Bogotá – Citylife

30 05 2012

Ich kam fast ohne Schlaf um 7 in Bogotá am Terminal an. Wir (einer vom Hostel von San Gil und ich) suchten 2h lang ein Hostel. Wir kannten die Adresse und wir hatten sogar das Taxi genommen, aber wir fanden und fanden es nicht. Irgendwann assen wir eine flache Arepa zum Frühstück und schon gaben wir auf, um nach einem anderen Hostel zu suchen (und nicht nach der Empfehlung von Sam), als wir auf dem Weg dorthin, ebendieses Hostel fanden: Hostal Chocolate. Es war wirklich günstig, mitten im Kuchen (direkt an der Hauptstrasse in la Candelaria, dem historischen Zentrum Bogotás) und hatte Internet 🙂 Mit dem Checkin musste ich warten, weil das Bett noch nicht frisch bezogen war, und so setzte ich mich stundenlang an den Computer, zu etwas Schlauerem sah ich mich zu der Zeit nicht im Stande. Irgendwann fragte ich nach einem Supermarkt, denn ich wollte mir neue Shampoos kaufen (da ich meine allesamt in San Gil liegen lassen hatte – eine weitere unnötige Geldverschwendung!), aber als ich halb schlafwandelnd im Supermarkt ankam, überlegte ich, dass ziemlich sicher jemand von San Gil sehr bald nach Bogotá reisen würde. So wandelte ich den Weg zurück und setzte mich wieder ans Internet um mit Chris zu schreiben (ein USA-ler den ich spannenderweise in Sam’s VIP kennengelernt hatte: er plante bald ein eigenes Hostel aufzumachen, hatte sein Geldanteil bereits zusammen, wünschte sich einen Partner und wie sich bei unserem letzten Gespräch in San Gil herausgestellt hatte, hatten wir unglaublich ähnliche Visionen, Ideen…). Chris versprach mir die Shampoos mit einer Engländerin zu schicken, aber diese vergass meine Shampoos, das wiederum erfuhr ich erst am nächsten Tag (bis dahin hatte ich mich einer Dusche enthalten). Auf jeden Fall war das Bett an jenem Tag irgendwann doch noch fertig und ich kuschelte mich sogleich in die vielen Decken: ach ja: Bogotá ist eiskalt!!! Soll heissen um die 13-20Grad :-S Irgendwann weckte mich noch die Putzfrau und fragte mich fürsorglich, ob mit mir alles okay sei, ob ich krank sei oder was (ich musste ja schrecklich ausgesehen haben: gerötete Augen, fettige Haare, lag mit all meinen Pullovern und Hosen in die Decken gemummelt da). Als ich erst am späteren Abend wieder aufwachte, trank ich zuerst einmal eine heisse Schockolade (im Hostal Chocolate), um dann nach einem mexikanischen Restaurant zu fragen: schon seit Tagen hatte ich von mexikanischem Essen geträumt… Ich fand eins relativ in der Nähe, fand es aber ziemlich unschmackhaft… Die Tortillas hatten einen Durchmesser von 5cm und schmeckten mehr nach Mais als nach Tortilla. Hauptsächlich bestanden meine teuren Fajitas also aus Fleisch! Ich würgte das Essen in dem schön geschmückten Restaurant hinunter und ging dann etwas enttäuscht wieder ins Hostal, wobei ich mir gut zuredete „jetzt hatte ich endlich mein mex-Essen gehabt, jetzt würde ich bestimmt wieder für eine Weile zufrieden sein“ 😉 Am nächsten Tag erkundete ich zu Fuss praktisch alle gratis Sehenswürdigkeiten (suchte zudem vergebens alle Büchereien nach einem Deutsch-Franz.-Dix ab). Bogotá beeindruckte mich einzig mit seinem Taubenplatz! Ein Platz von irgendwelchen „schönen, grossen, teuren“ Gebäuden umringt, VOLL von Tauben, aber ECHT VOLL! Das kann man sich gar nicht vorstellen! Wenn man denkt, dass es schon in der Schweiz viele Tauben gibt, dann liegt man da kompletttttt falsch!!! Auf jedem Quadratmeter dieses riesigen Platzes hockten bestimmt 3 Tauben! Kein Witz! Ich werde das mit einem Foto unter Beweis stellen 😉 An diesem Tag kaufte ich für möglichst wenig Geld Essen ein, um mein Budget etwas zu mindern (durch mein schnelles Kolumbienreisen war es echt strapaziert!), und beim Kochen tauschte ich dann einige Worte mit zwei unsympatischen Schweizerinnen. Ich überwand mich am Ende sie um den Gefallen zu bitten, meine Bücher mit in die Schweiz zu nehmen (sie flogen nach Zürich), um sie von dort an meine Adresse zu schicken. Ich hoffe, sie vergessen es nicht! Schliesslich nahm ich noch in derselben Nacht den direkten Bus bis nach San Agustín (ein keines Kaff, das sowohl mein Guide höchstens empfehlte, als auch Chris, der Amerikaner).



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