Venezuela upstream ;)

25 05 2012

Helikopter vom Militär, fragt mich nicht zu welchem Zweck der dort stand!

Brücke bei Ciudade Guayana

Autopanne, bereits der zweite explodierte Reifen...

Der Grenzübertritt war ein Desaster, danach fühlte ich die Abneigung gegen Venezuela, die wohl viele Menschen empfanden. Ich musste ein Collectivtaxi nehmen, da angeblich keine Buse fuhren. Und da wir 4 Passagiere so viel Gepäck hatten, mussten sie den Kofferraum mit Schnur zubinden, ziemlich umständlich. Das war dann einer der Gründe, weshalb wir abgezockt wurden. Ein weiterer Grund war, dass eine unserer Passagiere keinen gültigen Pass besass! Und der dritte und ärgerlichste Grund: wir vermuteten alle, dass wir von unsererm Fahrer verarscht wurden, denn er hielt bei jeder Militärkontrolle von selbst, ohne dass sie ihn stoppten… Bei der Grenze verlor ich dann die Nerven, wir mussten zusätzlich zu all der Abzockerei noch Impuesto bezahlen, also Geld, damit man aus dem Land austreten durfte! Soviel ich wusste, mussten das gewisse Länder Europas nicht bezahlen (Schweiz inklusive), da sie irgend ein abkommen hatten. Aber die Militärs bestanden darauf, und so kostete mich diese Reise von nur 3h 50Dollars, was unerhört ist… Ich legte mich dann auch noch mit dem Chauffeur an, bis er mich einfach in der Pampa absetzen wollte, danach hielt ich den Mund und fluchte einfach dunkel vor mich hin. Als wir die Grenze überquerten, fiel mir als erstes auf, dass sich hier an den Strassenrändern viel mehr Abfall sammelte, ehrlichgesagt erinnerte es mich stark an Ecuador, so wie ich es in Erinnerung gehabt hatte. Und ich fühlte mich ein bisschen wie zu Hause 🙂 Kinder sah man mit dem Abfall spielen und Tiere suchten dort nach Essbarem. Aber noch zum Abschluss über Venezuela meine Beobachtungen, Feststellungen, Lieblingserinnerungen und Ähnliches:

-Am Anfang meines Venezuelaaufenthaltes versuchte ich die Ansprache „mi Amor“ an mich gerichtet zu zählen, ich gab bald auf, da es sich nach einiger Zeit als ganz normal herausstellte. Das Witzigste fand ich jedoch, wenn das Militärs oder Polizisten zu einem sagten… Weitere Ansprachen: cariño, gringa, hermosa

-Hupen: hier hatte das Hupen eine zentrale Bedeutung, ich leidete schon in Venezuela unter dem Lärm, aber wie ich später herausfand, sollte es in Columbien noch viel viel übler sein. In Venezuela hupte man wenn: man einen Fussgänger warnen wollte, einen Fussgänger überqueren lassen wollte, überholen wollte, sich aufregte, jemanden überholen lassen wollte (oder manchmal auch nicht!), wenn man an der Ampel stand oder im Stau steckte.

-In Venezuela gab es nach meinem Auge zu urteilen viel mehr hübsche „Mannsgöggel“ 😀 als in Brasilien

-Auch in Venezuela bekam man überall und immer wieder verschiedene Angaben, aber wenigstens waren all irgendwie richtig… 😉

-Die Strassen und Autobahnen werden in Venezuela nicht beleuchtet, daher fahren alle mit Fernlicht und das hat zu Folge, dass es immer höchst gefährlich wird, wenn man Autos kreuzt, weil man dann nur noch Schwarz sieht und dazu noch geblendet wird… Ich hatte manchmal echt ein bisschen Schiss!

-Überall hörte man in der Nacht Salsamusik aus den Bars tönen, gefiel mir wahnsinnig 🙂

-Venezuela erschien mir ENORM religiös, in jedem Auto hing irgend ein Kreuz, die Leute kreuzten sich die Stirn, wenn sie eine Kirche passierten oder auch nur eine kleine Reise mit dem Bus unternahmen. Ich vermied das Thema daher eigentlich immer.

-Hier erschienen mir die Leute deutlich mehr Respekt vor Tieren zu haben, die Pferde waren meist besser gefüttert (vielleicht lag es auch daran, dass das Land nicht komplett als Ackerland diente, und daher mehr Nährstoffe in den Weiden zu finden sind..?), dazu hielt man hier viel mehr Hunde und ab und zu sah man sogar Hauskatzen. Als ich aber mehrmals Strassenhunde fütterte, oder mit ihnen mein Mittagessen teilte, sahen mich die Leute merkwürdig an… ^^

-Die Menschen erschienen mir noch hilfsbereiter als in Brasilien, in nur 3 Wochen Aufenthalt in Venezuela, wurde ich für insgesamt 6 Nächte in lokale Familien und deren Häuser aufgenommen! Wenn das mal nicht was heissen will! Klar hatte ich Glück, und mit dem Spanisch viel mir die Kommunikation deutlich leichter, aber trotzdem. Ich fand die Venezuelaner allesamt super!

-Als Orte werden mir Mérida und der Roraima in guter Erinnerung bleiben: Mérida mit seiner top Touristen-Infrastruktur und seinem tollen Klima (dazu superschöne Häuser) und Roraima, vielleicht hauptsächlich weil es ein so harter Treck war, aber sicher auch, weil es wie alle Guides richtig behaupten, eine Welt für sich war!

-Und natürlich war das Highlight mein Besuch in der Familie Diaz, die mir allesamt ans Herz gewachsen sind! Wenn ich je wieder in der Nähe von Maracaibo landen sollte, dann würde ich sie – keine Frage – besuchen! =)

Das War mein Teil zu Venezuela, nun viel Spass beim weiterlesen über Columbien 😉

Minibüsis wuseln um verschundene Füsse =)

 

Top-Pic: Hund auf Lastwagenware AUFGEBUNDEN!!!

 

der hübesche Uruguayaner war mein Model 😉 jump-into-amazone

mis Yasmina-Gottimeiteli 😉

P.S. an Grossi: han no es anders Bild vo de Yasmina gmalt, aber vo dem hani leider keis Foti vorem zerstörende Roraima-Trek gmacht! 🙁



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