mängel muss ich ja wohl kaum schreiben, ihr kennt mich ja alle bestens (nörgle, zickle, bossy, ever-hungry, etc.)… Ein weiterer Erfolg bestand in der körperlichen Anstrengung, beziehungsweise Abnutzung: unsere Musklen bauten sich zwar auf, aber dies ahmte sogleich auch unser verwöhnte Freund der Bauch nach: wir assen ungefähr doppelt so viel wie gewöhnlich! Zudem hatte fast jeder von uns eine grössere Klage loszuwerden: Anna hatte zwei fette riesen Blatern, die bis aufs Fleisch hinuntergingen (davon gibts natürlich ein Foto!), der Israeli hatte einen nicht-wachsenden Tumor im Nacken, der besonders beim Abstieg zu schaffen machte, der Guide regte sich sowieso über unser Desinteresse an ihm auf und ich – ich hatte an jedem Fuss fünf Blatern und meine Knie liefen schwärzlich an, taten ebenfalls besonders beim Abstieg höllisch weh. Ich outete mich also als jüngstes grösstes Wrack, ich war der Klotz am Fuss des Trupps. Am letzten unserer taffen drei Wandertage machte sich mein Schmerz dann auch durch meine Miene bemerkbar; ich schnautzte den Guide ungehalten an und schweig fast den gesamten Rest des Tages! ^^ Zu meinen gebeinlichen Schmerzen waren Menstruationskrämpfe und Durchfall wegen irgendeiner Nahrung hinzugekommen 😀

Anna

Anna

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Gruta Azul

Gruta Azul

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Anna fasziniert von Minikokosnüssen

Anna fasziniert von Minikokosnüssen

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CHAAALT!!! (20°C)

CHAAALT!!! (20°C)

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Die Natur hat alles vor uns erfunden...

Die Natur hat alles vor uns erfunden...

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Stalag---

Stalag---

hmpf!

hmpf!

Unbeschreiblich!

Unbeschreiblich!

Wolken trohnen wie Wattebäuscheli auf den Tafelbergen von Chapada Diamantina

Wolken trohnen wie Wattebäuscheli auf den Tafelbergen von Chapada Diamantina

Cameleon in Action!

Cameleon in Action!

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dunkler Fleck = Fledermäuse

dunkler Fleck = Fledermäuse

Jungs am Lagerfeuer

Jungs am Lagerfeuer

Flora

Flora

DA geht's morgen lang ;)

DA geht's morgen lang 😉

Schweiss loswerden!

Schweiss loswerden!

Klettertour zum Cachoeira

Klettertour zum Cachoeira

Libelle

Libelle

Guide vermisst Aufmerksamkeit...

Guide vermisst Aufmerksamkeit...

Livemusik am Lagerfeuer

Livemusik am Lagerfeuer

Meditieren unter eiskaltem Cachoiera

Meditieren unter eiskaltem Cachoiera

Ausblick nach erster Etappe

Ausblick nach erster Etappe

Nadav - Israeli :) und Anna im Hintergrund

Nadav - Israeli 🙂 und Anna im Hintergrund

Auf dem letzten Stückchen ereignete sich der Hit des ganzen Tripps: wir – halb tot, geschunden und nach Erlösung wimmernd – wurden von der Dona (die Herrin des Hauses unserer letzten Übernachtung) im Rennschritt überholt! IN FLIPFLOPS und mit einem RIESEN SACK auf dem Rücken. Ihr Ehemann und noch ein weiterer Geselle auf Eseln versuchten mit Dona Schritt zu halten! Es war ein einziges Spektakel für unsere Gemüter! Eine Ironie! Auch hiervon existieren belegende Fotos 😉

DONA in Flippflopps!

DONA in Flippflopps!

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Schliesslich zurück in der Zivilisation, wo uns ein Bus zurück nach Lençois bringen sollte, bewunderten wir gemeinsam jedes Gebäude und jede noch so erbärmliche Brücke. Ich trank die beste Guaraná mit Limone meines Lebens und fühlte mich richtig gut, richtig tot! Das war es schliesslich, was Anna und ich uns von dem Trekking erhofft hatten: das angefressene Fett vom Körper geschwitzt!

Der letzte Abend bestand aus einem scheusslichen Essen in einem teuren argentinischen Restaurant, danach einigen Minuten im Internetcafe, wo der Guide Anna ein letztes Mal „für eine Nacht“ überreden wollte (was ihm nicht gelang :-D), danach machten wir uns auf den Weg zum Rodoviaria, wo wir um 23.00 einen Bus nach Feira de Santana nahmen.

Panorama auf dem Tafelberg Castelo

Panorama auf dem Tafelberg Castelo

Schlaflager

Schlaflager

Hängematte-Idyll am Ende der Welt

Hängematte-Idyll am Ende der Welt

ein kleines Paradies

ein kleines Paradies

TOD nach Aufstieg auf Castelo

TOD nach Aufstieg auf Castelo

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Guide versucht's mit jeder ^^

Guide versucht's mit jeder ^^

crazy stunts

crazy stunts

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Opfer Nr.1 von Guide

Opfer Nr.1 von Guide

Der Blick sagt alles :-D

Der Blick sagt alles 😀

fröhlicher Frühstückstisch, njammi!

fröhlicher Frühstückstisch, njammi!

Tarzan der Tafelberge!

Tarzan der Tafelberge!

Nadav

Nadav

Anna's Riesenblatern...

Anna's Riesenblatern...

"WOW Zivilisation!"

"WOW Zivilisation!"

Beste Guaraná meines LEBENS ;-P

Beste Guaraná meines LEBENS ;-P

THE GUARANÁ xD

THE GUARANÁ xD

hmmmm...

hmmmm...



Stella Maris – Praia Forte – Imbassaí

4 04 2012
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extra für mini Grossi und dYasmina =)

Fabricio, der "brötelnde" Architekt

Fabricio, der "brötelnde" Architekt

Ich hatte eine skeptische Einstellung gegenüber dem Kontaktmann von Fabricio, das stellte sich aber voll und ganz als überflüssig heraus. Es war ein supernetter Kerl, der höchsten Wert auf Gastfreundschaft legt. Davi – so heisst er – nahm uns in die besten Restaurants mit, bestellte die besten Speisen, die ich bisher in Brasilien gegessen hatte (nämlich Pititinga und Moqueca de Camarão), der Strand, welcher nur zwei Blocks entfernt war, stellte sich als ebenfalls sehr schön heraus, zudem konnte ich meine Wäsche waschen, gratis bei ihm übernachten und überhaupt war es einfach ein wunderbar angenehmer Aufenthalt. Nach dem ersten Restaurantbesuch war ich so übervoll, dass ich ein „MoquecaBaby“ vor mir hertragen musste und – ernsthaft – kaum noch gehen konnte!!!

Am selben Abend, bzw. in jener Nacht, ging es dann sogar noch in den Ausgang – mit Intro: ein Anfang nahm das Ganze im lebendigsten Nachtquartier der Stadt, es war tatsächlich so crowded wie an einem Openair. Danach gings dann weiter in eine Discoteke, wo sogar ich – trotz furchtbarer Müdigkeit – ein wenig auftaute und mich der rythmischen Musik hingab.

Die gesamte Zeit über blieb ich mit Anna in Kontakt, denn ich hatte mich entschieden, auf sie zu warten. Wir wollten – nach dem ganzen Pass-etc.-Ghetto – einen gemeinsamen Tripp in den Nationalpark Chapada Diamantina machen.

So wartete ich denn einige Tage in Stella Maris – mit Restaurantbesuchen war die Zeit schnell um 🙂 – bis ich und Fabricio am Wochenende den Bus nach Praia Forte nahmen. Dort besuchten wir das „Project Tamar“, eine Schildkrötenstation. Es gab sowohl eine Aufzucht von Schildkröten, als auch eine Art Museum mit lebendigen und toten Exemplaren. Ich fand die Station recht gut, denn sie war durch ettliche sehr aussagekräftige Comix durchaus ansprechend für jegliche Altersklassen. Zudem wäre ich an rein Geschriebenem glatt vorbeigelaufen, während die süssen Cartoons meinen Blick auf sich zogen.

Praia Forte wurde von Fabricio gerade zu angebetet. Er liess ein „WOW“ nach dem andern fahren, denn – wie er mich unterrichtete – war hier die Architektur in Dingen Dorfstruktur absolut genial und perfekt! Tatsächlich empfand ich Praia Forte als einen Ort mit sehr positiver Ausstrahlung, wenn auch ich nicht wusste, woran das lag. Es gab einen Hauptgehweg, der in der Mitte durch Palmen und anderes Grün getrennt war, es fuhren keine Autos im Zentrum herum, ausschliesslich Velotaxis waren erlaubt. Zudem schmückten ab und zu wunderschöne Blumendecken den Weg und die Restaurants. An der Hauptstrasse fand man Restaurants, Sorveterias, Bikini- und Flipflop-Läden, Schmuck- und Kunst-Atelliers, etc. Der Hauptweg führte zudem direkt zur Strandparade, dem Hafen und dem Turtle-Projekt.

Trotz all der positiven architektonischen Energie, trieb uns der Hostelpreis schon am nächsten Tag weiter: Imbassaí war unser nächstes Ziel. Überraschend liess uns der Bus im Nowhere raus und wir mussten ein Mototaxi nehmen – was mich selbstverständlich höchst erfreute 😉 Wir waren beide sehr misstrauisch, als uns die beiden Motos ans Ende der Welt brachten, nachdem wir das Hihostel IN Imbassaí verlangt hatten. Das klärte sich jedoch bald: Imbassaí war keineswegs ein richtiges Dorf, es war eher eine Oase der Ruhe und der Einsiedler oder Aussteiger. Auch der Hihostel-Führer war ein Argentinier, der sich aus der Drogenszene gezogen hatte um in Brasilien Imbassaí ein neues Leben samt neuer Frau und Kindern zu beginnen, fern von allen Drogen… Glücklicherweise war der Strand trotz dem „Ende der Welt“ nur etwa 10 Minuten zu Fuss entfernt, unterwegs entdeckten wir SOGAR ein Restaurant! Der Strand war ellenlang und ziemlich beeindruckend im Abendlicht. Doch nach einer müden Fotosession machten wir uns auch schon wieder auf den Weg zum Supermärktli, um uns ein Abendessen zu besorgen. Wir hatten also reichlich faule Tage zu verzeichnen… 🙂

Imbassaí

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