Feira de Santana – ein kleiner Horror

19 04 2012

Ein kleiner Artikel, aber doch erwähnenswert: 17h verbrachten wir an diesem tragischen Ort…

Üble Erkältung...

Üble Erkältung...

Wider unseres Erwartens kamen wir dort schon um 5Uhr Morgens an, dann stellten wir uns für 2-3h Wartezeit ein, hielten uns mit Orangensaft, Kaffee und Crackers wach um schliesslich festzustellen, dass wir einen ganzen Tag warten durften, um einen Anschlussbus nach Recife zu kriegen. In Lençois hatte ich extra gefragt, aber wie so oft wurden dämliche Touristen offenbar mit Falschinformationen gefüttert. Wir wollten es uns denn also auf den freundlichen Stühlen bequem machen, um ein paar Stündchen zu schlafen – NICHTS DA! Ein Polizist hatte es sich zu unserer Misgunst zur Aufgabe gemacht, die Leute nicht schlafen zu lassen! Sogar SITZENDE Leute wagte er mit warnendem Gefuchtel aufzuscheuchen! Ich ärgerte mich gehörig über ihn, fand mich aber schliesslich damit ab, da ich als Ausweg Computer mit Internet gesichtet hatte: Ich setzte mich also an die Arbeit, schrieb meinen Blog brav weiter. Ganz wie’s das Schicksal wollte, schrieb ich ungefähr 1.5h vergebens; denn als ich das ganze speichern wollte, war alles verschwunden. Ich wollte mir die Haare ausreissen, als ich begriff, dass ich Internet Explorer als Browser verwendet hatte, und doch schon einige Male festgestellt hatte, dass es dort meine Texte nicht speichern konnte! Mein Fehler! Demotiviert setzte ich mich also zu Anna, die gänzlich am Ende ihrer Kräfte war, denn der Polizist hatte sich gut um sie gekümmert… Unser Bus hatte schliesslich noch 3h Verspätung, was uns fast in den Wahnsinn trieb: 17h an diesem verfluchten Busterminal, ich sage euch, da WIRD man irre!

Als der sehnlichst erwartete Bus dann endlich kam, begrüsste uns ein Schwall von Pisse- und Modergestank. Kein Scherz. Es war der übelste Bus, in dem ich in Brasilien gefahren bin. Die Toilette schrieb Geschichte: der Boden war überschwemmt mit Seife, SCHEISSE und Pisse, vielleicht fand sich da auch noch Kotze und Klopapier. Auf jeden Fall ging ich mit einem Trauma von dannen.

Soviel zu Santana 😀



Chapada Diamantina

4 04 2012

Auf dem Weg von Imbassaí zurück nach Stella Maris, trafen wir uns mit Anna in Praia Forte. Sie hatte unterdessen einen Übergangspass erhalten und war von Brasilia zurück nach Salvador geflogen, wo sie einige Tage die Stadt erkundet hatte. Wir machten einen Stopp in einem der beiden grossen Shoppings um Salvador um für mich ein paar wandertaugliche Turnschuhe zu ergattern. Bisher hatte ich nämlich kein Glück mit schlauen Schuhen in Salvador gehabt. Wir fanden dort ein Sportgeschäft und ich kaufte eine Art Mischmasch aus Turn- und Wanderschuh. Nichts im vergleich zu meinen schmutzigen, billigen, superbequemen, wie angegossen passenden Turnschuhe von Dosenbach, aber wenigstens wieder ein paar Schuhe. Immer noch brodelt in mir Wut auf, wenn ich darüber nachgrüble, wie die fette grunzende dumme Frau in meinem Zimmer mir ein bikini und alte dreckige Turnschuhe stehlen konnte!!! ^^

Kissen im Safe...

Kissen im Safe...

Lençois

Lençois

Brandlandschaft

Brandlandschaft

Anna wurde noch in unseren freudigen Wahn für Acarajé eingeweiht, und auch sie verfiel dem Wahn 😛 Danach gab es noch eine letzte Pititinga-Moqueca-de-Camarão-Runde mit Davi, dann brachen Anna und ich nach Lençois, Hauptort von Chapada Diamantina, auf.

Gleich an der Bushaltestelle wurden wir von verschiedenen Guides unter die Fittiche genommen, sie erklärten alle samt, sie seine die besten und günstigsten Tourguides, sie führten die besten Tours und kochten das beste Essen… Wir gingen einem jungen wildhaarigen Braunen auf den Leim: für ca. 300 CHF unternahmen wir eine Tour von 4 Tagen. Der erste Tag bestand hauptsächlich aus herumchauffiert werden, kleine anspruchsvolle Spaziergänge zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten unternehmen und uns auf das Kommende einzustimmen. Gleich an diesem Tag trafen Anna und ich zwei junge Männer, welche schon neben uns beim Frühstückstisch im unsympatischen Hi-Hostel gesessen hatten (unfreundlich weil: sie verlangten von einem Typ einen unangekündigeten unerhörten Preis, für eine Dienstleistung, welche sie nicht einmal erbracht hatten, als dieser dann nicht gleich zahlen wollte und sich beschwerte, meldeten sie ihn bei der internationalen Hi-Hostel-Organisation, damit er nie mehr in ein Hi-Hostel konnte!!!). Im letzten Moment bevor sich unsere Wege wieder trennten sprach uns der grosse junge Mann an, sprach Englisch. Schliesslich schlugen wir ihnen vor, die 3 tägige folgende Wandertour mitzumachen (um so unseren Preisanteil zu drücken und auch um einige andere Charaktere dabei zu haben ;), zudem stellte sich heraus, dass der grosse Typ ein Schweizer, und der kleine ein sehr sympatischer Israeli war.

Pati Valley

Pati Valley

c. am blödele

c. am blödele

was füre Poose...

was füre Poose...

P1030502

Ich muss das ganze etwas runterkürzen, denn ansonsten werd ich nie zum heutigen Tage gelangen 🙂 Zudem lässt mich meine Memoria schon wieder etwas im Stich und ich muss tief graben um mich an Details zu erinnern.

Auf jeden Fall war die Sache in fast jeder Hinsicht ein Erfolg: das Geld lohnte sich; wir sahen neue Dinge wie zum Beispiel „wandern über ausgetrockneten Meeresgrund“, ziemlich spektakulär mit all den in Steinen erstarrten Muscheln und sonstigen tieflebigen Meerestieren, dann war da unser Guide, der aber hallo gut kochte!!! Es gab sogar ein Gourmet-Curry!!! Anna und ich wären uns definitiv auf den Wecker gegangen, hätten wir nicht die zwei Männer überredet, mitzukommen! Allerdings stellte sich während der Wanderung heraus, dass wir alle seeeehr starke Charaktere besassen und somit konnte jede Sekunde zu einer Lavaexplosion werden 😀 Ich fühlte mich vom Schweizer (der den Blog vielleich ebenso lies – hallo Alex 🙂 durch mein Alter etwas diskriminiert, der Israeli hatte starke Schmerzen dank eines Tumors und murrte somit bald einmal über den Rest des Trupps, der regelrecht davon rannte. Anna ärgerte sich ein bisschen über alle und der Guide war sowieso ein Unikum: er wollte das Zentrum ALLER sein, oder aber er war so beleidigt, dass er den ganzen Tag zurücklegte, während er eine Distanz von etwa 300Metern zwischen uns wahrte 🙂 Und über meine Mängel muss ich ja wohl kaum schreiben, ihr kennt mich ja alle bestens (nörgle, zickle, bossy, ever-hungry, etc.)… Ein weiterer Erfolg bestand in der körperlichen Anstrengung, beziehungsweise Abnutzung: unsere Musklen bauten sich zwar auf, aber dies ahmte sogleich auch unser verwöhnte Freund der Bauch nach: wir assen ungefähr doppelt so viel wie gewöhnlich! Zudem hatte fast jeder von uns eine grössere Klage loszuwerden: Anna hatte zwei fette riesen Blatern, die bis aufs Fleisch hinuntergingen (davon gibts natürlich ein Foto!), der Israeli hatte einen nicht-wachsenden Tumor im Nacken, der besonders beim Abstieg zu schaffen machte, der Guide regte sich sowieso über unser Desinteresse an ihm auf und ich – ich hatte an jedem Fuss fünf Blatern und meine Knie liefen schwärzlich an, taten ebenfalls besonders beim Abstieg höllisch weh. Ich outete mich also als jüngstes grösstes Wrack, ich war der Klotz am Fuss des Trupps. Am letzten unserer taffen drei Wandertage machte sich mein Schmerz dann auch durch meine Miene bemerkbar; ich schnautzte den Guide ungehalten an und schweig fast den gesamten Rest des Tages! ^^ Zu meinen gebeinlichen Schmerzen waren Menstruationskrämpfe und Durchfall wegen irgendeiner Nahrung hinzugekommen 😀

Anna

Anna

P1030520

P1030514

P1030538

Gruta Azul

Gruta Azul

P1030564

Anna fasziniert von Minikokosnüssen

Anna fasziniert von Minikokosnüssen

P1030595

P1030597

P1030470

CHAAALT!!! (20°C)

CHAAALT!!! (20°C)

P1030532

P1030538

Die Natur hat alles vor uns erfunden...

Die Natur hat alles vor uns erfunden...

P1030624

Stalag---

Stalag---

hmpf!

hmpf!

Unbeschreiblich!

Unbeschreiblich!

Wolken trohnen wie Wattebäuscheli auf den Tafelbergen von Chapada Diamantina

Wolken trohnen wie Wattebäuscheli auf den Tafelbergen von Chapada Diamantina

Cameleon in Action!

Cameleon in Action!

P1030677

dunkler Fleck = Fledermäuse

dunkler Fleck = Fledermäuse

Jungs am Lagerfeuer

Jungs am Lagerfeuer

Flora

Flora

DA geht's morgen lang ;)

DA geht's morgen lang 😉

Schweiss loswerden!

Schweiss loswerden!

Klettertour zum Cachoeira

Klettertour zum Cachoeira

Libelle

Libelle

Guide vermisst Aufmerksamkeit...

Guide vermisst Aufmerksamkeit...

Livemusik am Lagerfeuer

Livemusik am Lagerfeuer

Meditieren unter eiskaltem Cachoiera

Meditieren unter eiskaltem Cachoiera

Ausblick nach erster Etappe

Ausblick nach erster Etappe

Nadav - Israeli :) und Anna im Hintergrund

Nadav - Israeli 🙂 und Anna im Hintergrund

Auf dem letzten Stückchen ereignete sich der Hit des ganzen Tripps: wir – halb tot, geschunden und nach Erlösung wimmernd – wurden von der Dona (die Herrin des Hauses unserer letzten Übernachtung) im Rennschritt überholt! IN FLIPFLOPS und mit einem RIESEN SACK auf dem Rücken. Ihr Ehemann und noch ein weiterer Geselle auf Eseln versuchten mit Dona Schritt zu halten! Es war ein einziges Spektakel für unsere Gemüter! Eine Ironie! Auch hiervon existieren belegende Fotos 😉

DONA in Flippflopps!

DONA in Flippflopps!

P1040063

Schliesslich zurück in der Zivilisation, wo uns ein Bus zurück nach Lençois bringen sollte, bewunderten wir gemeinsam jedes Gebäude und jede noch so erbärmliche Brücke. Ich trank die beste Guaraná mit Limone meines Lebens und fühlte mich richtig gut, richtig tot! Das war es schliesslich, was Anna und ich uns von dem Trekking erhofft hatten: das angefressene Fett vom Körper geschwitzt!

Der letzte Abend bestand aus einem scheusslichen Essen in einem teuren argentinischen Restaurant, danach einigen Minuten im Internetcafe, wo der Guide Anna ein letztes Mal „für eine Nacht“ überreden wollte (was ihm nicht gelang :-D), danach machten wir uns auf den Weg zum Rodoviaria, wo wir um 23.00 einen Bus nach Feira de Santana nahmen.

Panorama auf dem Tafelberg Castelo

Panorama auf dem Tafelberg Castelo

Schlaflager

Schlaflager

Hängematte-Idyll am Ende der Welt

Hängematte-Idyll am Ende der Welt

ein kleines Paradies

ein kleines Paradies

TOD nach Aufstieg auf Castelo

TOD nach Aufstieg auf Castelo

P1030856

P1030872

P1030892

Guide versucht's mit jeder ^^

Guide versucht's mit jeder ^^

crazy stunts

crazy stunts

P1030903

Opfer Nr.1 von Guide

Opfer Nr.1 von Guide

Der Blick sagt alles :-D

Der Blick sagt alles 😀

fröhlicher Frühstückstisch, njammi!

fröhlicher Frühstückstisch, njammi!

Tarzan der Tafelberge!

Tarzan der Tafelberge!

Nadav

Nadav

Anna's Riesenblatern...

Anna's Riesenblatern...

"WOW Zivilisation!"

"WOW Zivilisation!"

Beste Guaraná meines LEBENS ;-P

Beste Guaraná meines LEBENS ;-P

THE GUARANÁ xD

THE GUARANÁ xD

hmmmm...

hmmmm...



Stella Maris – Praia Forte – Imbassaí

4 04 2012
P1030073

extra für mini Grossi und dYasmina =)

Fabricio, der "brötelnde" Architekt

Fabricio, der "brötelnde" Architekt

Ich hatte eine skeptische Einstellung gegenüber dem Kontaktmann von Fabricio, das stellte sich aber voll und ganz als überflüssig heraus. Es war ein supernetter Kerl, der höchsten Wert auf Gastfreundschaft legt. Davi – so heisst er – nahm uns in die besten Restaurants mit, bestellte die besten Speisen, die ich bisher in Brasilien gegessen hatte (nämlich Pititinga und Moqueca de Camarão), der Strand, welcher nur zwei Blocks entfernt war, stellte sich als ebenfalls sehr schön heraus, zudem konnte ich meine Wäsche waschen, gratis bei ihm übernachten und überhaupt war es einfach ein wunderbar angenehmer Aufenthalt. Nach dem ersten Restaurantbesuch war ich so übervoll, dass ich ein „MoquecaBaby“ vor mir hertragen musste und – ernsthaft – kaum noch gehen konnte!!!

Am selben Abend, bzw. in jener Nacht, ging es dann sogar noch in den Ausgang – mit Intro: ein Anfang nahm das Ganze im lebendigsten Nachtquartier der Stadt, es war tatsächlich so crowded wie an einem Openair. Danach gings dann weiter in eine Discoteke, wo sogar ich – trotz furchtbarer Müdigkeit – ein wenig auftaute und mich der rythmischen Musik hingab.

Die gesamte Zeit über blieb ich mit Anna in Kontakt, denn ich hatte mich entschieden, auf sie zu warten. Wir wollten – nach dem ganzen Pass-etc.-Ghetto – einen gemeinsamen Tripp in den Nationalpark Chapada Diamantina machen.

So wartete ich denn einige Tage in Stella Maris – mit Restaurantbesuchen war die Zeit schnell um 🙂 – bis ich und Fabricio am Wochenende den Bus nach Praia Forte nahmen. Dort besuchten wir das „Project Tamar“, eine Schildkrötenstation. Es gab sowohl eine Aufzucht von Schildkröten, als auch eine Art Museum mit lebendigen und toten Exemplaren. Ich fand die Station recht gut, denn sie war durch ettliche sehr aussagekräftige Comix durchaus ansprechend für jegliche Altersklassen. Zudem wäre ich an rein Geschriebenem glatt vorbeigelaufen, während die süssen Cartoons meinen Blick auf sich zogen.

Praia Forte wurde von Fabricio gerade zu angebetet. Er liess ein „WOW“ nach dem andern fahren, denn – wie er mich unterrichtete – war hier die Architektur in Dingen Dorfstruktur absolut genial und perfekt! Tatsächlich empfand ich Praia Forte als einen Ort mit sehr positiver Ausstrahlung, wenn auch ich nicht wusste, woran das lag. Es gab einen Hauptgehweg, der in der Mitte durch Palmen und anderes Grün getrennt war, es fuhren keine Autos im Zentrum herum, ausschliesslich Velotaxis waren erlaubt. Zudem schmückten ab und zu wunderschöne Blumendecken den Weg und die Restaurants. An der Hauptstrasse fand man Restaurants, Sorveterias, Bikini- und Flipflop-Läden, Schmuck- und Kunst-Atelliers, etc. Der Hauptweg führte zudem direkt zur Strandparade, dem Hafen und dem Turtle-Projekt.

Trotz all der positiven architektonischen Energie, trieb uns der Hostelpreis schon am nächsten Tag weiter: Imbassaí war unser nächstes Ziel. Überraschend liess uns der Bus im Nowhere raus und wir mussten ein Mototaxi nehmen – was mich selbstverständlich höchst erfreute 😉 Wir waren beide sehr misstrauisch, als uns die beiden Motos ans Ende der Welt brachten, nachdem wir das Hihostel IN Imbassaí verlangt hatten. Das klärte sich jedoch bald: Imbassaí war keineswegs ein richtiges Dorf, es war eher eine Oase der Ruhe und der Einsiedler oder Aussteiger. Auch der Hihostel-Führer war ein Argentinier, der sich aus der Drogenszene gezogen hatte um in Brasilien Imbassaí ein neues Leben samt neuer Frau und Kindern zu beginnen, fern von allen Drogen… Glücklicherweise war der Strand trotz dem „Ende der Welt“ nur etwa 10 Minuten zu Fuss entfernt, unterwegs entdeckten wir SOGAR ein Restaurant! Der Strand war ellenlang und ziemlich beeindruckend im Abendlicht. Doch nach einer müden Fotosession machten wir uns auch schon wieder auf den Weg zum Supermärktli, um uns ein Abendessen zu besorgen. Wir hatten also reichlich faule Tage zu verzeichnen… 🙂

Imbassaí

Imbassaí

P1030295

P1030377

P1030300

P1030302

P1030322

P1030312

P1030335

P1030320

P1030339

P1030341

P1030346

P1030347

P1030349

P1030360

P1030369

P1030373

P1030380

P1030384

P1030397

P1030408

P1030416

P1030430

P1030435

P1030436



Salvador

30 03 2012

P1030143

P1030139

P1030145

P1030113

Mit einer Fähre wurden wir zu dritt ins Lichtermeer von Salvador transportiert. Dort angekommen trennten wir uns: Fabricio ging zu seinem Kontaktmann, ich und Anna suchten das Hostel, das wir zuvor im Internet ausgesucht hatten. Das stellte sich als keineswegs einfach heraus – wie so oft… Aber schliesslich gelangten wir doch noch dorthin und erfuhren, dass der Preis keineswegs mit dem im Internet übereinstimmte… Dies wiederum verstimmte uns etwas, denn wir waren einen qualvoll langen Weg von der Busstation bis zum Hostel gewandert (ich glaube es war fast eine Stunde in unserem langsamen Fussmarschtempo, mit jeweils etwa 20-30kg Gepäck), vorbei an anderen Hostels, nur weil wir erwartet hatten, dieses wäre das günstigste. Wie dem auch sei; wir nahmen all mein Geld in die Hand und machten uns einen schönen Abend: wir gingen in ein superleckeres Restaurant direkt an der Küste, italienisch. Wir bestellten Vorspeisen, Hauptgang und Wein. Zum Schluss holten wir noch ein günstiges Eis 🙂

Das Hostel stellte sich als untoll heraus: ich wurde wahnsinnig von Moskitos verstochen, die Luft im Zimmer war wohl 1000 Jahre alt, denn sie zirkulierte einfach überhaupt nicht. Der Ventilator schien da auch nicht helfen zu können. Das Frühstück liess ebenfalls gross zu wünschen übrig. So suchten wir gleich am nächsten Tag ein anderes Hostel auf. Es wurde zu einem Sprinter-Stress-Tag für mich. Zuerst lud ich mein Gepäck im Hostel ab, dann rannte ich mit Anna in der uns unbekannten Stadt herum, um noch schnell Passfotos vor dem Abflug nach Brasilia zu schiessen, zudem sollte ich noch etwas Geld spucken 😉 Schliesslich rann uns die Zeit wie Sand durch die Finger und wir fanden keinen funktionierenden Bankomaten. Alles ging jedoch irgendwie gut, Anna nahm notfallmässig ein Taxi zum Flughafen und ich – ich war einfach ein verschwitztes Wrack, als ich mich auf die Steine vor dem Hostel plumpsen liess, um – wie vereinbart – auf Fabricio zu warten.

P1030262

P1030252

P1030267

Zu zweit erkundeten wir die Stadt, besuchten das Afro-Brasileiro-Museum und einen berühmt-berüchtigten Markt, der sich halbwegs als Fauxpass herausstellte: er war nicht etwa 10 Minuten zu Fuss entfernt, sondern etwa 2h! Allerdings lohnte sich dieser Besuch in meinen Augen, denn ich sah wieder einmal die grausame Gefangenschaft der Tiere: Vögel in winzigen, verschissenen Käfigen, Ziegen mit zusammengebundenen Beinen ganztags am Boden liegend, Meerschweinchen zu 20 auf einem halben Quadratmeter… etc. Ich gab mich als faszinierte Tierliebhaberin aus und konnte so Fotos von diesem Widertum machen…

P1030201

P1030212

P1030160

An einem anderen Tag in Salvador, gingen wir ins Quartier Barra, es handlet sich dabei um eine riesenlange Parade am Meer, mit Palmen, Strand und teuren Restaurants 😉 Wir besuchten das Forte, also die Festung die an der „Ecke“ der Parade trohnte. Sie war keineswegs so spannend wie wir erwartet hatten und so begaben wir uns schon bald auf den Weg zum Italiener, wo ich und Anna schon unser Abendmal verzehrt hatten.

Fabricio kam für eine Nacht auch ins Hostel (welches wir übrigens sehr mochten, denn das Frühstück war das beste in ganz Brasilien und täglich von 5-6 Uhr abends gab es gratis Caipirinhas ohne Grenzen :-D), da dieses im Zentrum war und nicht 2h davon entfernt, wie das Haus seines Kontaktmannes. So hatten wir 2 Tage um durch Salvador zu watscheln. Wir kamen dabei auch in ärmere und heruntergekommene Viertel, aber insgesamt machte die Stadt auf mich einen – für Brasilien – aussergewöhnlich sympatischen und interessanten Eindruck. Zur Information: Salvador hat auch den Übernamen „die Schwarzenstadt“, denn hier sammeln sich die Nachfahren der importierten Sklaven aus dem Westen Afrikas. Der Einfluss ist immens: Capoeira, dessen Geschichte ja grundsätzlich schon aus Sklaven besteht, das Essen (Acarajé (erinnerte mich stark an ein Essen aus Ghana), schärfer als das restliche Essen in Brasilien, Moqueca de Camarao), Kunst die praktisch ausschliesslich afrikanisch erschien und farbige Gebäude und Kirchen an jeder Ecke 🙂 Zudem Handel!

Am Tag nachdem Fabricio im Hostel übernachtet hatte, ging ich mit ihm zum Haus seines Kontaktmannes in Stella Maris – ein recht wohlhabendes Quartier im Osten der Agglomeration Salvadors.

P1030231

P1030109

P1030175

typische Bahia-Bekleidung :)

typische Bahia-Bekleidung 🙂

P1030273



Itacaré – amazing relaxed Australian lady!

19 03 2012

Die Fahrt nach Itacaré war wie ein Film: In kürzester Zeit änderte sich sowohl das Erscheinungsbild der Bauten, als auch das Antlitz der Menschen… Die Häuser sahen all wie baufälliger und gefährlicher aus, die Menschen wurden immer schwärzer. Schöner kann ich das nicht beschreiben. Die ganze Fahrt über alberte ich mit Anna rum, die ganze Zeit über stopfte ich meine geradezu berüchtigten Crackers oder Popcorn in meinen Mund. Der Bus wurde komplett überladen, die Leute reihten sich im Gang aneinander, die Luft war echt unangenehm. Ich fühlte mich schon mehr wie in Afrika als in Brasilien… In Itacaré angekommen wurden wir von einer Argentinierin abgefangen (Sympatisantin Fabricios :-P) die uns in unser Verhängnis lockte. Doch NOCH waren wir uns darüber im Unklaren.

Wir watschelten müde an den zahlreichen romantischen Restaurants vorbei, mit den Gedanken schon im Bett. Anna und ich tuschelten hinter vorgehaltener Hand: wir trauten der Lady nicht und wir ahnten, was kommen würde: ursprünglich hatte sie uns zum Hihostel führen wollen, doch erst weit nach Eintritt in die „Hostelstrasse“ überwand sie sich dazu, jemanden zu fragen, wo sich denn dieses Hostel befände. Da stellte sich – oh Wunder – heraus, dass wir scho weit übers Ziel hinausgeschossen waren. Sie meinte so ganz beiläufig, dass das Hostel, in dem sie arbeite, ganz ganz in der Nähe sei. Anna und ich grinsten uns breit an, schliesslich aber gaben wir der Müdigkeit nach und folgten der Lady.

Die Absteige entpuppte sich als okay, wir freuten uns über den günstigen Preis, der sich auf etwa 13 CHF belief. Die Betten erweckten allerdings mein grösstes Misstrauen, und so flüchteten wir uns zuerst mal in die Dusche, dann in ein teures Abendessen und anschliessend in eine gehörige Portion Party: ich hatte auf dem Weg zum Restaurant eine Bar gesichtet, die meinen Geschmack von Musik traf, zudem waren die Getränke dort bezahlbar. So probierten sich Anna und ich durch die verschiedenen Caipirinhas, Caipirissimas, Roshkas und was es sonst noch alles gab. Gewinner der Saufpartie war definitiv der Caipifruta mit Maracuja. Ausserdem spürten Anna und ich beim letzten Drink überhaupt keinen Alkohol mehr in unserem Getränk, was zur Folge hatte, dass ich mich auf flirtische Weise an den Barkeeper wendete und ihn schliesslich davon überzeugte, dass eine rechte Portion Alkohol fehlte. Er stellte sich dem Problem folgendermassen: „Trink“ sagte er zu mir, bis ich fast die Hälfte des Caipifruta getrunken hatte, dann nahm er eine Alkoholflasche nach der anderen, und kippte sie für lange Sekunden über das Glas… Dies führte nach einer Weile dazu, dass ich Anna hinter mir her auf die Tanzfläche zog, und wir gemeinsam einen Versuch zum Salsa hin starteten.

Es misslang leider halbwegs, denn sowohl unser Tanzstil (sie balettmässig energisch und korrekt, ich betrunken und schwach) als auch das wohlige schwummrige Gefühl des Caipifrutas trugen dazu bei, dass wir mehr oder weniger bei jeder einzelnen Drehung auseinanderflogen, ich in die eine, Anna in die andere Richtung. Trotzdem beschied uns ein kleines Publikum 🙂

Am folgenden Tag wachten wir gerade noch rechtzeitig für das magere Frühstück auf, danach duschten wir alle ausgiebig den Alkoholschweiss aus den Poren und machten uns auf die Suche, nach einer etwas gehobeneren Pousada / Hostel. Auf dieser Tour rannte ich alle paar Meter auf die nächste Toilette, ich hatte immer noch meine Problemchen mit dem Magen, irgendwas unschönes hatte mir schon vor ner Woche den Darm vergrault… Zusätzlich fanden wir heraus, dass alle Pousadas hier in Itacaré so unglaublich günstig waren, und dass wir – so gesehen – einen komplett überhöhten Preis bezahlt hatten – wir Trottel! Schon das reizte uns etwas, aber da wir ja ein PRACHTSTÜCK für die folgende Nacht ausgesucht hatten, konnten wir den Schmerz einstecken… Wir holten also unser Gepäck von der Absteige. Auf dem Weg zum prächtigen Hostel bemerkte Anna lasch, sie hätte ihren kleinen Rucksack bei der Reception vergessen. Frohen Gemüts witzelten wir darüber, dass er doch gestohlen werden könnte, und was das alles für Konsequenzen ergäbe. Also machten wir uns gleich nach dem Gepäcke-ablegen im Hostel auf den Rückweg. Ich und Fabricio setzten uns in eine sympatisches Restaurant, um auf Anna zu warten.

Sie kam – ohne Rucksack. Er war ernsthaft gestohlen worden, die Situation hatte Comix an sich…

Es wurde uns erst später bewusst, was für eine Tragweite das ganze mit sich zog! Wir verbrachten auf jeden Fall den ganzen Tag auf der Polizeistation. Wir assen erst wieder spät abends, aber die Lust zum Essen war Anna gänzlich fern. Sie hatte EXTREM ruhig und beherrscht reagiert. Zwar war sie den Tränen nahe, doch weder flippte sie aus, noch heulte sie uns die Ohren voll. HUT AB vor dieser starken Nervenfrau! Ich war ab sofort in der Funktion als Bankomat und Translaterin tätig, was mit Durchfall zwar nicht lustig, aber durchaus interessant und lehrreich war. Brasilien wurde mir noch unsympatischer (Komplizierung und Unlogik allgegenwärtig), ich lernte, was ich in case alles für mich selbst machen musste und es war eine Abwechslung zum wohlbehüteten Reisen in Brasilien 😉

By the way: was bei Anna alles weg war: alle Kreditkarten, alles Geld, alles Travellercheques, die beiden Kameras (die eine davon gross und teuer!), Pass, sonstige Identitätskarten, alles Fotobackups, Impfbüchlein (ohne welches sie nicht zurück nach Australien kann…), I Pod, ELEKTRISCHE ZAHNBÜRSTE, Necessaire, blablabla.

So entschieden wir, gleich am nächsten Tag nach Salvador zu ziehen. Fabricio kam das entgegen, denn für ihn war Brasilien extrem teuer, und er hatte nicht geplant, so langsam zu reisen. Er wollte also möglichst schnell aus Brasilien, hatte aber auf dem Weg noch einige Bekannte-über-Freunde, bei denen er gratis hausen konnte. Einer davon war in Salvador.

Anna nahm gleich das nächste Flugzeug nach Brasilia (Hauptstadt von Brasilien, architektonisches GROSSwerk), um dort für teures Geld den Übergangspass ausstellen zu lassen.



Arraial d’Ajuda & Porto Seguro

16 03 2012

Back to the beach: Ich traf die Australierin namens Anna gleich am Rodoviaria, allerdings gings mir am ersten Abend so übel, dass wir nur eine ganz kurze gequätschte Unterhaltung über unsere gemeinsamen Pläne führen konnten, danach speedete ich zum Hostel, wo ich mich als aller erstes gleich mal für einige Zeit auf die Toilette verdrückte…

Es ergab sich, dass der argentinische Architekt sich immer noch in Belo Horizonte aufhielt, als Chris und ich im Hostel eintrafen. Nun stellte sich heraus, dass wir auch mehr oder weniger den selben Plan hatten, und so warteten sowohl er als auch Anna darauf, dass meine Brille fertig gestellt wurde, und wir gemeinsam weiterziehen konnten. Wir nahmen einen Bus nach Porto Seguro, wobei sich die Fahrt unendlich hinzog: es war sooo unterkühlt dass wir mit den Zähnen klapperten! Wir kamen nicht mal zu Schlaf weil wir so damit beschäftigt waren, zu frieren!!!

Von Porto Seguro aus nahmen wir gleich die Fähre nach Arraial d’Ajuda und wurden gleich von einer netten, vielsprachigen Frau empfangen, die uns netterweise zum Hostel führte. Wie wir später erfuhren, war diese nette Frau eine Kleinkriminelle, die geradezu berühmt war weil sie so begabt und unauffällig die dämlichen Touristen ausraubte. Daraufhin kontrollierten wir alle halbpanisch unsere Taschen, es war aber zum Glück noch alles da!

[ich werde den Blog morgen weiterschreiben, muss einer weinenden Amerikanierin Platz machen!!!]

Nun, es sind schon wieder Tage vergangen und mein Gedächtnis lässt zu wüschen übrig: allenfalls wollten wir zuerst auch nur ganz kurz in Arraial d’Ajuda bleiben, doch wieder einmal hatte und ein Ort in seinen Bann gezogen. So verbrachten wir die meiste Zeit damit, uns frische Salate mit allem drum und dran zu preparieren, zudem konkurrierten wir mit den Gerichten 🙂 Der Argentinier zauberte zum Beispiel Milanesas auf den Tisch (soll heissen panierte Fleischschnitzel)… Hinzu kamen Massagen, Capirinhas, Comels (furchtbar starker Cachaça mit Honig als Shot serviert), Strand, Strandröte und grosszügiges Bikinishopping! Ich schmiss desübrigen meine beiden ewig geliebten Bikinis – uralt – aus Barcelona weg! *stolz* 😛

Nun fing aber das Laster des gemeinsamen Reisens an: man fühlt sich trügerisch sicher wenn man nicht mehr alleine unterwegs ist, man wird liederlich, man relaxed, man denkt nicht mehr so weit voraus, denn da sind ja noch die andern, die denken können… und so wurde aus meinem sowieso schon reduzierten Sortiment noch weniger: meine uralten, spottbilligen, dreckigen, superbequemen Turnschuhe und eines meiner 2 neuen top Bikinis wurden geklaut! Das mit den Schuhe bemerkte ich, als ich – wieder einmal – in Flipflops auf den Bus rennen wollte, und das mit dem Bikini erst am nächsten Strandstopp…

(Sorry nochmal ne Unterbrechung: Internetschi finish!)

So ging´s dann weiter mit der Fähre nach Porto Seguro, wo wir in dieser Samstag Nacht ausgehen wollten, sogar no eine halbe Flasche Cachaça leerten, um dann nur mächtig enttäuscht zu werden: Das so sagenumwobene Partydorf stellte sich als tote Hose heraus… So drehten wir also lediglich unsere Runde durch den nächtlichen Markt, schauten uns noch einige Fotos auf Fabricios Computer an, danach hauten wir uns aufs Ohr. Am nächsten Tag durften Anna und Fabricio – ich würde behaupten – eine volle Stunde auf mich warten, denn ich war einfach in jedem Punkt langsamer als die beiden: essen, trinken, duschen, schminken, packen… Irgendwann – ENDLICH – machten wir uns auf den Weg zum Rodoviaria, von wo aus wir den Bus nach Itacaré nahmen…

…wo das nächste Unheil auf uns wartete…