Las Lajas – ein religiöser Ort

30 05 2012

Die Reise nach Ipiales war echt hart: erstens wurde ich vermehrt vor den Guerilla auf diesem Wegabschnitt gewarnt, desweiteren war der Weg meistens nicht asphaltiert und höchst löchrig. So wurde ich herumgeschüttelt wie noch nie und bekam kein Auge zu. Ach und das Bus-kriegen war auch noch ein Abenteuer: ich hatte eigentlich eine Reservation gemacht, allerdings fuhr dann dieser Bus einfach nicht, weil es nicht genug Leute gab. Man schickte mich also nach La Cruze, was irgendwo mitten im Nirgendwo lag, dort sollten anscheinden halbstündlich Busse nach Popayan passieren. Nichts da, ich wartete zwei Stunden und als es dunkel wurde, hatte ich keine Chance mehr, die Täfelchen mit den Zielangaben durch die Scheinwerfer hinweg zu lesen! Erst nach 2h kam mir eine Frau zu Hilfe und erklärte schliesslich, dass es 2 La Cruzes gab! Na toll! Und genau in dem Moment fuhr dann auch der richtige Bus an mir vorbei! Ich hatte logischerweise das Schild nicht lesen können und er hatte mich wohl glatt übersehen. Aber die nette Frau rief schnell ihren Sohn an, der am anderen La Cruze arbeitete, um den Bus für mich zu stoppen. Das tat er dann auch und ich wurde schleunigst auf ein Mototaxi verfrachtet (man bedenke: ich war diesmal mit all meinem Gepäck unterwegs!!!). In höchstem Tempo fuhr es mich durch die Nacht bis zum anderen La Cruze, wo der Bus tatsächlich auf mich wartete. Im Bus rief mich nach kurzer Zeit der Chauffeur zu sich nach vorne in die Kabine um zu fragen, ob ich wohl meine Papiere vergessen hätte! Ich fragte wieder und wieder um was für Papiere es sich denn handle, aber er kannte die Antwort nicht. Ich kontrollierte, ob ich alles hochwichtige bei mir hatte, es konnte also nicht von mir sein – Erleichterung. Nun denn, am Ende kam ich in Popayan an und hatte direkt Anschluss nach Ipiales. Ich hoffte auf eine schlafreiche Fahrt, denn ab hier war die Strasse ja wieder gut, aber in diesem Fall waren es die steilen und spitzen Bergkurven die einem keinen Schlaf liessen.

Trotzdem hatte ich in Ipiales schliesslich noch genug Kraft und Motivation, ein Collectivtaxi nach Las Lajas zu nehmen. Ein sagenumwobener Ort: ein kleines Tal, in dem anscheinend schon jenste Wunder geschehen waren. Da immer mehr religiöser Tourismus aufkam, hatte man insgesamt drei Kirchen erbaut, und die letzte war ein wahnsinns Werk: sie war in einem Tal über einem Fluss erbaut, wunderschön und majestätisch. Fotos können auch hier mehr sagen als Worte. Aber: dies ist definitiv einer der Orte, den man selbst besucht haben muss um das wahre Wesen dieses Ortes erfassen zu können! Ich war stumm, gerührt, eingeschüchtert, ruhig und friedlich. Vielleicht ein wahrhaftig heiliger Ort..?