Inselleben…
21 02 2012Im kleinen Bus nach Angra – von wo aus man ein Boot nach Ilha Grande nehmen kann – verzauberte mich die Landschaft: ein ganzer Wald bestand sozusagen aus irgendeiner Wucherpflanze in Richtung Efeu! Soll heissen: Jedes Pflänzchen und jeder Baum war von dieser Pflanze über und über zugedeckt, das sah echt Spitze aus! Leider hab ich wie so oft nur schlechte Bilder gemacht (diesmal geb ich dem Fahrer die Schuld… đ
Das Boot nach Ilha Grande kostete mich einiges mehr als gedacht, denn ich wollte nicht mit dem Gepäck drei Stunden auf die günstige Fähre warten. Allerdings war das teure Schiff total übervoll, die Leute fanden kaum Platz. Ich hatte zuerst Glück, da ich eine der ersten auf dem Boot war, aber während der Fahr rutschten dann plötzlich drei Leute einfach auf meinen Platz, stiessen mich einfach beiseite. Später begriff ich, dass sie einigen Spritzern auswichen, trotzdem ärgerte ich mich fürchterlich über die Unhöflichkeit. So sagte ich dem einen auf portugiesisch, dass es dort drüben noch Platz gäbe. Das schien er zu verstehen, denn ab da drückte er mich nicht mehr ständig weg! Grrr!
Auf Ilha Grande angelangt erfuhr ich bei der Touristeninfo, dass diese keine Ahnung hatten, wo hier das Hi-Hostel war! Es gab sogar zwei, wie ich wusste! Entrüstet machte ich mich auf die Suche đ Ich fand das erste Hi-Hostel sehr schnell (die Insel ist klein), die wiesen mir den Weg zu meinem Hostel… Es war einigemassen abgelegen und forderte einen Aufstieg von bestimmt 20-30 Höhenmeter, was mich an diesem Tag meine allerletzte Kraft kostete (mit ca.20kg Gepäck).
Aber das Hostel machte alles wieder gut: wunderschön hergerichtet, sehr sehr sauber, frisch riechend, mit Gärtnern an jeder Ecke. Bungalows beherrschten das Bild, zudem gab es so coole Hauszeltplätze (Bilder folgen evt.). Es gab sogar einen künstlich angelegten Weiher mit Fischen, zudem Katzen und Hunde, was mich wie immer glücklich stimmte đ
Nach meiner Dusche machte ich mich mühselig auf den Weg, um bei Tageslicht noch einen Blick auf die Insel zu werfen. Auf dem winzigen verwundenen Weg nach unten traf ich ein kleines Spektakel an: eine wiiiinzige schwarze Katze kam immer wieder hinter einem Zaun hervor, ein Hund rannte auf sie zu, bellte sie an, da versteckte sich das Kätzli gleich wieder. Dies wiederholte sich einige Male, BIS die Katze sich unsicher umdrehte und den Hund direkt anfauchte! Es war ein sooo niedlicher Anblick, das wiiinzige Babykätzchen welches den etwa 10mal so grossen Hund anfauchte. Und DANN zog der Hund sogleich den Schwanz ein und versteckte sich hinter der nächsten Mauer xD
Bei meinem Schlendergang durch das „Zentrum“ – welches aus etwa 4 Strassen bestand – traf ich auf die zwei Engländerinnen von Paraty! Ich verabredete mich mit ihnen zum Nachtessen, später dann auch noch für einen Drink am Strand đ Wir assen übrigens in einem super leckeren und süssen Familienrestaurant: der Sohn nahm die Bestellung auf, die Grossmutter kochte und die Mutter servierte đ
An meinem einzigen ganzen Tag auf der Insel nahm ich mir vor, mich einfach mal wieder zu erholen. Allerdings erledigte sich jede andere Möglichkeit dadurch, dass ich nach dem Frühstück höllische Kopfschmerzen bekam!
Es brauchte im Übrigen einen GANZEN Tag mit Kopfschmerzen unters Moskitonetz gefesselt, bis ich erkannte, dass ich mein Moskitonetz immer falsch aufgehängt hatte xD Also hatten die Kopfschmerzen wohl ihren Sinn ^^
Meine Zimmergenossen waren diesmal eher unsympathisch: eine Französin, die bei meinem Alter entgegnete: „Tu est un BĂBĂ!!!“ später lernte ich dann noch die Polin kennen, die zwar an sich cool erschien, allerdings eine sehr aggressive Art hatte, so dass ich bei unserem Gespräch nur Gelegenheit fand, mich zu verteidigen, anstatt mich mitzuteilen… Zudem belauschte ich ihr anfangs spannendes Gespräch, das aber bald einmal abwertend wurde (im Stil von „wir sind die höhere gebildete Klasse, wir mit dem Universitätsabschluss aus Europa…“). Sie hielten sich zudem für wahnsinnig open-minded, was ich allein durch die Dinge „BĂ©bĂ©“ und „agressives Sprachmuster“ zu widerlegen weiss… Zum Glück verliessen mich die beiden an meinem Kopfschmerztag đ
In der Nacht auf meine Abreise hatte ich irgend ein Fiich in meinem Nest, das verstach mir die gesamten Beine und ich bekam kaum Schlaf – es war die Nacht vor meiner schlaflosen-Carneval-Nacht! Grummel.
Über die Insel generell: süss, klein, gut zum entspannen, ein bisschen langweilig, sehr touristisch, gutes Ambiente am Abend đ
Mit einem günstigen Katamaran gings am nächsten Tag dann wieder zurück nach Angra und von dort aus nach Rio!
Kategorien : Ilha Grande
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