Hi-Hostel Centro

30 01 2012

Florianópolis betritt man über eine riesige Brücke, die neben der berühmten längsten Hängebrücke der Welt trohnt (Ponte Hercílio Luz). Wenn man aus dem Bus steigt, gelangt man als allererstes zu einem sehr sympathischen Touristoffice, wo man Informationen über wandern, reiten, klettern, surfen und andere Sportarten einholen kann. Aber nach diesem tollen Einstieg verfolgte mich am ersten Tag eine kleine Pechssträhne. Ich führe dies auf meine wenigen, untollen Stunden Schlaf in der vorigen Nacht in Curitiba zurück…

Zu Fuss erklomm ich das Zentrum der Insel, wo die Jugenherberge lag. Dort angekommen wurde ich von einer seeehr unfreundlichen Receptionistin begrüsst. Ihre Einstellung zum Job: WC, schlafen, fernsehen und möglichst keine gute Informationsquelle für die Touristen sein… Doch erzählte sie mir von einem riesen Festival, weshalb das Hostel „ausgebucht“ sei, welches an einem fernen Stran stattfand. So richtete ich mich im Zimmer ein, nahm eine ewige Dusche und machte mich anschliessend auf den Weg zu diesem Strand. Ich dachte mir, dass ich vielleicht endlich mal die partying-People von Brasilien kennenlernen würde. Doch schon die Fahrt nach Praia de Jurerê war unglaublich erschwerlich, da kaum jemand so recht Auskunft über die Busse geben konnte. Dort angelangt erfuhr ich, dass man den Pass bei sich haben musste, um ins Festival eintreten zu können – was bei mir nicht der Fall war. Doch die Leute waren nett und liessen mich auch mit meiner Kopie der ID durch. Ich bezahlte also 30 Reais, freute mich über ein riesen Model, das mir mit ihrem English alles zu erklären versuchte, und trat ein.

1 Minute später flüchtete ich wieder hinaus. Ich hatte mir etwas grossflächiges mit Strandzugang vorgestellt, aber nein, es war eine Kinderparty (soll heissen: 16-vielleicht 22 Jahre),  Securities versperrten den Zugang zum Strand und überhaupt war die Fläche des ganzen etwa auf meine Wohnung in der Schweiz begrenzt!!!

Das Geld bekam ich trotz grossartiger Bemühungen des grossen Models nicht wieder, sodass ich einigermassen vernichtet davonstampfte, ohne überhaupt noch den wirklichen Zugang zum Strand zu suchen. DENN ich hatte erfahren, dass der späteste Bus schon vor 20.00 Uhr zurück fuhr, sodass ich kaum noch Zeit hatte. Zudem musste ich die Busstation ja zuerst noch suchen, und hoffen, dass ich bei der richtigen stand und den richtigen Bus erwischte.

Wartend belauschte ich die aufgebrachten Brasilianer, die sich darüber austauschten, dass nur 1 Bus in der Stunde fuhr und dass gerade einer vorbei sei… Aber auch ich kam spät abends wieder im Zentrum der Insel Florianópolis an, und suchte mir etwas Essbares. Das war ebenfalls ein Misserfolg, denn der X-Salade den ich bestellte, war ein sehr sehr sehr unappetittlich aussehender Burger. Ich staune noch heute, dass ich danach nicht irgendwelchen Würmern oder Übelkeiten unterlag…

Im Hostel lernte ich aber dann sehr viele nette Leute kennen: 2 Brasilianer, einer war sehr interessant, der andere eine wahrhafte Sexbombe, einen Kanadier, der sein Kind in Brasilien besucht hatte (er hatte lange Zeit nichts davon gewusst, dass er Vater war…), einen Chilener, der sich ständig darüber beklagte, dass er von seinem Arbeitgeber in einem Hi-Hostel einquartiert worden war, und seine Frau, die einen höheren Abschluss als er hatte, in einem Hotel… Im Zimmer mit mir war ein Grüppchen sehr netter Argentinier mit einem wunderhübschen kleinen Mann; sie rieten mir auch das preiswerte Hostel, in das ich heute umziehe… Am nächsten Tag schliesslich noch einen Österreicher (der Biotechnologie studiert, jetzt aber mehr an meditieren und heilen mithilfe von Energien interessiert war), mit dem ich dann an den Strand ging (by the way brachten uns die zwei Brasilianer mit ihrem Auto, in dem sie Friede-Freude-Eierkuchen Cannabis in einem Kaugummipapier rauchten…:)

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An der Praia do Morro das Pedras lernte ich noch einen Uruguayaner kennen, wow, was für ein unglaublich hübsches Gesicht! Zum Glück begleitete mich der Österreicher, denn im Bus verlor ich mich VOLLKOMMEN im Gespräch mit ihm, bzw. in seinen Augen, ich hätte Tage in diesem Bus fahren können… (Keine Angst, ich bin nicht verliebt! Zudem konnte er mein Alter kaum glauben, er war 30…) An diesem Tag hab ich mir auch einen saftigen, oder eher feuerroten Sonnenbrand auf den Schultern eingeholt, der mich jetzt in Kombination mit meiner riesen Rucksack voller Schadenfreude bestraft 😀

mini Hündli :-*

mini Hündli :-*

In einigen Stunden reise ich mit kleinen Bussen zur Ostseite der Insel, das Hostel liegt zwischen Praia Mole und Praia da Joaquina 🙂

die innovativen Busse!

die innovativen Busse!



Die fotogene Stadt

30 01 2012

Wow, was für ein Ort! Ich hatte noch nie eine so fotogene Stadt gesehen! An jeder Ecke gab es prachtvolle Parks (ein himmlischer Ort für Gärtner würde ich meinen!), botanische Garten, sehneswerte Bauten wie Amphithater in einem Glaspalast auf einer Miniinsel errichtet, Museen und Sprinbrunnen in allen Variationen. Hier habe ich keine Strassenbettler gesehen, also nicht so kontrastreich wie São Paulo.

Zudem charakterisierte ich die Stadt mit dem Begriff „Tierstadt“. Ich habe noch nie so viele Tierkliniken und Pet-Shops in einer einzigen Stadt gesehen und ich habe auch noch nie Pferde in der Stadt frei rumlaufen sehen… In São Paulo hatte ich sowieso kaum Tiere gesehen, wenn dann vereinzelt Hunde, aber hier hatte fast jedes Haus mehrere Wachhunde, es gab viele streunende Hunde, einer davon begleitete mich auch ein Stückchen auf meinem Weg 🙂

Ich muss zugeben, dass ich mich in dieser Stadt hauptsächlich dem Tourismus hingegeben habe. Ich habe einen Tag lang den Touristenbus für 25 Reais benutzt, die restlichen Sehenswürdigkeiten hab ich zu Fuss abgeklappert. Aber danach bin ich schnurstraks wieder ins Hotel, ging noch kurz aus um in einem chinesischen Restaurant zu essen, und warf mich dann ins Nest. Ich lief also kaum in der Stadt herum, wie ich das in São Paulo getan hatte…

Die Nacht war ein Horror: die zwei Israelis die mit mir im Zimmer waren packten bis um 2 oder 3 Uhr morgen (sehr laut…), so wurde mein Plan des früh weiterziehens durchkreuzt. Als sie dann endlich die Lichter löschten und zu Bett gingen, hielten mich etwa 5 fiese Mücken mit ihrem wahnsinnigen Gesumme wach. Ich hatte nach dieser Nacht um die 10 Stiche zu verzeichnen. Irgendwann, so um 4, machte ich meiner seits rücksichtslos alle Lichter an, grübelte raschelnd in meine Rucksack bis ich mein Moskitonetz fand, und installierte es laut klappernd am Bett! So schlief ich kaum in jener Nacht.

Am nächsten Morgen erst lernte ich die Israelis kennen, eine davon war sehr spannend. Sie hatte 3 Jahre in Chile gelebt, war dann zurück nach Israel gegangen (wo es sehr viel Krieg hatte, wie sie mir berichtete), und hatte dann nochmals 6 Jahre in Peru gelebt, bevor sie mit ihren Eltern wieder nach Israel zog. Dort hatte sie, wie alle Israelis (egal ob Mann oder Frau), eine zweijährige Ausbildung im Militär absolvieren müssen (sie hatte dies im medizinischen Bereich getan, ihre Freundin im hoch geheimen Teil…). Leider hatte ich es auch hier versäumt, nach der Kontaktadresse zu fragen…

So watschelte ich zur Rodoviaria, um die 6 stündige Reise nach Florianópolis anzutreten.

Curitiba, die Stadt der Fotos 😉 (werde Fotos hochladen, sobald ich die Möglichkeit dazu habe!)