Salvador
30 03 2012Mit einer Fähre wurden wir zu dritt ins Lichtermeer von Salvador transportiert. Dort angekommen trennten wir uns: Fabricio ging zu seinem Kontaktmann, ich und Anna suchten das Hostel, das wir zuvor im Internet ausgesucht hatten. Das stellte sich als keineswegs einfach heraus – wie so oft… Aber schliesslich gelangten wir doch noch dorthin und erfuhren, dass der Preis keineswegs mit dem im Internet übereinstimmte… Dies wiederum verstimmte uns etwas, denn wir waren einen qualvoll langen Weg von der Busstation bis zum Hostel gewandert (ich glaube es war fast eine Stunde in unserem langsamen Fussmarschtempo, mit jeweils etwa 20-30kg Gepäck), vorbei an anderen Hostels, nur weil wir erwartet hatten, dieses wäre das günstigste. Wie dem auch sei; wir nahmen all mein Geld in die Hand und machten uns einen schönen Abend: wir gingen in ein superleckeres Restaurant direkt an der Küste, italienisch. Wir bestellten Vorspeisen, Hauptgang und Wein. Zum Schluss holten wir noch ein günstiges Eis 🙂
Das Hostel stellte sich als untoll heraus: ich wurde wahnsinnig von Moskitos verstochen, die Luft im Zimmer war wohl 1000 Jahre alt, denn sie zirkulierte einfach überhaupt nicht. Der Ventilator schien da auch nicht helfen zu können. Das Frühstück liess ebenfalls gross zu wünschen übrig. So suchten wir gleich am nächsten Tag ein anderes Hostel auf. Es wurde zu einem Sprinter-Stress-Tag für mich. Zuerst lud ich mein Gepäck im Hostel ab, dann rannte ich mit Anna in der uns unbekannten Stadt herum, um noch schnell Passfotos vor dem Abflug nach Brasilia zu schiessen, zudem sollte ich noch etwas Geld spucken 😉 Schliesslich rann uns die Zeit wie Sand durch die Finger und wir fanden keinen funktionierenden Bankomaten. Alles ging jedoch irgendwie gut, Anna nahm notfallmässig ein Taxi zum Flughafen und ich – ich war einfach ein verschwitztes Wrack, als ich mich auf die Steine vor dem Hostel plumpsen liess, um – wie vereinbart – auf Fabricio zu warten.
Zu zweit erkundeten wir die Stadt, besuchten das Afro-Brasileiro-Museum und einen berühmt-berüchtigten Markt, der sich halbwegs als Fauxpass herausstellte: er war nicht etwa 10 Minuten zu Fuss entfernt, sondern etwa 2h! Allerdings lohnte sich dieser Besuch in meinen Augen, denn ich sah wieder einmal die grausame Gefangenschaft der Tiere: Vögel in winzigen, verschissenen Käfigen, Ziegen mit zusammengebundenen Beinen ganztags am Boden liegend, Meerschweinchen zu 20 auf einem halben Quadratmeter… etc. Ich gab mich als faszinierte Tierliebhaberin aus und konnte so Fotos von diesem Widertum machen…
An einem anderen Tag in Salvador, gingen wir ins Quartier Barra, es handlet sich dabei um eine riesenlange Parade am Meer, mit Palmen, Strand und teuren Restaurants 😉 Wir besuchten das Forte, also die Festung die an der „Ecke“ der Parade trohnte. Sie war keineswegs so spannend wie wir erwartet hatten und so begaben wir uns schon bald auf den Weg zum Italiener, wo ich und Anna schon unser Abendmal verzehrt hatten.
Fabricio kam für eine Nacht auch ins Hostel (welches wir übrigens sehr mochten, denn das Frühstück war das beste in ganz Brasilien und täglich von 5-6 Uhr abends gab es gratis Caipirinhas ohne Grenzen :-D), da dieses im Zentrum war und nicht 2h davon entfernt, wie das Haus seines Kontaktmannes. So hatten wir 2 Tage um durch Salvador zu watscheln. Wir kamen dabei auch in ärmere und heruntergekommene Viertel, aber insgesamt machte die Stadt auf mich einen – für Brasilien – aussergewöhnlich sympatischen und interessanten Eindruck. Zur Information: Salvador hat auch den Übernamen „die Schwarzenstadt“, denn hier sammeln sich die Nachfahren der importierten Sklaven aus dem Westen Afrikas. Der Einfluss ist immens: Capoeira, dessen Geschichte ja grundsätzlich schon aus Sklaven besteht, das Essen (Acarajé (erinnerte mich stark an ein Essen aus Ghana), schärfer als das restliche Essen in Brasilien, Moqueca de Camarao), Kunst die praktisch ausschliesslich afrikanisch erschien und farbige Gebäude und Kirchen an jeder Ecke 🙂 Zudem Handel!
Am Tag nachdem Fabricio im Hostel übernachtet hatte, ging ich mit ihm zum Haus seines Kontaktmannes in Stella Maris – ein recht wohlhabendes Quartier im Osten der Agglomeration Salvadors.
typische Bahia-Bekleidung 🙂
Kategorien : Bahia
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