Chapada Diamantina

4 04 2012

Auf dem Weg von Imbassaí zurück nach Stella Maris, trafen wir uns mit Anna in Praia Forte. Sie hatte unterdessen einen Übergangspass erhalten und war von Brasilia zurück nach Salvador geflogen, wo sie einige Tage die Stadt erkundet hatte. Wir machten einen Stopp in einem der beiden grossen Shoppings um Salvador um für mich ein paar wandertaugliche Turnschuhe zu ergattern. Bisher hatte ich nämlich kein Glück mit schlauen Schuhen in Salvador gehabt. Wir fanden dort ein Sportgeschäft und ich kaufte eine Art Mischmasch aus Turn- und Wanderschuh. Nichts im vergleich zu meinen schmutzigen, billigen, superbequemen, wie angegossen passenden Turnschuhe von Dosenbach, aber wenigstens wieder ein paar Schuhe. Immer noch brodelt in mir Wut auf, wenn ich darüber nachgrüble, wie die fette grunzende dumme Frau in meinem Zimmer mir ein bikini und alte dreckige Turnschuhe stehlen konnte!!! ^^

Kissen im Safe...

Kissen im Safe...

Lençois

Lençois

Brandlandschaft

Brandlandschaft

Anna wurde noch in unseren freudigen Wahn für Acarajé eingeweiht, und auch sie verfiel dem Wahn 😛 Danach gab es noch eine letzte Pititinga-Moqueca-de-Camarão-Runde mit Davi, dann brachen Anna und ich nach Lençois, Hauptort von Chapada Diamantina, auf.

Gleich an der Bushaltestelle wurden wir von verschiedenen Guides unter die Fittiche genommen, sie erklärten alle samt, sie seine die besten und günstigsten Tourguides, sie führten die besten Tours und kochten das beste Essen… Wir gingen einem jungen wildhaarigen Braunen auf den Leim: für ca. 300 CHF unternahmen wir eine Tour von 4 Tagen. Der erste Tag bestand hauptsächlich aus herumchauffiert werden, kleine anspruchsvolle Spaziergänge zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten unternehmen und uns auf das Kommende einzustimmen. Gleich an diesem Tag trafen Anna und ich zwei junge Männer, welche schon neben uns beim Frühstückstisch im unsympatischen Hi-Hostel gesessen hatten (unfreundlich weil: sie verlangten von einem Typ einen unangekündigeten unerhörten Preis, für eine Dienstleistung, welche sie nicht einmal erbracht hatten, als dieser dann nicht gleich zahlen wollte und sich beschwerte, meldeten sie ihn bei der internationalen Hi-Hostel-Organisation, damit er nie mehr in ein Hi-Hostel konnte!!!). Im letzten Moment bevor sich unsere Wege wieder trennten sprach uns der grosse junge Mann an, sprach Englisch. Schliesslich schlugen wir ihnen vor, die 3 tägige folgende Wandertour mitzumachen (um so unseren Preisanteil zu drücken und auch um einige andere Charaktere dabei zu haben ;), zudem stellte sich heraus, dass der grosse Typ ein Schweizer, und der kleine ein sehr sympatischer Israeli war.

Pati Valley

Pati Valley

c. am blödele

c. am blödele

was füre Poose...

was füre Poose...

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Ich muss das ganze etwas runterkürzen, denn ansonsten werd ich nie zum heutigen Tage gelangen 🙂 Zudem lässt mich meine Memoria schon wieder etwas im Stich und ich muss tief graben um mich an Details zu erinnern.

Auf jeden Fall war die Sache in fast jeder Hinsicht ein Erfolg: das Geld lohnte sich; wir sahen neue Dinge wie zum Beispiel „wandern über ausgetrockneten Meeresgrund“, ziemlich spektakulär mit all den in Steinen erstarrten Muscheln und sonstigen tieflebigen Meerestieren, dann war da unser Guide, der aber hallo gut kochte!!! Es gab sogar ein Gourmet-Curry!!! Anna und ich wären uns definitiv auf den Wecker gegangen, hätten wir nicht die zwei Männer überredet, mitzukommen! Allerdings stellte sich während der Wanderung heraus, dass wir alle seeeehr starke Charaktere besassen und somit konnte jede Sekunde zu einer Lavaexplosion werden 😀 Ich fühlte mich vom Schweizer (der den Blog vielleich ebenso lies – hallo Alex 🙂 durch mein Alter etwas diskriminiert, der Israeli hatte starke Schmerzen dank eines Tumors und murrte somit bald einmal über den Rest des Trupps, der regelrecht davon rannte. Anna ärgerte sich ein bisschen über alle und der Guide war sowieso ein Unikum: er wollte das Zentrum ALLER sein, oder aber er war so beleidigt, dass er den ganzen Tag zurücklegte, während er eine Distanz von etwa 300Metern zwischen uns wahrte 🙂 Und über meine Mängel muss ich ja wohl kaum schreiben, ihr kennt mich ja alle bestens (nörgle, zickle, bossy, ever-hungry, etc.)… Ein weiterer Erfolg bestand in der körperlichen Anstrengung, beziehungsweise Abnutzung: unsere Musklen bauten sich zwar auf, aber dies ahmte sogleich auch unser verwöhnte Freund der Bauch nach: wir assen ungefähr doppelt so viel wie gewöhnlich! Zudem hatte fast jeder von uns eine grössere Klage loszuwerden: Anna hatte zwei fette riesen Blatern, die bis aufs Fleisch hinuntergingen (davon gibts natürlich ein Foto!), der Israeli hatte einen nicht-wachsenden Tumor im Nacken, der besonders beim Abstieg zu schaffen machte, der Guide regte sich sowieso über unser Desinteresse an ihm auf und ich – ich hatte an jedem Fuss fünf Blatern und meine Knie liefen schwärzlich an, taten ebenfalls besonders beim Abstieg höllisch weh. Ich outete mich also als jüngstes grösstes Wrack, ich war der Klotz am Fuss des Trupps. Am letzten unserer taffen drei Wandertage machte sich mein Schmerz dann auch durch meine Miene bemerkbar; ich schnautzte den Guide ungehalten an und schweig fast den gesamten Rest des Tages! ^^ Zu meinen gebeinlichen Schmerzen waren Menstruationskrämpfe und Durchfall wegen irgendeiner Nahrung hinzugekommen 😀

Anna

Anna

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Gruta Azul

Gruta Azul

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Anna fasziniert von Minikokosnüssen

Anna fasziniert von Minikokosnüssen

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CHAAALT!!! (20°C)

CHAAALT!!! (20°C)

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Die Natur hat alles vor uns erfunden...

Die Natur hat alles vor uns erfunden...

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Stalag---

Stalag---

hmpf!

hmpf!

Unbeschreiblich!

Unbeschreiblich!

Wolken trohnen wie Wattebäuscheli auf den Tafelbergen von Chapada Diamantina

Wolken trohnen wie Wattebäuscheli auf den Tafelbergen von Chapada Diamantina

Cameleon in Action!

Cameleon in Action!

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dunkler Fleck = Fledermäuse

dunkler Fleck = Fledermäuse

Jungs am Lagerfeuer

Jungs am Lagerfeuer

Flora

Flora

DA geht's morgen lang ;)

DA geht's morgen lang 😉

Schweiss loswerden!

Schweiss loswerden!

Klettertour zum Cachoeira

Klettertour zum Cachoeira

Libelle

Libelle

Guide vermisst Aufmerksamkeit...

Guide vermisst Aufmerksamkeit...

Livemusik am Lagerfeuer

Livemusik am Lagerfeuer

Meditieren unter eiskaltem Cachoiera

Meditieren unter eiskaltem Cachoiera

Ausblick nach erster Etappe

Ausblick nach erster Etappe

Nadav - Israeli :) und Anna im Hintergrund

Nadav - Israeli 🙂 und Anna im Hintergrund

Auf dem letzten Stückchen ereignete sich der Hit des ganzen Tripps: wir – halb tot, geschunden und nach Erlösung wimmernd – wurden von der Dona (die Herrin des Hauses unserer letzten Übernachtung) im Rennschritt überholt! IN FLIPFLOPS und mit einem RIESEN SACK auf dem Rücken. Ihr Ehemann und noch ein weiterer Geselle auf Eseln versuchten mit Dona Schritt zu halten! Es war ein einziges Spektakel für unsere Gemüter! Eine Ironie! Auch hiervon existieren belegende Fotos 😉

DONA in Flippflopps!

DONA in Flippflopps!

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Schliesslich zurück in der Zivilisation, wo uns ein Bus zurück nach Lençois bringen sollte, bewunderten wir gemeinsam jedes Gebäude und jede noch so erbärmliche Brücke. Ich trank die beste Guaraná mit Limone meines Lebens und fühlte mich richtig gut, richtig tot! Das war es schliesslich, was Anna und ich uns von dem Trekking erhofft hatten: das angefressene Fett vom Körper geschwitzt!

Der letzte Abend bestand aus einem scheusslichen Essen in einem teuren argentinischen Restaurant, danach einigen Minuten im Internetcafe, wo der Guide Anna ein letztes Mal „für eine Nacht“ überreden wollte (was ihm nicht gelang :-D), danach machten wir uns auf den Weg zum Rodoviaria, wo wir um 23.00 einen Bus nach Feira de Santana nahmen.

Panorama auf dem Tafelberg Castelo

Panorama auf dem Tafelberg Castelo

Schlaflager

Schlaflager

Hängematte-Idyll am Ende der Welt

Hängematte-Idyll am Ende der Welt

ein kleines Paradies

ein kleines Paradies

TOD nach Aufstieg auf Castelo

TOD nach Aufstieg auf Castelo

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Guide versucht's mit jeder ^^

Guide versucht's mit jeder ^^

crazy stunts

crazy stunts

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Opfer Nr.1 von Guide

Opfer Nr.1 von Guide

Der Blick sagt alles :-D

Der Blick sagt alles 😀

fröhlicher Frühstückstisch, njammi!

fröhlicher Frühstückstisch, njammi!

Tarzan der Tafelberge!

Tarzan der Tafelberge!

Nadav

Nadav

Anna's Riesenblatern...

Anna's Riesenblatern...

"WOW Zivilisation!"

"WOW Zivilisation!"

Beste Guaraná meines LEBENS ;-P

Beste Guaraná meines LEBENS ;-P

THE GUARANÁ xD

THE GUARANÁ xD

hmmmm...

hmmmm...



Stella Maris – Praia Forte – Imbassaí

4 04 2012
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extra für mini Grossi und dYasmina =)

Fabricio, der "brötelnde" Architekt

Fabricio, der "brötelnde" Architekt

Ich hatte eine skeptische Einstellung gegenüber dem Kontaktmann von Fabricio, das stellte sich aber voll und ganz als überflüssig heraus. Es war ein supernetter Kerl, der höchsten Wert auf Gastfreundschaft legt. Davi – so heisst er – nahm uns in die besten Restaurants mit, bestellte die besten Speisen, die ich bisher in Brasilien gegessen hatte (nämlich Pititinga und Moqueca de Camarão), der Strand, welcher nur zwei Blocks entfernt war, stellte sich als ebenfalls sehr schön heraus, zudem konnte ich meine Wäsche waschen, gratis bei ihm übernachten und überhaupt war es einfach ein wunderbar angenehmer Aufenthalt. Nach dem ersten Restaurantbesuch war ich so übervoll, dass ich ein „MoquecaBaby“ vor mir hertragen musste und – ernsthaft – kaum noch gehen konnte!!!

Am selben Abend, bzw. in jener Nacht, ging es dann sogar noch in den Ausgang – mit Intro: ein Anfang nahm das Ganze im lebendigsten Nachtquartier der Stadt, es war tatsächlich so crowded wie an einem Openair. Danach gings dann weiter in eine Discoteke, wo sogar ich – trotz furchtbarer Müdigkeit – ein wenig auftaute und mich der rythmischen Musik hingab.

Die gesamte Zeit über blieb ich mit Anna in Kontakt, denn ich hatte mich entschieden, auf sie zu warten. Wir wollten – nach dem ganzen Pass-etc.-Ghetto – einen gemeinsamen Tripp in den Nationalpark Chapada Diamantina machen.

So wartete ich denn einige Tage in Stella Maris – mit Restaurantbesuchen war die Zeit schnell um 🙂 – bis ich und Fabricio am Wochenende den Bus nach Praia Forte nahmen. Dort besuchten wir das „Project Tamar“, eine Schildkrötenstation. Es gab sowohl eine Aufzucht von Schildkröten, als auch eine Art Museum mit lebendigen und toten Exemplaren. Ich fand die Station recht gut, denn sie war durch ettliche sehr aussagekräftige Comix durchaus ansprechend für jegliche Altersklassen. Zudem wäre ich an rein Geschriebenem glatt vorbeigelaufen, während die süssen Cartoons meinen Blick auf sich zogen.

Praia Forte wurde von Fabricio gerade zu angebetet. Er liess ein „WOW“ nach dem andern fahren, denn – wie er mich unterrichtete – war hier die Architektur in Dingen Dorfstruktur absolut genial und perfekt! Tatsächlich empfand ich Praia Forte als einen Ort mit sehr positiver Ausstrahlung, wenn auch ich nicht wusste, woran das lag. Es gab einen Hauptgehweg, der in der Mitte durch Palmen und anderes Grün getrennt war, es fuhren keine Autos im Zentrum herum, ausschliesslich Velotaxis waren erlaubt. Zudem schmückten ab und zu wunderschöne Blumendecken den Weg und die Restaurants. An der Hauptstrasse fand man Restaurants, Sorveterias, Bikini- und Flipflop-Läden, Schmuck- und Kunst-Atelliers, etc. Der Hauptweg führte zudem direkt zur Strandparade, dem Hafen und dem Turtle-Projekt.

Trotz all der positiven architektonischen Energie, trieb uns der Hostelpreis schon am nächsten Tag weiter: Imbassaí war unser nächstes Ziel. Überraschend liess uns der Bus im Nowhere raus und wir mussten ein Mototaxi nehmen – was mich selbstverständlich höchst erfreute 😉 Wir waren beide sehr misstrauisch, als uns die beiden Motos ans Ende der Welt brachten, nachdem wir das Hihostel IN Imbassaí verlangt hatten. Das klärte sich jedoch bald: Imbassaí war keineswegs ein richtiges Dorf, es war eher eine Oase der Ruhe und der Einsiedler oder Aussteiger. Auch der Hihostel-Führer war ein Argentinier, der sich aus der Drogenszene gezogen hatte um in Brasilien Imbassaí ein neues Leben samt neuer Frau und Kindern zu beginnen, fern von allen Drogen… Glücklicherweise war der Strand trotz dem „Ende der Welt“ nur etwa 10 Minuten zu Fuss entfernt, unterwegs entdeckten wir SOGAR ein Restaurant! Der Strand war ellenlang und ziemlich beeindruckend im Abendlicht. Doch nach einer müden Fotosession machten wir uns auch schon wieder auf den Weg zum Supermärktli, um uns ein Abendessen zu besorgen. Wir hatten also reichlich faule Tage zu verzeichnen… 🙂

Imbassaí

Imbassaí

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