Grenzüberschritt
4 06 2012Von Ipiales aus musste ich einen Collectivobus nehmen, der mich allerdings zu meiner Überraschung sofort ÜBER die Grenze brachte, das heisst, ich war in Ecuador angekommen, ehe ich mich versah! Aber natürlich musste ich nochmals alles zurücklaufen, damit ich in der Columbianischen Botschaft den Austrittsstempel einholen konnte, erst danach ging ich mit schweissnassen Händen und Tränen in den Augen wieder zurück über die Brücke nach Ecuador. Tatsächlich weinte ich. Aber als mich auf der ecuatorianischen Seite ein Mann mit einem offenen Messer in der Hand begrüsste, steckte ich meine Emotionalität umgehend für einen Moment weg und konzentrierte mich auf das Wesentliche 🙂 Der Typ der die Eintrittsstempel verteilte fragte mich zu meiner Freude, ob ich das erste Mal nach Ecuador komme. Darauf antwortete ich etwas zu eilig: NEIN! Er suchte also den Ecuadorstempel bis ich ihn zwinkernd informierte, dass dies 10Jahre her sei. Danach liess er mich sofort gehen ^^ Ich musste einen weiteren Collectivobus bis in das Stadtterminal von Tulcán nehmen. Dort erwischte ich gleich einen Bus für 4.50 USD der direkt nach Quito fuhr (ca. 4h). Die ganze Fahrt über weinte ich entweder still vor mich hin oder nickte weg. Um das zu erklären: eigentlich hatte ich nicht erwartet, dass ich eine so starke emotionale Verbindung zu Ecuador und zum Minidorf Pomasqui empfand und ich kann es mir nur durch mein damaliges Kindesalter, die schönen und so verschiedenen Erfahrungen und durch meinte Tiere Pussycat (meine Katze), Bambi (mein/unser Hund) und Lucia (mein Huhn) erklären. Dazu natürlich unsere Nachbaren und Angestellten: Cesars Familie. Ich schwitzte die ganze Zeit über kalten Schweiss und konnte an rein gar nichts anderes denken als an das Wiedersehen mit den Orten meiner fröhlichen Kindheit und an das eventuelle Wiedersehen mit Menschen, an die ich mich optisch kaum noch erinnerte. Die Hoffnung, dass Pussycat oder Bambi noch lebten waren kaum vorhanden…
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