Back to São Paulo

15 02 2012

In Assis musste ich (mit Marina) auf den Bus nach São Paulo warten, von dort aus wollte ich dann direkt weiter nach Paraty. Allerdings telefonierten wir dann in die Jugendherberge von Paraty und erfuhren, dass sie für kommende Nacht vollkommen ausgebucht war. So liess ich es offen, ob ich gleich weiter nach Paraty ginge oder nicht. Übrigens fand ich es sehr ironisch, dass ich neben einem Polizisten mit Weste und Waffe platziert war – soviel zu sicher reisen 😀 Im Bus schlief ich dann doch mal endlich ein, doch als ich erst in São Paulo wieder aufwachte, erkannte ich meinen Fehler… ich war mit Brille auf der Nase eingeschlafen. Diese war während der ruckligen Fahrt zu Boden gegangen und von den Füssen zertrampelt worden. Als ich die Bruchstücke meiner Brille zusammensammelte lachte ich allerdings… Fragt mich nicht weshalb xD

Mit einem Einglas vor dem Gesicht, fand ich dank meiner fast schon heimischen Kenntnis von São Paulo die Busstation, wo die Busse nach Paraty starten. Dort müde angekommen, und etwas genervt durch meine sehr eingeschränkte Sicht, erfuhr ich, dass die Busse nach Paraty komplett voll waren, dass erst am nächsten Tag der 2. Bus noch einige wenige Plätze frei hatte. Niedergeschlagen kaufte ich denn also das Ticket für den folgenden Tag. Daraufhin wollte ich mein bereits bekanntes Hostel in São Paulo anrufen um zu fragen, ob sie noch was frei hätten. Zuerst aber funktionierte keines der Telefone, vielleicht lag es auch an meiner Telefonkarte, und als es schliesslich funktionierte, kam ich nicht durch, obwohl ich es mehrere Male probierte… So nahm ich gezwungnermassen das Risiko auf mich und schleppte mich auf den langen Weg zum Hostel. Ich hatte Glück, es gab noch Plätze, obschon Carneval vor der Tür stand… Allerdings traf ich in meinem Zimmer auf eine unschöne Überraschung: eine ins Handy kreischende, zum Teil sogar heulende Person… Zudem grunzte und rotzte sie jede Minute, in der sie nicht am Telefon war. Ich überlebte die Nacht – obschon ich so schlecht wie lange nicht mehr schlief – und machte mich am nächsten Morgen früh auf den Weg nach Paraty.

In der Metrostation stuften sie mich dank meiner Rucksäcke als behindert ein (gleichzustellen mit am Stock gehenden, oder Schwangeren…), und liessen mich so an der riiiiesigen Menge vom Morgenrush vorbei, durch eine extra-Schleuse… Vorzüglich! xD So konnte die Reise nach Paraty bald losgehen…



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29 01 2012

São Paulo ist die Stadt der Kontraste schlechthin (Karton-arm und Bonzen-reich sind Nachbaren auf engstem Raum, die Stadt ist grau was das Zeug hält, aber mittendrin findet sich immer wieder ein Fleckchen Urwald! Faszinierend…)

São Paulo ist auch die Stadt der Schwulen, wobei ich mittlerweile diese Bezeichnung fast schon auf ganz Brasilien ausweiten möchte… 😀 ich habe noch NIE so viele Schwule auf einem Haufen gesehen, an jeder Ecke knutschen sie ausgiebig oder steicheln das Bein des andern ^^ Ein sehr neuer Anblick für meine Augen 🙂

Sehr viele Männer hier haben von Natur aus ein wahnsinns sexy Gesicht, entweder ist es sehr männlich oder auf feminine Art bildhübsch… „Glotz!“

Im Vergleich zu den stadtlichen Frauen hier komm ich mir gerade zu keusch vor! Pompöse Ausschnitte in einem Ausmass, dass wir in der Schweiz nicht kennen, sind hier Alltagsgarderobe! Miniröcke bei denen man den A**** vorlugen sieht, ist auch keine Seltenheit 😀 Aber schöne Frauen hab ich bis jetzt nur sehr wenige gesehen… Allerdings find ich es ziemlich cool, dass hier jeder ganz natürlich körperbetont herumläuft, ganz egal, wie üppig die Rundungen auch ausfallen mögen. Es ist eine sehr lockere Atmosphäre, wo sich keiner für seinen Körper zu schämen wüsste! Respect!

Pommes frites werden hier mit „Stich-Stäbchen“ gegessen (wie heissen diese richtig?)…^^

Das Festival (der 500ste Geburtstag von São Paulo) war nicht wahnsinnig spektakulär, wie ich erwartet hatte, trotzdem sehenswert. Riesige Ansammlung von betrunkenen Brasilianern allen Alters auf verschiedensten Plätzen 🙂 Ich ging an ein Konzert einer sehr speziellen Band, war echt originell!



Meine irdischen Bekanntschaften

25 01 2012

Wenn ich nicht gerade mit Wäsche waschen beschäftigt bin (mach ich jeden Tag von Hand, da alles ziiiiemlich schnellt mufft :-D), dann gehe ich meinem lange vermissten Hobby nach:

o Cavalo

o Cavalo

The Beauty of Nature

The Beauty of Nature

a dream..?

a dream..?

Água de côco

Água de côco

Aber das Zeichnen brachte auch andere Dinge mit sich: da ich dieser Tätigkeit auf dem Dach nachging, wo sozusagen der Aufenthaltsraum der Jugendherberge ist, setzte sich mir gegenüber gestern Abend einfach so ein Typ nieder. Ein leckerer Typ 😉 Wir gingen zusammen Nacht essen(???=znach ässe) und es stellte sich heraus, dass er Australier war, der in Argentinien ein Austauschjahr absolvierte um Spanisch zu lernen. Was bewundernswert an der ganzen Sache war: er absolvierte nun schon seinen 2. Masterabschluss!!! Er hatte Mandarin/Chinesen studiert und nun machte er den Doktor in Medizin! Wow! Sehr lustiger, unterhaltsamer Typ, leider hab ich ihn nicht wieder gesehen, da ich am nächsten Tag früh zum Zoo aufbrach (wo ich im Übrigen keine Fotos machen konnte, da ich heller Kopf vergessen hatte, den Akku aufzuladen!) und er schon abgereist war, als ich zurück kam.

Eine weniger erfreuliche Bekanntschaft entstand am selben Ort: Eine Chinesin aus der Schweiz! Hell! Nur schon diese Mischung lässt mich kalt erschauern! Ich werde mich zügeln und kurz fassen, da eine umfassende Beschreibung hauptsächlich aus Schimpfwörtern bestehen würde! Sie war rein koreanisch-stämmig, konnte aber trotzdem ein sehr hässliches St.Galler-Schweizerdeutsch… Sie meinte – ich zitiere: „Mini Meiteli muss immer im Facebook schribe, was isi mached, wenn si ein Tag nid tuet, tun ich ihri alüte!!! Weisch, ich chan so si immer kontrolliere im Facebook. Ou und ich han da so vil Armuet gseh, weisch, ig ha chöne briege! Ich ha no nie xee so öpis! Ig ha allne Geld gäh, dise arme Lüt! Wo isch dini Mueterli? Du musch ihri alüte! Ich mach is Foti vu dir, denn ich ihri schicke! Hät si Facebook? Weisch isch guet, si cha immer see wo du bisch u was du mache!!! Chasch du mini Füesseli fotographiere? Weisch ig ha Manicure und Pedicure gmachet, und i ha scho lang nid so schöne Fuss kha! Hahaha!!! Ou und kasch au no mini Hend fotographiere? Weisch wuau sind wie Model! Alli Männer do si sooo schön, nämmemer mit? Weisch, so eine sötti hürote, aber weisch, si chömed und gönd, alli Männer gäl? Weisch ig bi 60! I weiss sLäbe! Ig ha gmeint chume guet dure mit Engisch, aber ich sprich kei Spanisch weisch. Seisch du dem Mechaniker, ich find ihm schön! Ou lug da Foti vom Fridhof! So schlimm, alles wie im Keller! Und do hani eine zahlt mit sim Hund damit er am Bode liit und ich ihm chan fotographiere! Chunsch, luegsch mini Foti!“

Die zusammengefasste Nachricht die zwischen den Zeilen dieser gesamten Unterhaltung von 3h steckte (wie wir das im Gymmi so schön zu analysieren lernten…) lautet inetwa: „Ich bin furchtbar dämlich, glaube, alles zu wissen und jede Kultur und jeden Typus von Nationalität zu kennen, obwohl ich noch nie im Leben rumgereist bin, ausser vielleicht in einer geschlossenen Hotelanstalt, wo ich mich aufführe wie Queen! Ja ich kenne auch dein Leben sehr gut, du bist eine kleine Meideli und hast keine Ahnung und musst deine Mammeli telefonieren!“

Ach übrigens: ihre Tochter ist 23 und ihr Mammeli schickt ihr immer noch jeden Monat Geld. Und ihre 2 Söhne erwähnt sie nur ungern, da diese kein Geld mehr von ihr wollen. Sie vertraut einzig ihrer Tochter, ihren Söhnen kein bisschen, denn sie sind ja Männer. Wenn sie stirbt, erbt die Tochter alles, so erzählte sie mir…

Tolles Biest! Sie belästigte mich andauernd, was dazu führte, dass ich aus dem Hostel flüchtete und mich voll und ganz meinem anderen Hobby (ESSEN) widmete! Heute ist sie abgereist: hufffff!

Mein Fazit: Australisches Englisch und „Männlich“ gefällt mir sehr, da muss ich auch mal noch hin 🙂 Und mein Vorurteil gegen Chinesen ist noch weiter ins Negative gerutscht, mittlerweilen bin ich nicht mal mehr sicher, dass ich China überhaupt mal sehen will (wäre ja eine Geldverschwendung, wenn ich mir da drüben nur die Haare ausreissen und mit den Zähnen knirschen würde!). Zudem bin ich ab sofort für ein Immigrations-Verbot gegen Chinesen, damit es nicht noch mehr Schweiz-Chinesen-Mischlinge gibt!!! Sorry, aber das kommt echt horrormässig raus! ;-D So, das musste jetzt einfach mal raus 🙂 Hoffe ich bin niemandem zu sehr auf die Nase getreten…



Meine ersten Tage in São Paulo

23 01 2012

Zuerst schlief ich deftig aus, soll heissen bis ca. Mittags Ortszeit. Dann markierte ich alle Sehnswürdigkeiten, welche ich abklappern wollte in meinem Brasil-Guide und auf der Karte, die ich vom Hostel erhalten hatte und zottelte los. Bald kam ich von meinen Plänen ab und ging nur noch meiner Nase nach. Die Strassen waren an jeder Ecke bestens beschriftet, so wusste ich immer wo ich war.

Ich war etwa 2h unterwegs, als ich zum ersten Mal etwas ass, einen Burger SEM QUEIJO (was dann als Brot mit Fleisch herauskam) und einen frischen Abacaxi-Saft 🙂 Als mein Magen wieder zufrieden schnurrte, lief ich weiter und kam an einen Platz, wo plötzlich alle Brasilianer zur Eile erwachten, herumhasteten und herumschrien. Ich ahnte, dass Regen das Gefürchtete war, aber ich dachte: es ist ja so warm, ein Bisschen Wasser schadet da nicht!

Falsch gedacht! Wie das Foto in „first impressions“ zeigt, war es deutlich mehr als ein Bisschen Wasser! Als der Platzregen in nie gesehenen Mengen begann, kauerte ich mich (erst als ich schon klitschnass und durchgefrohren war) zu ein paar Bettlern und beobachtete das Schauspiel. Bald schon war der Donner so nah, dass ich den Blitz vom Himmel bis in die Strasse vor mir niedergehen sah! Es war umwerfend, gewaltig und einschüchternd! So einen ohrenbetäubenden Donner hatte ich noch NIE erlebt, nicht mal in jener Nacht in den Alpen beim Wandern mit Felicitas…

Was aber meine Sinne noch weiter faszinierte war der arme schwarze Mann, der den Donner dirrigierte! Es schien, als sei es Musik in seinen Ohren 🙂 Das war echt niedlich…

Nach etwas mehr als einer Stunde getrauten sich die Leute langsam wieder auf die Strassen, so auch ich. Doch mein nächstes Ziel war nicht das, was ich erwartet hatte. Auf der Karte war ein grüner Platz eingezeichnet, in Wirklichkeit stellte sich dieser jedoch als riesigen, unüberblickbaren Busterminal heraus! Also fragte ich ein paar Securities nach der Catedral Metropolitana. Keiner wusste wo die war, oder verstand mich absolut falsch (ein Security wollte mich nach meiner portugisischen Vorsprache in ein Fleischladen schicken, und meinte, es sei gutes Fleisch!) und auf der Karte waren diese Strassen nicht mehr eingetragen. Also machte ich Hand mal Pi, wodurch ich mich aber für einige Stunden in die Favelas verirrte. Sehr viel Armut, sehr viel unglaublich hübsche Männer lagen schlafend auf Kartons an den Strassenrändern. Aber auch sehr freundlich, ich kaufte sehr günsig foooormidable Früchte bei einem uralten Mann ein, und schliesslich fand ich auch die Catedral.

Ich hatte mir unterwegs eine durchsichtige Plastikpellerine bei einem Strassenhändler gekauft, mit dieser, meinen Tevas und kurzen Hosen betrat ich nun also dieses Ungestüm von Kirche. Ich machte ein paar Schnappschüsse und flüchtete mich sogleich wieder heraus: nicht meine Welt mit all diesem Protz und Prunk, wo draussen die Welt so einfach war! Draussen fragte ich einen Mann, ob er ein Foto von mir machen könnte (ich fand die Baumfassade vor der Kirche hinwerfend!), doch er teilte mir mit, dass er fast blind sei und schickte mich zu einer Polizistenansammlung. Ich überwand meine Scheu und fragte eine blonde Polizistin. Sie lächelte sogleich und fing an, mich mit portugisischen Fragen zu bombardieren. Aber – ich bekam meine 3 Fotos, dann zog ich weiter.

Ich kam in ein viel belebteres und stadtlicheres Viertel mit Einkausläden entlang den Seiten… Schliesslich lief ich per Zufall an einen mini-Carneval unter einer Brücke (jawohl!), wo Männer auf Stelzen tanzten und die Frauen sagen, musizierten oder tanzten! Echt schön! By the way: überall traf man auf laute Musik in irgendwelcher Form: Musikboxen auf den Strassen aufgestellt, vorbeifahrende Autos mit dröhnendem Bass, Cafes oder Suco-Läden mit tanzenden Kunden 🙂

Auf dem Heimweg verirrte ich mich ein zweites Mal heftig (aus demselben Grund), und als ich schon anfing, mich über die Karte zu ärgern, gelangte ich in ein (ich vermute italienisches) Bonzenviertel, wo die Pflanzen dominierten. WUNDERSCHÖN!!! Die Fassaden waren überwuchert, überall standen kleine Springbrunnen und in der Höhe leuchteten einem farbige Lämpchen und Papillons entgegen. Ein herrlicher Anblick. (Die Fotos sind leider nichts im Vergleich zur Realität!)

Markt

Am nächsten Tag nahm ichs gemütlich und verliess die Jugi nur, um den Markt in der Nähe aufzusuchen. Dort wurde ich zum ersten Mal wegen meinem Fotographieren unfreundlich angesproche. Aber ansonsten ein weiterer sehr positiver Eindruck von São Paulo.

Markt

Heute, am 23.01. benutzte ich zum ersten Mal die ÖV, was nicht leicht war 😀 Ich fuhr zum Parque Ibirapuera, sehr schön, aber nicht gerade ruhig (wie im Guide beschrieben). Er ist das Zentrum für alle Sportlichen von São Paulo, Radler, Rollschuhfahrer, „Jogger“, etc. Faulenzer wie ich werden leider von komischen Vögeln angesprochen, weshalb ich nach etwa 2h wieder ins Bigcitylife zurückkehrte und den Kampf für den richtigen Bus antrat 😛



Some first impressions

22 01 2012
Catedral

Catedral

Feucht??

Feucht??

Im grünen Bereich

Im grünen Bereich

huff

huff

Blitz und Donner

Blitz und Donner