Europa & Australien in Brasilien

13 02 2012

Mit der Anreise in den Pantanal war das so eine Sache… Es gab zu viele Reiseanbieter, sodass man sich zuerst kaum entscheiden konnte, anschliessend aber alle in den selben Bus verfrachtet wurden ^^ Da ich aber als einzige bei einem Local gebucht hatte, dachte ich mir, ich würde vielleicht in eine andere Lodge gebracht. Dem war nicht so: wir kamen allesamt in die LontraLodge, nur ein Australier wurde weiter befördert.

Diesen Australier traf ich wieder auf der Rückreise, wir verbrachten denn auch gemeinsam mit noch zwei weiteren Bekanntschaften von mir die Nacht im selben Hotel in Campo Grande. Im Gespräch mit ihm bemerkte ich, wie wichtig mir beim Reisen der geistige Gehalt war…

In der Lodge im Pantanal angekommen kam ich dann aber doch als einzige in ein anderes Zimmer. Die deutsche Gruppe, der schweizer Hobbyfotograph und die Spanierin kamen alle ins selbe Zimmer.

In meinem Zimmer lernte ich schliesslich einen weiteren Schweizer kennen (er reiste ebenso allein und ist relativ jung, hatte zwar einen komplett verschiedenen Werdegang, dennoch hatten wir ähnliche Fazite gezogen und empfanden das Reisen als grossen Schatz :), einen Brasilianer (mit dem ich aber nicht so viel zu tun hatte) und schliesslich den Franzosen, der dann später ebenfalls in Campo Grande im selben Hotel übernachtete.

Mit dem Schweizer verblieb ich so, dass wir uns vermutlich auf der weiteren Reise wieder treffen würden, und vielleicht auch einige Zeit gemeinsam zurücklegen würden. Ansonsten würden wir uns vermutlich mal back in Switzerland treffen.

Der Franzose entpuppte sich als supercooler Typ! Er hatte in Burkina Faso schon eine Schule aufgebaut und hatte Tourismus studiert. Ich quetschte ihn natürlich über allesmögliche aus, dennoch reichte mir das bei Weitem nicht und wir verabredeten uns für Genf (nach meiner Rückkehr)! Zudem gedenke ich, eine Reise durch Frankreich in Angriff zu nehmen, sobald ich diese *** Fahrprüfung hinter mir habe, und ihr bei dieser Gelegenheit zu besuchen. Vielleicht lag auch ein gemeinsamer Trip nach Frankreich drin… 😀

Den anderen Schweizer den ich schon auf dem Weg kennengelernt hatte (der Hobbyfotograph) wohnt ebenfalls in Zürich, gab mir ebenfalls Inspirationen für weitere Reisen (zB. eine Reise zu Pferd durch Island). Er wurde am letzten Tag (bei meiner Abreise) krank, vermutlich hatten wir dieselbe Infektion, denn ich wurde 2 Tage darauf auch krank… Später mehr dazu 🙂 Übrigens hatte er einen kleinen Schock bei meiner Altersverkündigung^^

Die Deutschen… aus Berlin… jaaa, sie waren zwar für deutsche Verhältnisse ganz nett, aber ich merkte wieder, wie sehr mir ihre gesamte Denkweise und ihre Kultur widerstrebte. Eine dieser Deutschen war allerdings auch sehr interessant, ich gedenke, mit ihr in Kontakt zu bleiben. Sie hatte irgendwas wie Agrarwissenschaften studiert und arbeitete auf dem Gebiet erneuerbaren Energie, hatte spannende Auslandaufenthalte gemacht und war auch sonst eine sehr aufgeschlossene Persönlichkeit. Sie wollte, dass ich ihr Bescheid gebe, wenn ich meinen „kleinen“ Traum erfüllt hatte 😉 Ansonsten kann ich nur sagen, dass diese Gruppe der europäischen Ansicht unterlag, alles besser zu wissen… Und dass sie sobald ich mein Alter verkündete einen ganz veränderten Tonfall anschlugen…… „Oh du armes kleines Ding, brauchst du Hilfe, fühlst du dich nicht allein?“ Und auf keinen Fall fragt man eine 19jährige nach Wissen, so junge Leute haben doch noch keine Ahnung vom Leben ^^ Naja, not my problem 🙂

An meinem Abreisetag lernte ich dann noch eine weitere sehr spannende Person kennen: eine Australierin, die ich dann auch am Rodoviaria in Campo Grande wieder traf (wir verbrachten 3h gemeinsam dort, dank Busverspätung, und dann im Bus noch einige Stunden). Sie hatte bisher an eine gebuchte Tour von drei Wochen teilgenommen und war nun das erste mal „frei“ unterwegs. Sie war froh, mal ein bisschen allein sein zu können 🙂 Sie hatte zuerst irgendwas mit Wissenschaften studiert, dann aber nach einigen Jahren der Arbeit einen Master in Entwicklungshilfe absolviert. Danach hatte sie für ein Jahr in einer mini NPO in der Mongolei gearbeitet, danach hatte sie von Australien aus an einem Projekt in Papa Neu Guinea gearbeitet und schliesslich noch an einem Projekt mit Ärzten in den Philipinen. Äusserst spannende Person! Auch mit ihr verblieb ich so, dass wir uns vielleicht nochmals treffen würden um ein Stück gemeinsam zu bereisen 🙂