Portobelo
30 06 2012Von Puerto Lindo aus, dem Hafen wo wir mit dem Catamaran eingetroffen waren, fuhr uns unser Captain noch bis nach Portobelo. Dort wollte ich noch eine Nacht bleiben, um das Grundstück von Dominique anzuschauen, welches dort in der Nähe lag. Ich schaffte es zwar, diese Besichtigung auf die Kürze zu arrangieren, da Dominique mit seinem Freund in Portobelo telefonieren konnte. Allerdings regnete es am nächsten Morgen in solchem Masse, dass ich mich entschied, die Rutschpartie auszulassen, und musste so absagen. Der Schweizer vom Catamaran (Lino) blieb ebenfalls, und so fanden wir eine günstige Unterkunft und kochten dort gemütlich Tunfischsauce mit Spaghetti. Es war ein gemütlicher Ort und eine gemütliche Begleitung. Wir wanderten noch im Dorf umher und betrachteten die Ruinen der Festungen am Meer und den Affen, der angekettet mitten im Dorf vor sich hinlebte. Meine Kamera hatte wieder einmal ein so beschlagenes Visir (oder wie auch immer das heisst), dass ich nur noch sehr neblige Fotos aufnehmen konnte. Beim Eindunkeln setzten sich Lino und ich auf den schmalen Balkon, unterhielten uns und lauschten dem strömenden Regen. Wir erzählten uns aus unseren Leben, philosophierten über unsere Zukünfte und redeten über schweizerische Eigenheiten und gutes Essen. Am nächsten Morgen wachte ich komplett unausgeschlafen auf, hörte immer noch den Regen, zog mir mein Bikini an und setzte mich draussen auf die Strasse. Wenn ein Auto vorbeikam sprang ich auf und huschte hinter das Haus. Der Regen hatte mich auf dem Meer geholt und liess mich nicht mehr los. Er schien mich immer zu rufen. Es ist wunderschön, sich einfach in den Regen zu stellen. Man fühlt siche wie selten mit der Natur verbunden. Und zwar nicht nur im mentalen Sinne, sondern im physischen. Ich denke, das ist eine „Übung“, die jeder so viel wie möglich in seinem Leben unternehmen sollte. Es fühlt sich so richtig und wundervoll an, so bereinigend 🙂
Nun denn, da ich ja nicht mehr zum Grundstück von Dominique ging, fuhren Lino und ich schon um die Mittagszeit mit einem Bus nach Colón. Im Bus freundete sich der gesprächige Lino mit allen Schülern an, während ich eher den schweigenden, beobachtenden Part übernahm. Ein wunderschönes schwarzes Mädchen sass vor mir und liess freudige Musik aus kleinen Boxen laufen. In Colón angekommen liessen wir unser Grossgepäck kurz bei einem Wachhäuschen bei der Zugstation und gingen was essen. Für einen Dollar etwas ass ich Reis mit Linsen und Poulet. Wie lecker und günstig! Danach nahmen ich und Lino den touristisch hochvermarkteten Zug nach Panama City. Es war eine Fahrt, die sich auf keine Weise lohnte. Lino regte sich gehörig über die mitfahrenden Touristen (eine kleischende Gruppe von deutschen Frauen und eine riesen Gruppe stinkreicher Ami-Rentnern) auf, während ich vom Panama-Kanal hoch enttäuscht wurde. Ich hatte etwas Spektakulares erwartet, da ich immer so ein sagenumwobenes Bild von ihm vor Augen gehabt hatte. Aber es war ein stinknormaler Fluss, künstlich oder auch nicht, auf jeden Fall höchst uninteressant. Ich hätte vermutlich mehr davon gehabt, Wikipedia zu lesen. Für die Fahrt bezahlten wir je 25US-Dollars, der Zug war ausser dem Touristenwagon – wie wir nach dem Aussteigen bemerkten – komplett leer gefahren. Eine Stunde Fahrzeit. So erklärten wir uns dann auch den horrenden Preis und fanden es unerhört, dass sie die anderen Wagons nicht abgehängt hatten… Umweltverschmutzung für nichts und wieder nichts. Am Endbahnhoft erfuhren wir, dass es keinen Bus von dort gab und wir ein Taxi nehmen mussten, um in die Stadt Panama zu gelangen. Wir hatten aber Glück und ein Car stoppte und nahm uns für 20Cents mit zum grossen Terminal. Von dort aus trennten wir uns auf. Lino nahm direkt einen Bus nach Costa Rica, während ich einen Bus ins Stadtzentrum nahm, um dort ein Hostel zu suchen.
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