Auf dem Amazonas – zum Zweiten

5 05 2012

Hierzu gibt’s kaum was zu sagen, es war ein etwa 3 mal so grosses Schiff mit Disco und Schlangenstehen für´s Essen. Wir richteten uns auf dem obersten Stock ein und stellten schnell fest, dass hier die Haken für die Hängematten einiges näher beieinander befestigt waren, soll heissen: wir waren zwischen Ärschen eingequetscht und wenn sich einer bewegte, schüttelte das die ganzen Nachbaren rund herum gleich mit. Anna und ich stimmten darüber mit ein, dass die kleineren Schiffe sympathischer für längere Reisen sind. Die Beleuchtung (zwar nur schwach blau) blieb jede Nacht an, also attakierte uns alles mögliche Gebein. Von den normalen Mosquitos bis zu den riesen schwarzen Käfern und natürlich rote Ameisen (welche uebrigens am Ende der Schiffsreise ein ganzes Nest in meinem Rucksack erbaut hatten…) und Riesenkakerlaken als Fremdpassagiere auf dem Schiff. Zudem muss ich noch informieren, dass das Wasser, mit dem wir Duschten und uns die Hände wuschen aus dem Amazonas kam und auch wieder dahin zurück geleitet wurde. So aber auch das Toilettenwasser. Vielleicht etwas gefiltert, aber man kann sich nun vorstellen, was für Gedanken einem beim Duschen durch den Kopf gingen… Ich finde es eine Schande, dass der Natur so wenig Respekt gezollt wird! Nun insgesamt waren die 5 Nächte in Hängematten ziemlich okay, dennoch eine Tortur für jeden der einen geraden Rücken hat – also hier hatte mein Buckeli einen echten Vorteil: ich bekam keine Verkrampfungen und keine Schmerzen 🙂

Am Hafen von Manaus tuckerten wir früh Morgens ein, das Auge fand vor allem Zeichen stark betriebener Industrie. Beim Andocken schauten ich und Anna gebannt zu, allerdings warfen wir beide immer wieder Blicke über die Schulter; das Anhalten war der prekärste Moment für Diebstähle… Unsere Rucksäcke blieben wo sie waren. Als wir aber auf das Festland zuliefen, merkte ich, dass unser ganzer Essenskorb fehlte. Alle Gewürze, Früchte, heiligen Crackers und hauptsächlich unser ganzes Geschirr (das sich im Laufe der Zeit angesammelt hatte) waren weg. Es war uns wohl zuerst nicht aufgefallen weil wir schon genug zu schleppen hatten… Also, das aller erste Mal für mich in meinem ganzen Leben, dass mir was gestohlen wurde, gerade am Ende meiner Brasilienreise…



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