San Gil – Sportdorf hoch 100!
30 05 2012Ich kam am frühen Vormittag in diesem wundervollen Dorf an, erwischte gleich einen Bus ins Zentrum und der Chauffeur half mir auch noch mit seiner Beurteilung bei der Hostelwahl. Er liess mich einen Block entfernt abhüpfen. Das Hostel hiess Sam’s VIP und es ist das wohl beste Hostel, in dem ich auf meiner ganzen Reise war! Der Standort: mitten im Zentrum, direkt an der Plaza! Der Service: top! Die Receptionisten waren allesamt (es waren drei, inklusive des Inhabers) superfreundlich, hilfsbereit und gut informiert! Das Angebot: Paragliding, Rafting, Canyoning, Hiking, Hydrospeed, Kayaking, ETC.!!! Davon machte ich: gleich am ersten Nachmittag Paragliding, am zweiten Tag Hydrospeeding (das ist ein Bord, an dem man sich festhällt, während man einen wilden Fluss hinunter raftet 😀 ), ich besuchte zudem das koloniale Dörfchen Barichara (was aber ich Vergleich zu Ouro Preto ein Nichts und Wiedernichts war), und am letzten Tag überwand ich mich noch zu Rapelling (oder auch Canyoning). Aber noch kurz zurück zum Hostel: der Besitzer veranstaltete schon an meinem ersten Abend dort ein gratis BBQ in seinem Restaurant, das Fleisch war noch fast blutig aber FABELHAFT! Und das sage ich als NICHT-Fleischmonster… Ich konnte den Besitzer auch über alle Details seines Businesses ausfragen, inklusive Geldfragen! Das Haus bestand aus 4 Stöcken, wobei nur die obersten zwei zum Hostel gehörten. Auf beiden gab es gut augestattete, moderne Küchen, auf dem obersten waren die Dorms stationiert (jedes Dorm mit 6 Betten hatte sein eigenes Badezimmer), es gab eine geräumige Terrasse mit Tischen und Stühlen und hinten eine weitere, die aber hauptsächlich aus einem Swimmingpool und Sauna bestand! Die Badezimmer sind auch noch erwähnenswert: bestimmt ist es nicht das teuerste Material, aber es sieht top aus (schwarz und weiss, ob Plastik oder Stein, keine Ahnung) und dazu immer sauber und einladend! Übrigens HEISS Wasser, was eine absolute Ausnahme auf meiner gesamten Reise ist 😉 Das ganze Hostel hatte sehr viele Fenster und alle Wände waren weiss gestrichen, sodass es überall geräumig, luftig und hell war! So, genug zu dem, der Rest wird euch wohl nicht so brennend wie mich interessieren 😉
Das Paragliding war toll und ich nahm mir vor, es eines Tages zu lernen, wenn ich mal zu viel Geld hätte und keine höhere Priorität zur Stelle 🙂 Die Loopings in die Tiefe liessen das Adrenalin in mein Gehirn schiessen, besser als eine Achterbahn 😉 Das Hydrospeed fand ich ebenfalls so toll, dass ich mir vornahm, es ebenfalls anzubieten, falls ich eines Tages meine Ranch in Nähe eines wilden Flusses hatte 😀 Man schlug sich dabei zwar ab und zu heftig die Beine an, aber das war’s wert! Einmal nahm mich ein Strudel so fest in seine Fänge, dass ich für bestimmt 20 Sekunden keine Luft mehr bekam und die oben-unten-Orientierung komplett verlor! Aber nein – es war überhaupt nicht gefährlich, denn danach spuckte ich Wasser und alles war wider gut! Was ich dann aber als gar nicht ungefährlich einstufte war das Rapelling oder Canyoning genannt: anfangs waren wir eine Gruppe zu dritt (die erste übrigens an diesem Tag, sodass ich die ganze Installation der Seile mitansah), dann meldete sich der ältere englischsprechende Herr ab, er hatte zu viel Angst. Dann erklärte und der Instruktor kurz, wie alles funktionierte (man wurde an einem Seil „befestigt“, an dem man sich dann mit gegen die Wasserfallwand gespreizten Beinen hinunterlassen konnte), danach ging unser Guide mit der älteren Frau voraus. Mich liess man allein! So viel ich sagen kann, produzierte diese Aktion kein Adrenalin, nur einerlei: Angst! Tiefe, grosse, riesige Angst! Ich machte fast in die Hosen! Es waren 70 Meter die gerade hinunter führten, direkt neben einem ziemlich starken Wasserfall. Am Anfang fand ich es noch ziemlich einfach, dann aber fluchte ich immer mehr vor mich hin, denn das Seil ribschte mir die Hände wund und je weiter man nach unten kam, desto leichter rutschte einem das Seil durch die Hände, und somit rutschte man selbst hinunter! Die ganze Zeit hatte ich eine finstere Wolke über dem Kopf und flucht und fluchte und murrte und murmelte mörderische, bzw. selbstmörderische Dinge. Etwa bei 30 Metern über dem Boden kam ich (da ich keine Hilfe hatte) böse unter den Wasserfall und das tat höllisch weh! Es pretschte auf meine Schultern und Beine, der Kopf war zum Glück durch einen Helm geschützt. Naja, wie auch immer, ich kam unten mehr oder weniger heil an und entschied, das definitiv nicht als neues Hobby mitzuzählen!!! Kein Adrenalin, kein Kick, nur Angst und Schmerz und Angst… Never again: Rapelling!
Am Abend an dem ich abreisen würde, trommelte ich alle Leute vom Hostel zusammen, sodass wir gemeinsam in Sam’s Restaurant essen gingen. Dabei lud ich auch noch einen Paragliding-Chief ein, der mir später auf meiner Reise offerierte, mir das Paragliden beizubringen 🙂 Mal schauen 😉
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