Glück im Unglück – Flug
21 01 2012Unnötiger Stress war das Motto des Tages!
Am Morgen früh um 5.00 Uhr begann die Hektik: mit meinem Rucksack sprintete ich an den Bahnhof, ich war relativ knapp dran für einen interkontinentalen Flug. Aber am Flughafen angekommen war kein Schwein am Schalter, sodass ich durch alle Check-Ins hasten musste, bis ich beim letzten an einer Maschine einchecken konnte. Ich erfuhr nun definitiv, dass ich umsteigen musste, und nicht – wie die Internetseite angegeben hatte – gemütlich sitzen bleiben konnte.
In Frankfurt (riesen Flughafen!) trafen wir mit solcher Verspätung ein, dass ich durch den halben Flughafen rennen musste, um schliesslich verwirrt festzustellen, dass man noch nicht mal die Handgepäck-Kontrolle geöffnet hatte. So durfte ich eine Stunde warten, wobei ich immer nervöser wurde, denn mein Flug hätte schon starten sollen. Aber wie ich dann – endlich durch die Kontrolle – herausfand, hatte die Maschine ein Problem, welches den Flug um zwei volle Stunden verspäten liess.
Im Flugzeug lernte ich meinen Nachbaren (ein Brasilianer aus Recife Umgebung) kennen, ein sehr symphatischer Kerl. Gerade hatte er zum ersten Mal seine Freundin in Deutschland besucht. Am Ende des Fluges tauschten wir auch die Kontaktadressen und er erbot sich mir sein Zuhause zu zeigen, wenn ich bei ihm durchreisen würde. In Recife wartete er geduldig auf mich. Er hatte mir angeboten, mich in Recife sprachlich zu unterstützen, da mein Portugisisch auf dem Flug zwar gewachsen war, aber noch keineswegs für effiziente Kommunikation ausreichte. Da die Schlange für „Ausländer“ nur sehr gemächlich vorankam, und die ach so kultivierten Europäer hinter mir sich sogar selbst die „Leitplanken“ öffneten und somit in rauen Mengen vordrängten, rückte mein Anschlussflug nach São Paulo in gefähliche Nähe. Zum Glück konnte die Dame an der Passkontrolle kein Wort einer Fremdsprach und so liess sie mich ohne eine einzige Frage durch. Am Checkin angelangt erfuhr ich, dass mein Flug schon geschlossen war.
So wurde ich auf das nächste Flugzeug verfrachtet, welches erst 2h später in São Paulo eintreffen würde. Für mein Gepäck hatte ich jegliche Hoffnung aufgegeben, das würde bestimmt nicht mit mir eintreffen sondern bestenfalls einige Tage später!
In São Paulo aber tuckerte mein Rucksack freudig über das Laufband auf mich zu, und so konnte die Reise weitergehen.
Um 5 Minuten verpasste ich den Bus in die City, also musste ich nochmals 2h am Flughafen verbringen. Der Bus war eine solch luxuriöse Überraschung, dass ich São Paulo sofort als europäisch einschätzte. Die Strassen waren in bestem Zustand, die Beschilderung ausgezeichnet und auch der Verkehr sehr geregelt. Die Stadt besteht aus reisigen Wolkenkratzer und zählt zu den grössten Megastädten der WELT!
Um 5.00Uhr morgens Schweizer-Zeit traf ich schliesslich in der Jugendherberge nahe dem Zentrum ein. Von aussen sah sie aus wie ein winziges Luxus-Hochhaus, doch die Innenseite war dann schon akkurater: muffig, eng, keineswegs luxuriös. Und doch sehr funktional, ich bekam mein eigenes 8-Bett-Zimmer mit zwei Duschen und einem WC, Ventilator und Licht 🙂
Tod wie ein Stein fiel ich nach einer kalten Dusche in das kleine Bett.
Was ich an diesem Tag schon gelernt hatte: Meine Theorie, dass ich einfach nicht für die Kälte geschaffen bin, hatte sich mit Bravour bestätigt: bei 23 Grad Celcius und Schwüle, schlotterte ich als einzige weit und breit wie ein Schlosshund! 😀
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