Rio de Janeiro

25 02 2012

In Rio am Rodoviaria angekommen zog ich mich als allererstes im Bad um, verstaute mein Gepäck in der Gepäckabgabe und zog mit nur einer Minitasche mit dem Nötigsten los. Draussen vor dem Rodoviaria nahmen ALLE Touristen Taxis, sogar die Einheimischen. Also ging ich ganz allein an den Busbahnhof 🙂 Dort bekam ich gleich von zwei englisch-sprechenden Cariocas Hilfe, welchen Bus ich nehmen soll, wo es am besten für den Carneval sei, etc. Der Bus hatte dann dank dem Bombenstau eine Ewigkeit, kein Witz! Es war unglaublich heiss, der Schweiss lief mir die Beine und Arme runter, bei einigen Leuten bildeten sich sogar Lachen unter dem Sitz..! Schliesslich stieg ich in einer Unterführung aus und machte mich auf die Suche nach dem Touristenoffice. Bald gab ich diese Idee jedoch auf, da ich keine Ahnung hatte, wo ich war und mich die Menschenmenge lockte. So watschelte ich einfach der Nase nach, immer mehr Leute, immer gedrängter wurde die Strassen… Musik gabs, Partystimmung war definitiv vorhanden, aber seien wir ehrlich: es stank bestialisch nach Bier, Alkoholfahnen, Abfall und Pisse, es war dreckig was das Zeug hält, die Strassen waren von ausgeleerten Getränken nass! Viele Leute sassen halb schlafend an einem Trottoirerand und ich wurde ab und zu einfach total respektlos angefasst! Weiter liess ich mich von der Menge treiben, irgendwann fand ich mich auch mit meiner Karte aus dem Guide zurecht und suchte daraufhin die Metrostation, von der aus ich einen Zug vom Zentrum an die Praia Ipanema nehmen konnte. Der Metro war SO voll, das hab ich noch NIE erlebt: denke daran, ich bin in einer Stadt aufgewachsen… So entschied ich mich kurzfristig um und stieg früher aus, um einen Bus zum Pão de Açucar zu nehmen. Auf dem Weg dorthin bekam ich höllische Bauchschmerzen (vermutlich was unreines gegessen), aber ich nahm auf gut Glück den ersten Bus in Richtung Zuckerberg. Im Bus lernte ich zwei Peruaner kennen, mit denen ich dann auch den Rest des Tages verbrachte 🙂 Beim Teleferico rannte ich gleich aufs erste Klo, danach gings mir wieder tip top (übrigens bin ich sehr stolz auf meinen Magen, hat bisher nur dieses einemal Problemchen bereitet!). Dank den Peruanern konnte ich mich bei der Schlange des Teleferico ganz nach vorne schleusen, wo ich dann auch einen guten Knips-Platz abbekam. Ürigens ist die Gondel natürlich aus der Schweiz 😉 Die Auffahrt gefiel mir leidlich wenig, da Höhenangst, aber die Aussicht von den zwei Plateaus (Zwischenstopp und Top) waren sehr faszinierend! Ich verstehe jetzt, warum es überall heisst „Rio de Janeiro – die schönste Stadt der Welt“… Es ist wirklich ein atemberaubender Anblick, von dort oben, Sonnenuntergang, die Hügel, die Hochhäuser, die riesigen Strände… Allerdings hat mir São Paulo insgesamt besser gefallen. Natürlich war ich nur etwa 13h in Rio, trotzdem fiel mir auf, dass es in Rio viel mehr urarme Menschen gab, ein riesiger Teil der Stadt bestand aus Armenhütten, also eine riesen soziale Schere, was mir in São Paulo keineswegs so extrem aufgefallen wäre. Zudem schien mir Rio deutlich weniger gepflegt (Busse, Strassen, Häuserfassaden,…). Dennoch, eine Stadt die man gesehen haben muss 🙂

Nun weiter im Kontext: nach dem Pão de Açucar nahmen die Peruaner und ich gemeinsam den Bus (was sich als ausserordentlich lustiges und schwieriges Unterfangen gestaltete) nach Copacabana. Dort angelangt waren die Peruaner so hungrig, dass wir als erstes ein günstigeres Restaurant aufsuchten, was ebenfalls eine Herausforderung war ^^ Danach machten wir noch einen Stopp in deren Hotel und dann gings auf zum berühmten Strand Copacabana 🙂 Dort angelangt erkannten wir, dass wir den Carneval wohl oder übel verpasst hatten. Es gab nur noch einige Ansammlungen, wo getanzt wurde, der Rest der Meute befand sich bereits auf dem Heimweg. Aufgrund des Sambodromo am Sonntag war am Samstag für den Carneval früh Feierabend… Ich war sehr enttäuscht! Ich hatte Party- und Tanz-Marathone erwartet, keine Schlapp*** Naja, wir fanden denn auch heraus, dass es nur noch einen einzigen Ort in ganz Rio gab, andem es noch Tanz und Blocos (Carneval-Paraden) nach 10Uhr gab… LAPA. So nahmen wir ein Colectivo nach „Lapalapalapalapalapaaaa“ wo ich dann doch noch zu meinem Carnevalerlebnis kam: CROWDED, LOUD, DRUNK… Das wäre so ungefähr meine Kurzbeschreibung! Die Peruaner warnten mich an jeder Ecke vor Dieben, mahnten mich, meine Kamera einzupacken, aber ich scherte mich wenig darum, ich hatte ja zwei starke Männer an der Seite 😛

Bis um 1 in der Nacht quetschten wir uns durch die Menge, danach fragten wir noch etwa zehn Polizisten nach dem Weg zum Sambodromo. Den fanden wir schliesslich auch, unterwegs aber gerieten wir noch in eine Schwulenparty 😀 Auf der gesamten Avenida beim Sambodromo sammelten sich die wunderbar kostümierten Tänzer nach ihren Shows. Dies war wohl das Tollste am Carneval, was ich zu Gesicht bekam 🙂 Überall glitzerte und funkelte es, grellgrün, sonnengelb, feuerrot, knappe Diamanten-Bikinis, riesige Kopfbeschmückungen… Ein schöner Anblick für die müden Augen!

Nach einer ausgiebigen Foto Session trennten wir uns schliesslich, ich nahm einen Colectivo zum Rodoviaria und die beiden Peruaner gingen zurück in ihr Hotel. Am Rodoviaria wollte ich zuerst wachbleiben, allerdings gab ich meinen verzweifelten Versuch irgendwann auf, holte mein Gepäck und legte mich am Boden (wie so viele andere) schlafen…

Im Bus nach Arraial do Cabo schlief ich vom ersten Augenblick bis zur Ankunft durch 🙂

Mein Wort zum Carneval in Rio: Ich glaube das Highlight ist wirklich der Sambodromo, ansonsten ist der Carneval in meinen Augen nichts wahnsinnig spezielles, es ist eine RIESEN Party, allerdings eben eine Party gleich wie jede andere auf dieser Erdkugel. Es wird in unglaublichen Mengen Alkohol getrunken, als Frau wird man begrabscht, als Mann von Schwulen angebaggert, alle sind in heiterer Feststimmung… Mein Tipp: Wenn man unbedingt den berühmten Carneval in Rio erleben will, sollte man auf jeden Fall in den Sambodromo, ansonsten lohnt es sich nicht wirklich… Gerade so gut kann man nach Ibizza oder Lloret del Mar 🙂 That’s it more or less 🙂



Inselleben…

21 02 2012

Im kleinen Bus nach Angra – von wo aus man ein Boot nach Ilha Grande nehmen kann – verzauberte mich die Landschaft: ein ganzer Wald bestand sozusagen aus irgendeiner Wucherpflanze in Richtung Efeu! Soll heissen: Jedes Pflänzchen und jeder Baum war von dieser Pflanze über und über zugedeckt, das sah echt Spitze aus! Leider hab ich wie so oft nur schlechte Bilder gemacht (diesmal geb ich dem Fahrer die Schuld… 😉

Das Boot nach Ilha Grande kostete mich einiges mehr als gedacht, denn ich wollte nicht mit dem Gepäck drei Stunden auf die günstige Fähre warten. Allerdings war das teure Schiff total übervoll, die Leute fanden kaum Platz. Ich hatte zuerst Glück, da ich eine der ersten auf dem Boot war, aber während der Fahr rutschten dann plötzlich drei Leute einfach auf meinen Platz, stiessen mich einfach beiseite. Später begriff ich, dass sie einigen Spritzern auswichen, trotzdem ärgerte ich mich fürchterlich über die Unhöflichkeit. So sagte ich dem einen auf portugiesisch, dass es dort drüben noch Platz gäbe. Das schien er zu verstehen, denn ab da drückte er mich nicht mehr ständig weg! Grrr!

Auf Ilha Grande angelangt erfuhr ich bei der Touristeninfo, dass diese keine Ahnung hatten, wo hier das Hi-Hostel war! Es gab sogar zwei, wie ich wusste! Entrüstet machte ich mich auf die Suche 🙂 Ich fand das erste Hi-Hostel sehr schnell (die Insel ist klein), die wiesen mir den Weg zu meinem Hostel… Es war einigemassen abgelegen und forderte einen Aufstieg von bestimmt 20-30 Höhenmeter, was mich an diesem Tag meine allerletzte Kraft kostete (mit ca.20kg Gepäck).

Aber das Hostel machte alles wieder gut: wunderschön hergerichtet, sehr sehr sauber, frisch riechend, mit Gärtnern an jeder Ecke. Bungalows beherrschten das Bild, zudem gab es so coole Hauszeltplätze (Bilder folgen evt.). Es gab sogar einen künstlich angelegten Weiher mit Fischen, zudem Katzen und Hunde, was mich wie immer glücklich stimmte 🙂

Nach meiner Dusche machte ich mich mühselig auf den Weg, um bei Tageslicht noch einen Blick auf die Insel zu werfen. Auf dem winzigen verwundenen Weg nach unten traf ich ein kleines Spektakel an: eine wiiiinzige schwarze Katze kam immer wieder hinter einem Zaun hervor, ein Hund rannte auf sie zu, bellte sie an, da versteckte sich das Kätzli gleich wieder. Dies wiederholte sich einige Male, BIS die Katze sich unsicher umdrehte und den Hund direkt anfauchte! Es war ein sooo niedlicher Anblick, das wiiinzige Babykätzchen welches den etwa 10mal so grossen Hund anfauchte. Und DANN zog der Hund sogleich den Schwanz ein und versteckte sich hinter der nächsten Mauer xD

Bei meinem Schlendergang durch das „Zentrum“ – welches aus etwa 4 Strassen bestand – traf ich auf die zwei Engländerinnen von Paraty! Ich verabredete mich mit ihnen zum Nachtessen, später dann auch noch für einen Drink am Strand 🙂 Wir assen übrigens in einem super leckeren und süssen Familienrestaurant: der Sohn nahm die Bestellung auf, die Grossmutter kochte und die Mutter servierte 😀

An meinem einzigen ganzen Tag auf der Insel nahm ich mir vor, mich einfach mal wieder zu erholen. Allerdings erledigte sich jede andere Möglichkeit dadurch, dass ich nach dem Frühstück höllische Kopfschmerzen bekam!

Es brauchte im Übrigen einen GANZEN Tag mit Kopfschmerzen unters Moskitonetz gefesselt, bis ich erkannte, dass ich mein Moskitonetz immer falsch aufgehängt hatte xD Also hatten die Kopfschmerzen wohl ihren Sinn ^^

Meine Zimmergenossen waren diesmal eher unsympathisch: eine Französin, die bei meinem Alter entgegnete: „Tu est un BÉBÉ!!!“ später lernte ich dann noch die Polin kennen, die zwar an sich cool erschien, allerdings eine sehr aggressive Art hatte, so dass ich bei unserem Gespräch nur Gelegenheit fand, mich zu verteidigen, anstatt mich mitzuteilen… Zudem belauschte ich ihr anfangs spannendes Gespräch, das aber bald einmal abwertend wurde (im Stil von „wir sind die höhere gebildete Klasse, wir mit dem Universitätsabschluss aus Europa…“). Sie hielten sich zudem für wahnsinnig open-minded, was ich allein durch die Dinge „Bébé“ und „agressives Sprachmuster“ zu widerlegen weiss… Zum Glück verliessen mich die beiden an meinem Kopfschmerztag 🙂

In der Nacht auf meine Abreise hatte ich irgend ein Fiich in meinem Nest, das verstach mir die gesamten Beine und ich bekam kaum Schlaf  – es war die Nacht vor meiner schlaflosen-Carneval-Nacht! Grummel.

Über die Insel generell: süss, klein, gut zum entspannen, ein bisschen langweilig, sehr touristisch, gutes Ambiente am Abend 🙂

Mit einem günstigen Katamaran gings am nächsten Tag dann wieder zurück nach Angra und von dort aus nach Rio!



Fischerdorf mit internationalem Charme – Paraty

20 02 2012
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violette: le couleur de brasil!

Ufem Wäg nach Paraty :)

Ufem Wäg nach Paraty 🙂

Nebelgrenze!

Nebelgrenze!

Paraty… wo fang ich bei dir bloss an? Der erste Blick in dieses Städtchen hinein hat mich schon in seinen Bann gerissen: klein, fein, alt, gut in Stande, keine Armut, ganz Paraty schien mir wie eine Hand-in-Hand-Population… Jeder hat sein kleines Touristenbusiness oder sein Restaurant. Ganz egal was es für ein Geschäft ist, die Einnahmequelle heisst Touristen 😀 Das Centro historico und der Hafen sind für alle natürlich DIE Attraktion schlechthin, auch ich fand dies verzaubernd. So liess ich mich zu einer Bootstour auf einem Piratenschiff hinreissen, absichtlich wählte ich dazu nicht mein Hi-Hostel als Organisator sondern einen aussenstehenden Operator.

Hi-Hostel direkt am Fluss ins Meer =)

Hi-Hostel direkt am Fluss ins Meer =)

So lernte ich auf dem Boot 3 Engländerinnen kennen, ganz schön feist, aber ganz nett. Zwei von ihnen waren Schwestern, die gerade gemeinsam eine Weltreise über halb Asien und dann Südamerika, als Abschluss Carneval in Rio unternommen hatten. Diese traf ich dann auch wieder auf meinem nächsten Stop auf Ilha Grande (per Zufall). Auch ging ich mit ihnen am selben Abend aus, obwohl ich total müde war. Per Glück liefen wir an einen Pre-Carneval, der echt toll war: live Musik mit Trommlern und Sänger, und sogar halbnackte Tänzerinnen (an denen erfreuten sich meine Augen am meisten :-P)! Als Gag holten sie schliesslich noch einen „Bock“ aus der Menge (ein Mann der den tanzenden Weibern wörtlich nachsabberte) und platzierten ihn auf einem Stuhl, wo er von 4 dieser Schönheiten angetanzt und befummelt wurde. Zur Krönung wurden ihm noch die Augen verbunden und die Tänzerinnen durch die Drummers ausgetauscht!!! xD Mein Gott war das zum Lachen! Davon hab ich also eine Menge Fotos gemacht 😛

Nun aber zurück zu Paraty: am ersten Tag erkundete ich an einem einzigen Nachmittag die ganze Altstadt und hockte dann einfach in aller Friedlichkeit einige Stunden am Hafen, auf einem Steg, die Füsse zum Wasser hin baumelnd. In Paraty fühlte ich mich von Anfang bis Schluss vollkommen entspannt, friedlich! Allerdings machte ich auf meinem Rückweg zum Hostel eine ganz unschöne Bekanntschaft: An einem Platz standen gereiht Pferdekutschen. Das vorderste sah schon von Weitem ganz dürr aus, und als ich zu ihm hinging sah ich auch das vernarbte Gesicht! Ich sprach den Halter darauf an, er meinte nur: das Pferd habe nun mal eine Sonnenallergie, da könne man nichts machen. Und als ich den Kopf missbilligend schüttelte fragte er sogleich, ob ich Marihuana rauche! Ich spuckte ihm ein Nein ins Gesicht bevor ich ihm sagte, er solle morgen um die selbe Zeit hier sein, ich werde mit Futter für das Pferd kommen. So stapfte ich davon, wohlwissend dass man dem Pferd nur helfen könnte, wenn man es diesem Scheusal von Mensch abkaufen würde… Ich suchte in Paraty nach einer Tierarztpraxis, jedoch ohne Erfolg. So ging ich am nächsten Tag (vor und nach meiner Bootstour) bloss mit Karotten, Äpfeln und Bananen zu den Pferden. Das abgemagerte wollte keinen einzigen Bissen! 🙁

Entrada do Centro historico

Entrada do Centro historico

Hahaaa, de kennemer doch! ;)

Hahaaa, de kennemer doch! 😉

Stilleben

Stilleben

le charme...

le charme...

une porte...

une porte...

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Paraty als Küche war ausnahmslos und übertrieben teuer, so machte ich gleich am ersten Abend grosseinkauf und kochte mir selbst meine Crevetten. Erstaunlicherweise habe ich bisher an keinem Ort günstige Crevetten oder andere Meeresfrüchte gefunden, kann ich mir nicht erklären, wo doch das Meer überall ist! Da sind die Crevetten sogar in der Schweiz noch günstiger! Was auch immer, hauptsächlich deckte ich mich wieder einmal mit Früchten ein 🙂

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Wenn mich nun ein Paar fragen würde, was ich in Brasilien als Ferienort empfehlen könnte, würde ich ohne zu zögern Paraty anprangern! Es ist die wohl romantischste und idyllischste Stadt, die ich je gesehen habe!

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lonely island :)

lonely island 🙂

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super Snapshot!

super Snapshot!

und nomal richtig^^

und nomal richtig^^

min Popcorn-liebende Kumpel ;)

min Popcorn-liebende Kumpel 😉

Pre-Carneval

Pre-Carneval

what a show ^^

what a show ^^



Back to São Paulo

15 02 2012

In Assis musste ich (mit Marina) auf den Bus nach São Paulo warten, von dort aus wollte ich dann direkt weiter nach Paraty. Allerdings telefonierten wir dann in die Jugendherberge von Paraty und erfuhren, dass sie für kommende Nacht vollkommen ausgebucht war. So liess ich es offen, ob ich gleich weiter nach Paraty ginge oder nicht. Übrigens fand ich es sehr ironisch, dass ich neben einem Polizisten mit Weste und Waffe platziert war – soviel zu sicher reisen 😀 Im Bus schlief ich dann doch mal endlich ein, doch als ich erst in São Paulo wieder aufwachte, erkannte ich meinen Fehler… ich war mit Brille auf der Nase eingeschlafen. Diese war während der ruckligen Fahrt zu Boden gegangen und von den Füssen zertrampelt worden. Als ich die Bruchstücke meiner Brille zusammensammelte lachte ich allerdings… Fragt mich nicht weshalb xD

Mit einem Einglas vor dem Gesicht, fand ich dank meiner fast schon heimischen Kenntnis von São Paulo die Busstation, wo die Busse nach Paraty starten. Dort müde angekommen, und etwas genervt durch meine sehr eingeschränkte Sicht, erfuhr ich, dass die Busse nach Paraty komplett voll waren, dass erst am nächsten Tag der 2. Bus noch einige wenige Plätze frei hatte. Niedergeschlagen kaufte ich denn also das Ticket für den folgenden Tag. Daraufhin wollte ich mein bereits bekanntes Hostel in São Paulo anrufen um zu fragen, ob sie noch was frei hätten. Zuerst aber funktionierte keines der Telefone, vielleicht lag es auch an meiner Telefonkarte, und als es schliesslich funktionierte, kam ich nicht durch, obwohl ich es mehrere Male probierte… So nahm ich gezwungnermassen das Risiko auf mich und schleppte mich auf den langen Weg zum Hostel. Ich hatte Glück, es gab noch Plätze, obschon Carneval vor der Tür stand… Allerdings traf ich in meinem Zimmer auf eine unschöne Überraschung: eine ins Handy kreischende, zum Teil sogar heulende Person… Zudem grunzte und rotzte sie jede Minute, in der sie nicht am Telefon war. Ich überlebte die Nacht – obschon ich so schlecht wie lange nicht mehr schlief – und machte mich am nächsten Morgen früh auf den Weg nach Paraty.

In der Metrostation stuften sie mich dank meiner Rucksäcke als behindert ein (gleichzustellen mit am Stock gehenden, oder Schwangeren…), und liessen mich so an der riiiiesigen Menge vom Morgenrush vorbei, durch eine extra-Schleuse… Vorzüglich! xD So konnte die Reise nach Paraty bald losgehen…



Assis – brazilian life

14 02 2012

Von Campo Grande aus ging ich mit einem Bus direkt nach Assis. Dort holte mich Marina gleich am Busbahnhof ab und nahm mich bei sich zu Hause auf. Sie hatte mich vor der Unordung gewarnt (da sie am Montag darauf umziehen würde), allerdings herrscht in meinem Zimmer allerseits mehr Chaos 😉

Auf dem Weg nach Assis hatte ich immer mehr „gnüsst“ und hatte den Schnupfen bekommen. Am Nachmittag gings dann richtig los: ich fühlte mich zuerst einfach nur unsäglich unwohl (wie auch der Schweizer einige Tage zuvor im Pantanal) und dann bekam ich Kopfschmerzen, zum schreien! Am Abend gings dann mit Fieber und Übelkeit weiter. Hätte ich mich nach unseren natürlichen Heilversuchen nicht bald besser gefühlt, wäre ich schnurstraks in den Spital gegangen. Marina aber hatte irgend ein natürliches Mitteli, sie kochte mir zudem eine Gemüsesuppe, machte mir Saft aus Orangen und Açerola (Vitamin C haltig!), kaufte mir Ingwer und Limonen für meine Wasserzufuhr und umsorgte mich auch ansonsten schon fast professionel, oder mütterlich? Ich hatte übrigens die verrückte Idee, Selbshypnose an mir selbst durchzuführen, denn laut meinem Buch, soll sie eigentlich sehr heilende Kräfte haben und nicht einzig dem Mysterium und Abrakadabra dienen… Tatsächlich (ich weiss nicht, woran es genau lag) fühlte ich mich nach Marinas Heilmitteli und meiner Selbsthypnose wie neu geboren!!! So entschloss ich, mich auch weiter mit dem Thema der Hypnose zu beschäftigen und mich selbst in Zukunft als Versuchskaninchen zu nutzen (ich hatte ja oft genug Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und andere Beschwerden :)… Bei meinen Erholungsstunden die ich unter anderem auch draussen auf einem Stuhl verbrachte, beobachtete ich eine Ameise und wunderte mich über deren Intelligenz! Sie stemmte sich mit grosser Mühe noch, um sehen zu können, wo sie hinmusste, oder riechen? Auf jeden Fall schien mir dieses Verhalten für ein so winziges Tier sehr schlau. Ein verirrter Mensch würde vermutlich einfach mal wild im Zeug rumrennen, bevor er auf die Idee käme, auf ein Hochhaus zu klettern… 😉

Spektakel Ameisen

Spektakel Ameisen

Aber nun zurück zu meiner Ankunft in Assis, dem ländlichen, kleinen Städtchen: als erstes nahm ich in der einfachen WG eine Dusche, danach fuhr ich zum ersten mal in meinem Leben mit einem MOTOTAXI (cool!) zur Universität. Dort assen wir für 3 Reais zu Mittag und anschliessend wurde ich durch die Universität geführt: ich fand sie super schön, die Trampelpfade von Gebäude zu Gebäude führten durch einen kleinen Urwald, es lag eine sehr gelassene Stimmung in der Luft, die Bibliothek zeigte mir erneut, wie gebildet und fortschrittlich Brasilien war. Allerdings ging es mit mir dann aber bald darauf bergab, sodass ich nicht mehr allzu viel von Assis sah…

Die Wohnung: sie gab mir kräftig zu denken. Für mich stellte sie den Inbegriff von Simpelheit dar! Und ich fand es TOTAL cool! Ich fühlte mich super wohl in einer so einfach Wohnung, in der nur das wirklich Nötigste vorhanden war. Ich dachte an mein Zimmer zurück und machte mir ganzheitlich Gedanken über das Leben von Schweizern: in den Mittagspausen gehen Schüler manchmal shoppen, wenn wir uns verabreden, gehen wir evt. gemeinsam neue Klamotten einkaufen, wir machen einen Ausflug in die IKEA, wir überlegen uns ständig, was wir neues kaufen könnten, was wir noch brauchen könnten, was wir noch anschaffen wollen, um uns glücklicher zu stimmen… Ist das nicht traurig? Trotz vieler solcher und noch weitreichenderer Gedanken fasste ich keineswegs den Entschluss, mein Zimmer bei meiner Rückkehr komplett auszuräumen, nein, denn was würde ich dann in der kleinen Schweiz noch interessant finden. In einem so kleinen reichen Land ist es fast schon notwendig, so zu leben. Ich glaube ansonsten würden wir an Langeweile oder an anderen „reichen“ Krankheiten, wie Diagnosen von x Psychiatern, Things-to-do-Lists und dergleichen sterben… Was solls, auf jeden Fall faszinierte mich dieses simple Leben zutiefst, ich nahm es auch bewusster denn jeh war. Man lebte Tür an Tür mit Tieren, Ameisen, Gekos und Katzen, Hunden, man schlief, man ass, man lernte. Wunderschön!

Das beste an der ganzen Sache war: am Sonntag fingen Marina und ihr WG-Partner an die Dinge zusammen zu packen (für den Umzug), dabei rief er aus: „Wir haben einfach viel zu viele Sachen!!!“ 😀

jump-in-pool!

jump-in-pool!

Marina :)

Marina 🙂

herzigs Pärli!

herzigs Pärli!

Am Samstag (ich war immer noch krank) gingen wir an eine „Poolparty“, es war mehr eine Festlichkeit, man speiste gemeinsam an einem Pool um sich über die bestandene Bachelorprüfung einer Japanerin (die Gastgeberin) zu freuen. Auch dies war für mich ein fröhliches Erlebnis: ich schlief zwar die meiste Zeit in einer Hängematte, aber als ich mit Marinas Freunden am Tisch sass, und Dinge fragte, wurde die Frage gleich in die gesamte intellektuelle Runde geworfen, bis sie beantwortet war, danach kam die Antwort zu mir gesegelt! Und am Abend kurz vor Sonnenuntergang griffen alle Anwesenden zu einem Instrument (Trommeln, Flöte, Rasseln, etc.) und begannen, gemeinsam zu spielen, im selben Rythmus vor und zurück zu treten! Was für ein Feeling! DAS IST DISCO! :o) dieses gemeinsame musizieren, diese Freude an der Musik, dieses lockere, selbsverständliche gemeinsame Singen sollte man auf der ganzen Welt verbreiten! Es ist eine wahrhaftige Freude für das Herz!!! Ich lachte die ganze Zeit, trotz meines „Zustandes“…

improvisanti Drummers ;)

improvisanti Drummers 😉

fun-atmosphere =)

fun-atmosphere =)

Bei Marina konnte ich mal wider mit einer Maschine Wäsche waschen, allerdings überzeugte mich das umsomehr von der Handwäsche… Ein Spängeli hatte sich in die Maschine verirrt und färbte fast alle meine (weissen) Kleider an einigen Stellen rostrot… Somit hatte ich wohl einen Grund, bald brasilianische, farbenfrohe Tracht zu erstatten… ;o)



Europa & Australien in Brasilien

13 02 2012

Mit der Anreise in den Pantanal war das so eine Sache… Es gab zu viele Reiseanbieter, sodass man sich zuerst kaum entscheiden konnte, anschliessend aber alle in den selben Bus verfrachtet wurden ^^ Da ich aber als einzige bei einem Local gebucht hatte, dachte ich mir, ich würde vielleicht in eine andere Lodge gebracht. Dem war nicht so: wir kamen allesamt in die LontraLodge, nur ein Australier wurde weiter befördert.

Diesen Australier traf ich wieder auf der Rückreise, wir verbrachten denn auch gemeinsam mit noch zwei weiteren Bekanntschaften von mir die Nacht im selben Hotel in Campo Grande. Im Gespräch mit ihm bemerkte ich, wie wichtig mir beim Reisen der geistige Gehalt war…

In der Lodge im Pantanal angekommen kam ich dann aber doch als einzige in ein anderes Zimmer. Die deutsche Gruppe, der schweizer Hobbyfotograph und die Spanierin kamen alle ins selbe Zimmer.

In meinem Zimmer lernte ich schliesslich einen weiteren Schweizer kennen (er reiste ebenso allein und ist relativ jung, hatte zwar einen komplett verschiedenen Werdegang, dennoch hatten wir ähnliche Fazite gezogen und empfanden das Reisen als grossen Schatz :), einen Brasilianer (mit dem ich aber nicht so viel zu tun hatte) und schliesslich den Franzosen, der dann später ebenfalls in Campo Grande im selben Hotel übernachtete.

Mit dem Schweizer verblieb ich so, dass wir uns vermutlich auf der weiteren Reise wieder treffen würden, und vielleicht auch einige Zeit gemeinsam zurücklegen würden. Ansonsten würden wir uns vermutlich mal back in Switzerland treffen.

Der Franzose entpuppte sich als supercooler Typ! Er hatte in Burkina Faso schon eine Schule aufgebaut und hatte Tourismus studiert. Ich quetschte ihn natürlich über allesmögliche aus, dennoch reichte mir das bei Weitem nicht und wir verabredeten uns für Genf (nach meiner Rückkehr)! Zudem gedenke ich, eine Reise durch Frankreich in Angriff zu nehmen, sobald ich diese *** Fahrprüfung hinter mir habe, und ihr bei dieser Gelegenheit zu besuchen. Vielleicht lag auch ein gemeinsamer Trip nach Frankreich drin… 😀

Den anderen Schweizer den ich schon auf dem Weg kennengelernt hatte (der Hobbyfotograph) wohnt ebenfalls in Zürich, gab mir ebenfalls Inspirationen für weitere Reisen (zB. eine Reise zu Pferd durch Island). Er wurde am letzten Tag (bei meiner Abreise) krank, vermutlich hatten wir dieselbe Infektion, denn ich wurde 2 Tage darauf auch krank… Später mehr dazu 🙂 Übrigens hatte er einen kleinen Schock bei meiner Altersverkündigung^^

Die Deutschen… aus Berlin… jaaa, sie waren zwar für deutsche Verhältnisse ganz nett, aber ich merkte wieder, wie sehr mir ihre gesamte Denkweise und ihre Kultur widerstrebte. Eine dieser Deutschen war allerdings auch sehr interessant, ich gedenke, mit ihr in Kontakt zu bleiben. Sie hatte irgendwas wie Agrarwissenschaften studiert und arbeitete auf dem Gebiet erneuerbaren Energie, hatte spannende Auslandaufenthalte gemacht und war auch sonst eine sehr aufgeschlossene Persönlichkeit. Sie wollte, dass ich ihr Bescheid gebe, wenn ich meinen „kleinen“ Traum erfüllt hatte 😉 Ansonsten kann ich nur sagen, dass diese Gruppe der europäischen Ansicht unterlag, alles besser zu wissen… Und dass sie sobald ich mein Alter verkündete einen ganz veränderten Tonfall anschlugen…… „Oh du armes kleines Ding, brauchst du Hilfe, fühlst du dich nicht allein?“ Und auf keinen Fall fragt man eine 19jährige nach Wissen, so junge Leute haben doch noch keine Ahnung vom Leben ^^ Naja, not my problem 🙂

An meinem Abreisetag lernte ich dann noch eine weitere sehr spannende Person kennen: eine Australierin, die ich dann auch am Rodoviaria in Campo Grande wieder traf (wir verbrachten 3h gemeinsam dort, dank Busverspätung, und dann im Bus noch einige Stunden). Sie hatte bisher an eine gebuchte Tour von drei Wochen teilgenommen und war nun das erste mal „frei“ unterwegs. Sie war froh, mal ein bisschen allein sein zu können 🙂 Sie hatte zuerst irgendwas mit Wissenschaften studiert, dann aber nach einigen Jahren der Arbeit einen Master in Entwicklungshilfe absolviert. Danach hatte sie für ein Jahr in einer mini NPO in der Mongolei gearbeitet, danach hatte sie von Australien aus an einem Projekt in Papa Neu Guinea gearbeitet und schliesslich noch an einem Projekt mit Ärzten in den Philipinen. Äusserst spannende Person! Auch mit ihr verblieb ich so, dass wir uns vielleicht nochmals treffen würden um ein Stück gemeinsam zu bereisen 🙂



Pantanal Pics

9 02 2012
sGröschte "Reh" wo euse Guide jeh gseh hed!

sGröschte "Reh" wo euse Guide jeh gseh hed!

gröschte Nagetier überhaupt :)

gröschte Nagetier überhaupt 🙂

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Kifferboot xD

Kifferboot xD

Schwimmen mit Piranhas und Kaimanen...

Schwimmen mit Piranhas und Kaimanen...

...Der einzige Weg... ;)

...Der einzige Weg... 😉

einfach nur schön!

einfach nur schön!

wir sind doch alle Erdbewohner :)

wir sind doch alle Erdbewohner 🙂

Piranha-fishing :)

Piranha-fishing 🙂

BeSITZER der Angel ^^

BeSITZER der Angel ^^

CH hat Hunger!

CH hat Hunger!

Snapshot!

Snapshot!

Flirten mit dem Kaiman

Flirten mit dem Kaiman

DE hat auch Hunger!

DE hat auch Hunger!

Brazilian Cows

Brazilian Cows

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Brazilian Cowboys: Gaúchos

Brazilian Cowboys: Gaúchos

Blue World =)

Blue World =)

Guave (schmöckt wie e Erdbeer-Öpfel-Mischig) :)

Guave (schmöckt wie e Erdbeer-Öpfel-Mischig) 🙂

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Vogel XXX

Vogel XXX

Sunset

Sunset

biutiful!

biutiful!

hmm, rumpel-safari :-D

hmm, rumpel-safari 😀

Es gid nüt Schöners als dNatur!!!

Es gid nüt Schöners als dNatur!!!

en "chliine" Muggestich! grrrr

en "chliine" Muggestich! grrrr

many Pooos

many Pooos

on ma way to Campo Grande

on ma way to Campo Grande

Zum Pantanal werd ich in meinem Blog nichts mehr sagen, Bilder sagen da einiges mehr. Vielleicht werd ich noch kurz die vielen Bekanntschaften in einem späteren Artikel aufgreifen 😉



Die Welt ist klein…

9 02 2012

In Foz do Iguaçu wartete ich einmal auf „meine Gruppe dabei lernte ich einen dort arbeitenden Argentinier kennen. Dieser fragte mich irgendwann, was für Musik mir gefalle und erzählte im Anschluss von einer Band, die ihm sehr gefiel, wo übrigens auch ein Schweizer mitspielte. Die Band von der er sprach, war die, deren Konzert ich in São Paulo besucht hatte! Die Welt ist klein 🙂

Photoshop?!

Photoshop?!

Kleine Anmerkungen:

* Auf Florianópolis hatte es überall Sportgeräte aufgestellt, auf Grund ihres Äusseren dachte ich zuerst immer, es seien Spielplätze! Sowas sollte man auf der ganzen Welt haben: Sport-Spielplätze für Jogger und Ähnliches 🙂

* Es scheint, als widerspräche es der Logik der Brasilianer, dass die Wäsche bei tagelangem Regen nun mal einfach nicht trocknet, ganz egal, wie lange man die Wäsche draussen hängen lässt ^^

* Jetzt weiss ich, wo all die Bananen herkommen! Auf meinem Weg von São Paul nach Florianópolis fuhr zuerst ein riesen Lastwagen VOLLBEPACKT mit Bananen an mir vorbei (es ist nicht annähernd so imposant, wenn ich es beschreibe 🙁 ) und schliesslich passierten wir auch einen Wald von Bananenplantagen! Unglaublich…

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Auf dem langen Weg (19h) nach Campo Grande entschied ich mich dank meines Reiseführers und einer Art Drang „wenn du schon mal da bist…“ vollkommen um, so buchte ich im Rodoviaria von Campo gleich eine komplette Tour in den Pantanal. Ich sprengte zwar vollkommen mein Budget, aber schliesslich hatte ich in der ersten Woche ein „zu kleines“ Budget verbraucht, so verkürzte dieser Tripp meine Reise nicht… denn Zeit ist wertvoll 😉

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Im Bus lernte ich eine 3er Gruppe Männer kennen: ich könnte heute noch nicht sagen, wo man die komischen Kerle einordnen könnte: auf der einen Seite waren sie unheimlich interessant, kamen alle aus verschiedenen Ländern (Italien, Holland und Indien), hatten wilde Lebensläufe über die ganze Welt verstreut, aber andererseits hatten sie so eine Art (ich tendiere dazu, sie dem langen Wohnen in den USA zuzuschreiben), plötzlich ihr ganzen phänomenales Hirn zurückzulassen und die ganze Welt auf Sex, Orgien und solches zu beschränken… HMPF! Mit dem Inder hatte ich eine philosophische Diskussion die ungefähr 6h dauerte. Zudem traf ich sie schliesslich per Zufall wieder als ich in den Pantanal fuhr… :-S Zum Glück gingen wir nicht in dieselbe Lodge…



Foz do Iguaçu

5 02 2012

Mein Pech von Florianópolis verfolgte mich auch noch auf dem Weg, denn mein Bus entpuppte sich als absoluter Pendler! Die Reise dauerte so 19h anstatt vielleicht 12h… Und eine Entzündung in meinem Hals wurde immer schlimmer dank der genialen Klimaanlage. Mitten in der Nacht mussten wir den Bus wechseln, aber schliesslich in Foz angelangt, nahm ich schlichtweg das Taxi, ich fühlte mich echt kränklich. Im Hostel wurde mir von sehr nicht-hilfsbereitem Receptionist mitgeteilt, dass ich bis 12.30 mit dem Check-In warten müsse (ich kam früh morgens in Foz an)… So ging ich also verschwitzt und total erschöpft in den nächsten Supermarkt und kaufte mir alle möglichen Gemüse für eine heilende Suppe… Ich konnte nämlich kaum noch essen, so schmerzhaft war dieses Ding im Hals.

In Foz ernährte ich mich grundsätzlich vegetarisch, leicht und gesund (Jogurts, Salat, Suppe, Pasta-Gemüse-Soya-Versuch…). Bei meinen Aufenthalten in der Küche lernte ich viele Leute kennen: eine gruppe von Israelis, die zwei Israelis aus Curitiba traf ich auch wieder, einen uralten Engländer (71) der allein schon fast die gesamte Welt bereist hatte (die meiste Zeit nach der Pensionierung). Er war ein wahrhaft interessanter und gebildeter Mensch, ihm fehlten nur noch 70 Länder von (ich glaub?) 360 Ländern..? Unglaublich! Er war allerdings alleinstehend, soweit ich das weiss, hat er auch keine Kinder und ist somit ein eher einsamer Mensch. Wir führten während der Abendessen und des Frühstücks viele wahnsinnig spannende Diskussionen, auch über Dinge, bei denen wir vielleicht nicht einer Meinung waren 🙂 Wir verabschiedeten uns nach 2 Tagen mit der Vereinbarung, dass ich ihm eine Email schreibe, falls ich meine verrückten Reisepläne erfüllen würde 😉

In meinem Zimmer hausten zwei Chileninnen, natürlich war ich gleich Feuer und Flamme 🙂 Mit ihnen verbracht ich fast den gesamten Rest meiner Zeit: sie erzählten mir von ihrem Leben, von den Problemen in Chile und von ihren Reiseerfahrungen im eigenen Land. Das ganze fand ich super aufschlussreich und ich erkannte, dass es noch unheimlich viel zu lernen gäbe, wenn ich wirklich auswandern will! Ein kleines Beispiel: es gibt Erdbeben, auch heftige, die ganze Städte zerstören… Daran hab ich bestimmt nicht gedacht, als ich ans auswandern nach Chile dachte. Und auch politische Probleme seien sehr present, wie unter anderem das Monopol Spaniens über die Energie in Chile!

Diese zwei Chileninnen arbeiteten beide in der Universität von Conception im Sekretaria. Die eine hatte zum Beispiel auch die Aufgabe, die Ausländer beim Eintritt in die Universität zu geleiten. Gestern sind wir dann auch gemeinsam ausgegangen, in die erste Disco (für mich) in Brasilien. Dort erkannte ich die Nationalmusik an folgendem: Jegliche Musikarten wie Rock, Pop oder Salsa wurden in eine Art Samba abgewandelt. Es gab extrem viele hübsche Leute, hochgestilt als würden sie gleich auf dem roten Teppich von hunderten Fotographen belichtet. Ich ging denn eine Stunde früher als die Chileninnen nach Hause (wegen meines Halses) und am nächsten Morgen verblieben wir bei der Verabschiedung so, dass ich sie besuchen würde, wenn ich nach Chile käme, und dass sie mit der Universität in Valdivia Kontakt aufnehmen würden, um für mich zu fragen, was man alles benötigte, wann wie wo was… Echt genial. Zudem traf ich eine Familie, die eben aus Valdivia stammte, auch der Vater bot sich an, mir zu helfen und wenn ich nach Valdivia ginge, könnte ich bei seiner Familie wohnen =) Sind das nicht echt tolle Menschen???

Die eigentliche Attraktion von Foz (die Wasserfälle), besuchte ich am 3. Tag (am 2. musste ich die Tour absagen weil ich mir vor Schmerzen nur ständig an den Hals fasste). Ich lernte dabei 2 Holländer, einen unsympathischen Engländer und ein super niedliches und cooles Paar aus Deutschland kennen. Dazu gäbe es noch viele weitere Geschichten, aber ich werde mich nun mal kurz dem Wesentlichen widtmen: Die Wasserfälle beeindruckten mich zwar wirklich sehr, extrem sogar im Vergleich zu den Niagarafällen in Kanada, trotzdem fehlte bei mir der Natur-Rausch, da es für meinen Geschmack absolute Unberührtheit und keine Touristencrowds brauchte, um eine Faszination bei mir auszulösen. Zudem verging mir die Lust nach etwa 2h (insgesamt verbrachten wir den gesamten Tag bei 47°Grad herumwatschelnd und trinkend in diesem Iguaçupark), man fotographierte einfach 1000 mal dieselben Wasserfälle… Trotzdem ist es etwas, das ich zu den Dingen zähle, die absolut sehenswert sind!

Im Hostel lernte ich schliesslich noch ein anderes deutsches Paar kennen (beide Vegetarier, find ich cool), die arbeiteten beide auf dem Gebiet erneuerbarer Energien, sehr interessant! Sie berichteten mir auch von Bonito, dass man dort (wo ich eigentlich als nächstes hatte hingehen wollen) für alles extra bezahlen müsse (soll heissen: man kann keinen einzigen Trip allein unternehmen sondern muss für jede Exkursion einen Guide bezahlen und es sei auch recht teuer…). So entschied ich mich einen Tag vor meiner Reise spontan um und kaufte ein Busticket nach Campo Grande. Erst im Nachhinein fand ich heraus, dass es dort weder ein Hi-hostel noch ein Che Lagarto hat. So suchte ich mir das nächste Hi-hostel raus, welchen mitten im nirgendwo nördlich von Campo Grande liegt. In 1h nehme ich den Bus dorthin. Das Hostel soll gleich in der Nähe eines Nationalparkes mit vielen Tieren liegen 🙂



Che Lagarto

3 02 2012

Die Hostelkette Che Lagarto erstreckt sich über fast ganz Südamerika! Sie ist keineswegs so zahlreich wie Hi-hostels, aber sehr sympathisch! Gegen das, was ich von den Argentiniern vernommen habe, war es doch relativ teuer im Vergleich zu den Hi-hostels: ca.25 CHF. Ich machte dort viele Bekanntschaften: 2 Chilenerinnen (die eine davon war das grösste Tussi, das ich in meinem ganzen Leben gesehen hatte, und doch freundlich), 4 Brasilianer (mit denen bin ich auch ausgegangen und zwar in ein mexikanisches Restaurant-Bar), einen Norweger (er war der jüngste reisende Mensch, den ich bisher angetroffen hatte: 20 Jahre alt) und schliesslich noch einen aus der Türkei, dessen Englisch so schrecklich war, dass er JEDEN EINZELNEN Satz von allen missverstand…

Der eine Receptionist war auch sehr sympathisch, er sprach perfekt Englisch (was ich noch bei keinem anderen Brasilianer erlebt hatte).

Im Ausgang sprach ich die gesamte Zeit mit dem einen Brasilianer, er war unglaublich lustig, und wir gingen in der darauffolgenden Nacht nochmals zu dritt in dieses Mexikanische Restaurant. Dort sorgte ein Brasilianer mit authentischem spanischen Geschrei und alkoholischen Tequila-Bräuchen für eine ausgelassene und fiesta-mässige Stimmung 🙂

Ansonsten möchte ich nicht mehr zu viel zu dieser Insel sagen, da ich weder ein besonders grosses Interesse an ihr hatte (da äusserst touristisch!), und da ich dort ununterbrochen vom Pech oder fast-Pech verfolgt wurde! Zum Beispiel fiel der Lustige fast ins Wasser, als ich eine Geste machte, ein riesiger, schwerer Palmast krachte 5 cm vor mir auf den Gehsteig, ich verpasste jeden Bus oder unterlag Fehlinformationen, ich bezahlte 2 Mal den Eintritt für laut gerühmte Festivals, die ich dann aber so schlecht fand, dass ich mich gleich wieder daraus flüchtete, ich schnitt mir die Hände and Steinen auf, die ich kletternd erklomm, etc. Es passierte noch sehr vieles mehr, was mich entnervte…

Also reiste ich weiter nach Iguaçu – und da muss ich anfügen: Gott sei dank, habe ich so viel Reiseerfahrung, ich wäre in diesem Bus ohne Witz erfrohren! Übrigens hatte ich zur Krönung meines Unglücks einen Bus erwischt, welcher in jedem Kaff Leute ein oder ablud, somit war einem das Schlafen praktisch unmöglich… UND vor der Abfahrt hatte ich mir noch Popcorn für die Reise gekauft, die dann aber SO DERMASSEN übersalzen waren, dass nicht einmal ICH (die Salzkönigin – für die, dies nicht wissen) sie essen konnte…

Fazit: Das Wenige an dem ich mich an Stränden und typischen Touristenorten erfreuen kann ist: Tiere, die Augenweide namens Männer, weisse halb-menschenleere Sandstrände, Grün auf allen Seiten und ein mexikanisches Restaurant mit einem superatraktiven Entertainer samt Sombrero 😉 Ich glaube ich finde mein Glück nicht in Florianópolis… 🙂